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Maklerprovision ohne Nachweis Vermieter?

24.06.2008 18:35 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir sind im Dezember in ein Haus in Herrsching gezogen. Nunmehr erreichte uns die Rechnung eines Maklers (Makler 1), die wir als unberechtigt ansehen.
Die Vormieterin hat in Absprache mit der Vermieterin eine private Annonce geschalten, um Nachmieter zu finden. Auf diese Annonce hin hat sich Makler 1 bei der Vormieterin gemeldet und wollte den Auftrag, das Objekt zu vermitteln. Die Vormieterin erklärte ausdrücklich, hierzu nicht bevollmächtigt zu sein, dass es exklusiv über einen Makler 2, woraufhin Makler 1 anbot, das Objekt unverbindlich im Internet anzubieten. (stillschweigende Auftragserteilung durch Vormieterin?). Sie überliess ihm hierzu die Grundrisse des Hauses, die sie von Makler 2 bekommen hatte.

Meine Frau kontaktierte Makler 1 per Internetplatform - bezüglich dieses Hauses, darüber hinaus gab es einen Telefonkontakt, in dem ein Besichtigungstermin von Makler 1, vorgeschlagen wurde, der an unserem 1. Urlaubstag (25. August) stattgefunden hätte. Meine Frau liess sich die Unterlagen zusenden.
Makler 1 stellte daraufhin am 24. August meiner Frau per Email Adresse des Objektes, Grundrisse und Fotos des Hauses zur Verfügung inkl. Hinweis auf "Nachweis/Vermittlungshonorar bei Mietvertragsabschluss 2 MM+MwSt. vom neuen
Mieter." Grundriss sei ihm "vom Vermieter bevollmächtigten "noch Mieter"" zur Verfügung gestellt worden. Makler 1 hat uns nicht gesagt, dass er keinen Auftrag vom Vermieter hat und dass ein anderer Makler bereits mit der Vermittlung betraut ist. Name und Adresse des Vermieters wurden uns nicht nachgewiesen.
Nach diesem Mail kam kein weiterer Kontakt mit Makler 1 mehr zustande.


Für uns war die Sache abgeschlossen, da wir von einer zwischenzeitlichen Vermietung des Objektes ausgingen. ..(diese wurde in dem Telefonat auch angekündigt. Es wurde darauf hingewiesen, dass es bereits zahlreiche Interessenten gab.
Nach unserer Rückkehr setzten wir unsere Haussuche fort und stiessen dabei auf das gleiche Angebot im Internet, annonciert durch den Makler 2. Er konnte uns glaubhaft versichern, der einzig vom Vermieter beauftragte Makler zu sein. In einem persönlichen Gespräch meiner Frau mit Makler 1 und der Vormieterin darauf hingewiesen, dass Makler 1 nie einen Auftrag zur Vermittlung hatte und eine Vermietung ausschließlich über den beauftragten Makler 2 zustande kommen kann.

Die Vermietung erfolgte letztendlich über den durch die Vermieterin beauftragten Makler 2.

Ist überhaupt ein Maklervertrag zustandegekommen,da wir keinerlei weiteren Dienste nach Zugang des emails in Anspruch genommen haben?
Haben wir eine Provision zu zahlen, obwohl uns Adresse und Name des Vermieters nicht nachgewiesen wurden?
Ist (Mit-)ursächlichkeit gegeben, wenn dasselbe Objekt 3 Wochen später durch einen anderen Makler angeboten wird?

Herzlichen Dank im voraus

24.06.2008 | 19:25

Antwort

von


(199)
Ulzburger Str. 362
22846 Norderstedt
Tel: 040 / 547 89 42
Web: http://www.bischoff-maertens.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Grundlage für einen Maklerlohn ist (1.) ein Maklervertrag und (2.) eine Vermittlungsleistung. Beide Punkte halte ich in Ihrem Fall für problematisch. Im einzelnen:

zu 1. Maklervertrag:
Makler 1 könnte entweder mit Ihnen oder mit dem Vermieter einen Vertrag abgeschlossen haben. Ein Vertrag mit dem Vermieter liegt nach Ihrer Schilderung offensichtlich nicht vor. Es ist daher zu fragen, ob mit Ihnen ein Maklervertrag zustande gekommen ist. Ein Maklervertrag mit Makler 1 könnte in dem Moment zustande gekommen sein, als Sie ihn kontaktierten und sich Informationen zuschicken ließen.

Für das Zustandekommen eines Maklervertrags ist mindestens erforderlich, daß Sie Maklerdienste in Anspruch nehmen und dabei wissen bzw. wissen mußten, daß der Makler hierfür von Ihnen bei Abschluß des Mietvertrags eine Vergütung verlangt (Palandt § 652 Rn. 4). Wenn ein Interessent annehmen darf, daß der Makler seine Tätigkeit für den Vermieter erbringt, wird ein Maklervertrag zu verneinen sein (vgl. BGH NJW-RR 87, 173 ). Da der Makler erklärte, daß er vom Mieter bzw. Vermieter bevollmächtigt worden sei, konnten Sie davon ausgehen, daß der Makler vom Vermieter bezahlt werden wird. Mit dieser Argumentation läßt sich ein Maklervertrag verneinen.

Hinzukommt, daß Makler 1 sie arglistig getäuscht hat, als er erklärte, er habe die Unterlagen vom vom Vermieter bevollmächtigten Mieter erhalten, obwohl kein Auftrag an ihn erteilt wurde. Sie könnten daher einen etwaigen Maklervertrag auch wegen arglistiger Täuschung gem. § 123 BGB anfechten, was ich Ihnen aus reiner Vorsorge empfehlen würde.

Zu 2. Vermittlungsleistung:
Aufgrund des Zeitabstands kann man zudem darüber streiten, ob Makler 1 überhaupt ursächlich für den Abschluß des Mietvertrags war. Grundsätzlich läßt ein zeitlicher Abstand zwischen Kontaktaufnahme zum Makler und Abschluß eines Mietvertrags den Makleranspruch nicht entfallen (vgl. Palandt § 652 Rn. 48 ff.). Jedoch kann aufgrund der Äußerung, daß demnächst mit einer anderweitigen Vermietung zu rechnen sei, von einer Beendigung des Maklerauftrags ausgegangen werden. Die Tätigkeit von Makler2 erfolgte danach unter veränderten Umständen. Mit dieser Argumentation läßt sich eine Vermittlungsleistung verneinen.

Im Ergebnis läßt sich festhalten, daß meiner Ansicht nach erhebliche Zweifel an der Berechtigung des Maklerlohns bestehen. Sie sollten rein vorsorglich die Anfechtung eines etwaigen Maklervertrags wegen arglistiger Täuschung erklären und abwarten, mit welcher Ernsthaftigkeit Makler 1 anschließend seine Forderung verfolgen wird.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -


ANTWORT VON

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