Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklerprovision fällig?

| 14.04.2010 14:22 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einem Makler wurde ein Vertrag über den Verkauf unseres Hauses geschlossen (die geschiedenen Ehegatten M und F stehen zu je 50% im Grundbuch, beide haben den Kreditvertag unterzeichnet, F hat kaum eigenes Einkommen). Nach längerer Suche präsentiert sich ein Kaufinteressent und man einigt sich telefonisch (immer indirekt über den Makler, bis auf zwei Besichtigungstermine kein persönlicher Kontakt zwischen Verkäufer und Kaufinteressent) auf einen Kaufpreis, der unter der ursprünglichen Kaufpreisvorstellung liegt. Der Makler möchte nun einen notariellen Vertragsentwurf erstellen lassen, welcher mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist, ein schriftliches Angebot seitens des Käufers liegt M bislang nicht vor. Verkäufer M trägt sich nun mit dem Gedanken, das Haus doch zu behalten und die 50% Miteigentumsanteil möglichst kostenfrei (durch Freistellung der F von der gesamtschuldnerischen Haftung bez. der Kreditvertrages) zu übernehmen.

Folgender Vertrag wurde M und F zugeschickt mit der Bitte um Unterschrift, beide haben unterschrieben:

"Sehr geehrte....,
besten Dank für den uns erteilten Alleinauftrag zum Verkauf Ihres o.g. Hauses. Es wird unser Bestreben sein, das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.

Die vereinbarten Verkaufsbedingungen halten wir noch einmal wie folgt fest:

Das Haus soll zu einem Kaufpreis von XXXX EUR angeboten werden, um möglichst Ihre Preisvorstellung zu erreichen.
Wie vereinbart, werden wir den Verkauf mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln sorgfältig vorbereiten und betreiben, insbesondere auch während der Verkaufszeit die Kosten der Insertion, Prospekte, usw. tragen.

Über den endgültig zu bezahlenden Kaufpreis und die Person des Käufers entscheiden ausschliesslich Sie. Wir stehen Ihnen dafür zu jeder Auskunft und Beratung zur Verfügung.

Eigene Interssenten verweisen Sie vereinbarungsgemäß an uns oder sichern unseren Provisionsanspruch. Andere Makler werden wegen des erteilten Alleinauftrags und der von getragenen Verkaufsaufwendungen nicht eingeschaltet.

Sollte der Auftrag auf Ihren Wunsch nicht mehr weiterbearbeitet werden, z.B. weil Ihre Kaufpreisvorstellung nicht erreicht werden kann, erhalten wir eine angemessene Entschädigung für unsere Tätigkeit und Ersatz unserer aufgewendeten Kosten.
Für unsere Tätigkeit erhalten wir bei erfolgreichem Nachweis oder erfolgreicher Vermittlung eines Käufers von Ihnen vereinbarungsgemäß eine Provision von 3,57% der Kaufsumme inkl. der gesetzl. Mwst., fällig mit Beurkundung des Kaufvertrags. Für den Käufer dürfen wir ebenfalls entgeltlich tätig werden."

Handschriftlicher Zusatz von M und F:
"Laufzeit des Vertrages: 6 Monate. Der Vertrag verlängert sich um jeweils 3 Monate, wenn er nicht 4 Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen."

Unterschrift

Frage:
1. Ist eine Maklerprovision verdient? Wenn nein, welche Kosten kann der Makler dennoch ersetzt verlangen?

2. Was hat M in Bezug auf den Makler zu beachten, speziell in Hinblick auf die Vermeidung weiterer Kosten?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung hat der Makler die Provision dadurch verdient, dass er den Nachweis des Käufers erfolgreich beigebracht hat.

Denn neben dem Vertragsabschluss (notarieller Vertrag) reichte nach dieser - zulässigen - Vertragsvereinbarung schon allein der Nachweis eines potentiellen Käufers aus, um den Provisionsanspruch entstehen zu lassen, zumal die Einigung - wenn auch bisher nur mündlich - erzielt worden ist.

Dieses reicht aber aus, um die Nachweisprovision entstehen zu lassen, da entscheidend ist, ob die Verkäufer mit Hilfe des Maklers die Gelegenheit zum Vertragsabschluss gegeben worden ist - und genau dieses wird nach Ihre Sachverhaltsdarstellung zu bejahen sein.


Auch die Tatsache, dass M nun nicht mehr an einem Verkauf interessiert ist, vernichtet diesen Provisionsanspruch nicht etwa, da dieser eben mit dem Nachweis entstanden und fällig geworden ist. Eine nachträgliche Änderung beseitigt diesen einmal entstandenen Anspruch nicht.


Hier hilft letztlich nur ein klärendes Gespräch mit dem Makler, in dem die geänderte Situation offen gelegt werden sollte; dabei sollte dann auch die Vertragsaufhebung erbeten werden.

Das Anbeiten einer Aufwandsentschädigung wird sicherlich hilfreich sein, um diese Aufhebung auch für den Makler "schmackhaft" zu machen.

Die Höhe wäre dann Verhandlungssache, wobei Sie aber bedenken sollten, dass der Makler dem Grunde nach einen Provisionsanspruch in voller Höhe hat.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 14.04.2010 | 15:18

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Aber lt. Vertrag ist die Provision "fällig mit Beurkundung des Kaufvertrags", daraus wäre doch zu schließen, dass die Beurkundung des Kaufvertrags zwingend erforderlich ist, um den Anspruch auszulösen. Kommt also der Kaufvertrag nicht zustande, kann die Provision eigentlich auch nicht fällig werden. Wo genau liegt also der Haken, bzw. wie kann der Makler bei noch nicht fällig gewordenem Anspruch argumentieren (wollen)?

Vielen Dank für Ihre Mühe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.04.2010 | 15:24

Sehr geehrter Ratsuchender,


hier liegt es leider so, dass ja die Beurkundung durch die geänderten Verkaufsabsichten zum Scheitern verurteilt ist, also allein in den Risikobereich der Verkäufer fallen. Dieses Risiko können Sie nach dem Vertrag aber so nicht den Makler auferlegen.

Dieses umso mehr, als neben der erfolgreichen Vermittlung auch die Nachweiserbringung schon ausreichend ist.


Zudem dürfen Sie nicht verkennen, dass für den Fall der vorzeitigen Vertragsauslösung neben den Auslagen eine angemessene Entschädigung zu zahlen ist. Und die Frage der Angemessenheit wird sich dann auch nach der Nachweiserbringung richten, so dass dann wieder 3,57% heranzuziehen sind.

Sie werden also um eine Zahlung nicht herumkommen, so dass Sie den Gesprächsvorschlag aufgreifen sollten, um zumindest eine Reduzierung der Zahlsumme erreichen zu können.


Ich kann zwar nachvollziehen, dass Sie sich eine günstigere Antwort erhofft haben, wobei allerdings manchmal auch eine ungünstige Antwort dazu dienen kann, weitere Kosten einsparen zu können.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 14.04.2010 | 15:33

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gute Arbeit, herzlichen Dank, auch wenn die Antwort nicht in meinem Sinne ist... leider. Werde Sie gerne weiterempfehlen."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 14.04.2010 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70024 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle Bearbeitung, eine sehr kompetente,den Einzelfall betrachtende und freundliche Rechtsanwältin ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top, super verständlich und schnell geantwortet. Würde ich immer wieder so machen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und Klare Antworte. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER