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Maklerprovision für Mietwohnungen

07.11.2013 12:15 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: zur Höhe einer Maklerprovision bei Pauschalmiete

Hallo,
ich habe im Dezember 2012 einen Makler beauftragt, eine Wohnung zu suchen. Nach der Vorstellung und Besichtigung von 3 Wohnungen habe ich für eine entschieden und den Mietvertrag auf 1.1.2013 unterschrieben. Es handelt sich um eine möbilierte 1-Zimmer-Wohnung mit 350 € Pauschalkomplettmonatsmiete, Nebenkosten und Strom sind also inklusive.
Im Mietvertrag sind keine Kaltmieten- oder Nebenkostenanteile explizit ausgewiesen.

Der Makler wollte dafür dann eine Provision von 175% einer Monatsmiete plus Mehrwertsteuer, er setzte dafür die 350€ als Rechnungsbasis an, summasumarum sind das dann 737,95€ Maklerprovision incl. Mehrwertsteuer.

Leider habe ich etwas spät dann erfahren, dass Makler laut Gesetz nur maximal 2 Nettokaltmieten incl. Mehrwertsteuer fordern dürfen.
Würde man von den 350€ Pauschalmonatsmiete jetzt eine üblich-durchschnittliche Nebenkosten/Strom-Pauschale von beispielsweise 100€ abziehen, daraus eine rechnerische Nettokaltmiete ermitteln und daraus wiederum die Maklerprovision neu berechnen, kämen bei Zugrundelegung einer Rechnungskaltmiete von 250 € eine Maklerprovision von 602,41€ incl. Mehrwertsteuer heraus.

Der fragliche Streitwert beläuft sich rechnerisch somit um ca. 135€ herum.

Die Maklerprovision zahle ich auf Ratenbasis ab, könnte also, falls zulässig, die 135€ noch einbehalten.

Inwieweit kann ich jetzt an den Makler herantreten, um seine Provisionsabrechnung zu korrigieren und auf die gesetzlich zulässige Basis von 2 Nettokaltmieten maximal plus Meherwertsteuer abzustellen ?
Eingrenzung vom Fragesteller
07.11.2013 | 12:24
Eingrenzung vom Fragesteller
07.11.2013 | 12:31

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Die Begrenzung der Höhe des Maklerlohnes bei der Vermittlung von Mietwohnungen folgt aus § 3 II WoVermG. Dort heißt es:

"Der Wohnungsvermittler darf vom Wohnungssuchenden für die Vermittlung oder den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Mietverträgen über Wohnräume kein Entgelt fordern, sich versprechen lassen oder annehmen, das zwei Monatsmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer übersteigt.[...] Nebenkosten, über die gesondert abzurechnen ist, bleiben bei der
Berechnung der Monatsmiete unberücksichtigt."

In Ihrem Fall einer zu entrichtenden Pauschalmiete ist über die Nebenkosten nicht gesondert abzurechnen, weshalb der letzte Satz von § 3 II WoVermG nicht einschlägig ist. Die Nebenkosten bleiben in diesem Fall somit bei der Berechnung der Maklervergütung nicht unberücksichtigt.

Im Ergebnis muss ich Ihnen daher leider mitteilen, dass die Maklerrechnung nicht überhöht sondern in vollem Umfang berechtigt ist.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2013 | 17:45

Welche einschlägigen Musterurteile können Sie mir dazu nennen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2013 | 18:09

Sehr geehrter Fragesteller,

im deutschen Recht existieren keine "Musterurteile", da ein Urteil grds. nicht für ein anderes Gericht bindend sein kann. Sollten Sie eine höchstrichterliche Entscheidung des BGH zu dieser Frage suchen, habe ich meine Zweifel, dass ein solches existiert. In der Regel ist es Aufgabe des BGH, streitige Fragen in der Rechtsanwendung zu klären bzw. unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Die Antwort auf Ihre Frage ergibt sich jedoch unzweifelhaft bereits unmittelbar aus dem Gesetzeswortlaut von § 3 II WoVermG.

Diese Nachfragefunktion dient außerdem dem Zweck, Verständnisprobleme bezüglich der Ausgangsantwort zu klären, jedoch nicht, neue oder weitergehende Fragen zu stellen. Zudem rechtfertigt Ihr lediglich knapp über dem Mindestbetrag liegender Einsatz keine Urteilsrecherche.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt


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