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Maklerprovision fällig obwohl das Haus ohne Makler gefunden wurde?

30.10.2018 00:59 |
Preis: 60,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Zusammenfassung: Zum Mäklerlohn in Baden-Württemberg. Bestellerprinzip oder Teilung? Es kommt darauf an!

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Schwägerin arbeitet im Pflegedienst. Sie hat mehrfach ein Haus betreten bei welchem Sie 2 ältere Menschen gepflegt hat. Als die älteren Menschen (Hausbesitzer) in einem Pflegeheim untergebracht wurden, hat Sie uns mitgeteilt, dass das Haus zum Verkauf bereit stehen würde, da Sie wusste das wir bereits seit fast 2 Jahren ein Haus für uns und die Kinder suchen. Sie hat uns das Haus beschrieben und mitgeteilt, dass es genau das richtige für uns wäre. Nachdem wir Kontakt zu dem Bevollmächtigten Sohn der Hausbesitzers telefonisch Kontakt aufgenommen haben, hat uns dieser mitgeteilt, dass er den Verkauf einem Makler überlassen hat - somit also einen Maklervertrag abgeschlossen hat und wir Kontakt zum Makler aufnehmen sollen.
Dies haben wir dann auch getan. Der Makler hat mit meiner Frau einen Besichtigungstermin vereinbart bei welchem mein Vater und der Cousin meiner Frau zusammen mit dem Makler anwesend waren. Dort hat sich meine Frau nochmal von den bereits zuvor geschilderten Angaben meiner Schwägerin überzeugt und sich zum Kauf entschieden. Der Makler hat mir daraufhin per E-Mail noch das Expose zugesendet welches den Anschein hatte schnell und schlampig zusammengestellt worden zu sein. Da laut Auskunft vom Makler noch überhaupt keine Anzeigen für den Verkauf gestartet wurden weil wir durch meine Schwägerin ja schon vorab informiert wurden. So ist z.B. in dem Expose eine Terasse eingezeichnet und angegeben welche nicht vorhanden ist. Ausserdem ist die Angabe der Wohnfläche falsch, da der Makler 105 Quadratmeter angegeben hat jedoch in den Bauplänen (welche wir erst später vom Verkäufer erhielten) 97 Quadratmeter angegeben sind.
Soll bedeuten der Makler möchte für "kaum" Arbeit knapp 15.000 EUR Provision von uns erhalten. Wir hatten bereits Kenntnis vom Objekt durch meine Schwägerin - nicht über eine Anzeige des Maklers. Auch wussten wir über den Zustand des Hauses, die Größe usw. über unsere Schwägerin Bescheid. Der Grund weshalb wir Kontakt zum Makler aufgenommen haben ist lediglich dem Umstand geschuldet, dass der bevollmächtigte Sohn des Verkäufers eine Makler zum Verkauf beauftragt hat - dieser jedoch die Arbeit noch nicht aufgenommen hat.
Daraufhin wurde ein Notartermin vereinbart bei welchem die Verkäufer (die beiden Söhne), der Makler und wir als Käufer beim Notar waren. Der Makler war dort zusammen mit den Verkäufern. Im Kaufvertrag steht zu diesem Thema folgender Satz: "Dieser Kaufvertrag kam zu dendem Veräußerer und Erwerber bekannten Bedingungen durch die Vermittlung der Firma xxxxxxxxx zustande. Dem Vermittler soll eine beglaubigte Abschrift der Urkunde übersandt werden. Es gibt keine Angabe über die Höhe der zu zahlenden Provision usw.

Übrigens standen in dem uns zugesendeten Expose die Maklerprovision über 4,76 % und auch über das Widerrufsrecht wurde belehrt. Dies scheint im Expose korrekt angegeben worden zu sein.
Ich würde gerne von Ihnen erfahren wie Ihre Einschätzung diesbezüglich ist - Provision bezahlen oder nicht?
Schließlich hat der Makler uns ein Expose zugesendet (nach Besichtigung) mit Angabe der Provision und Widerspruchsrecht. Zum anderen muss man aber auch sagen, dass wir die Kenntnis über den Verkauf des Hauses nicht vom Makler hatten, sondern über unsere Schwägerin und die meisten Informationen über das Objekt uns deshalb schon bekannt waren.
Was meinen Sie? Es darauf ankommen lassen oder brav bezahlen?
Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen


30.10.2018 | 02:52

Antwort

von


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41812 Erkelenz
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Gerne zu Ihren Fragen:

Es kommt zuvorderst auf den Inhalt des Maklervertrags an und wer den eingegangen ist. Ihren Angaben zu Folge wohl zunächst der Veräußerer. Mithin schuldet der als Besteller grundsätzlich auch den Mäklerlohn. Es sei denn, es wäre etwas anders individuell vereinbart worden, ggf. auch nachträglich.

Dafür spricht die Formulierung in dem Ihnen übersandtes Exposé mit Benennung des Mäklerlohns, der im notariellen Vertrag fehlt.

In Ihrem Land Baden-Württemberg ist es gesetzlich möglich, dass sich Verkäufer und Käufer den Mäklerlohn teilen. Und zwar in der Regel zu den marktüblichen Bedingungen in BW.

Die wären ca. 3,57/3,57 % = also bis zu etwa 7,5 % insgesamt.

Vorliegend spricht das durchaus für dieses Teilungsmodell, wenngleich auch mit dem etwas überhöhtem Anteil von 4,76 % für nur Ihren Teil. Denn 9.52 % wäre denn doch ziemlich überhöht über dem marktüblichen Lohn in BW.

Ansonsten hat der Makler nach § 652 BGB dann den Makellohn verdient, wenn dieser Tatbestand vorliegt:
„Wer für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags oder für die Vermittlung eines Vertrags einen Mäklerlohn verspricht, ist zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Mäklers zustande kommt."

Diese Voraussetzungen liegen nach der von Ihnen zitierten Formulierung im notariellen Vertrag vor.

Klären Sie also erst einmal, ob auch die Verkäuferseite von dem Makler zu welchen Bedingungen zur Entrichtung des Mäklerlohns in welcher Höhe in Anspruch genommen wird.

Insofern sollten Sie mit dem Makler verhandeln, den relativ hohen Mäklerlohn auf den marktüblichen Satz in BW von etwa 3,75/pro Partei. anzupassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2018 | 14:27

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die zügige Beantwortung meiner Fragen.
Wenn ich ihre Antwort richtig verstanden habe, sind wir nun grundsätzlich dazu verpflichtet die Maklerprovision zu bezahlen, die Frage ist nur die Höhe der zu zahlenden Provision. Und es spielt dann tatsächlich keine Rolle welchen Beitrag der Makler zum Verkauf der Immobilie geleistet hat und das wir vom Verkauf des Hauses ohne hinzutun des Maklers erfahren haben?
Vielen Dank im Voraus
Mut freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2018 | 16:04

Gerne zu Ihrer Nachfrage:
In der Tat muss man Ihren Fall unter 2 Blickwinkeln betrachten.

(a) Sie schulden den Maklerlohn dem Grunde nach, wenn "der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Mäklers zustande gekommen ist."
Das hat der Makler wohl geschickt mit in den Notarvertrag einfließenlassen, was Sie dennoch nicht hindern muss, das ggf. zu bestreiten, wenn auch nur als Verhandlungsposition, s.u.
Ferner ist mit dieser Formulierung zwischen Ihnen und dem Makler kein Maklervertrag entstanden. Vielmehr muss der vorher schon mit Ihnen wirksam geschlossen worden sein. Dazu haben Sie mir hier wenig mitgeteilt, weshalb ich das aus der Ferne nicht abschließend bewerten kann. Zu bedenken ist aber , dass der Maklervertrag schriftlich, mündlich oder durch schlüssiges Verhalten geschlossen werden kann.

(b) Die Höhe der Courtage scheint mir für BW nicht marktüblich zu sein, sofern der Makler das von beiden Vertragschließenden (also doppelt) verlangen würde.

Deshalb mein Rat, das zunächst bei Ihrem Verkäufer zu klären. Und dann durchaus mit beiden Argumenten, also (a) und (b) mit dem Makler eine Reduzierung auf die marktübliche Courtage zu verhandeln.
Viel Erfolg wünscht,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

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