Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklerprovision beim Kauf einer Eigentumswohnung


| 11.05.2007 11:31 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Als Interessent (Käufer) für eine Eigentumswohnung habe ich mich nach einer geeigneten Wohnung bei \"Immobilienscout24.de\" umgesehen. Eine 2,5 Zimmer Wohnung gefiel mir sehr. Nach genauer Durchsicht des Angebotes bei \"Immobilienscout24.de\" stellte ich fest, dass keine Vermittlerprovision erwähnt ist. Der Kaufpreis beträgt 129.000 Euro. Ich bat den Immobilienmakler um eine Besichtigung der Wohnung, welche wir einige Tage später durchführten. Der Immobilienmakler teilte nichts von einer Vermittlerprovision mit, weder mündlich noch schriftlich habe ich etwas unterzeichnet. Ich entschied mich für die Wohnung. Wir einigten uns auf 120.000 Euro, also 9000 Euro weniger als wie im Immobilienangebot bei \"Immobilienscout24.de\" aufgeführt. Während der intensiven Beratungszeit erfolgte kein Hinweis auf eine eventuelle Maklerprovision. Am 16.05.2007 haben wir nun einen Termin bei einem Notar für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrages. Im Kaufvertrag steht unter §12 Vermittlerprovision: \"Die Vertragsschließenden sind sich darüber einig, dass der gegenwärtige Kaufvertrag durch Vermittlung der Firma (...) zustande kam.\"

Sollte der Immobilienmakler nun eine Provision verlangen, ist diese von mir zu zahlen? Wie verhalte ich mich richtig?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Ein Anspruch des Maklers auf Zahlung des Lohnes könnte sich aus §§ 652 Abs. 1 S. 1, 653 Abs. 1 BGB ergeben, wonach eine Mäklerlohn als stillschweigend vereinbart gilt, wenn die Leistung den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist. Die Höhe des Lohnes würde sich dann nach Gegend und Art der Tätigkeit richten, bei Grundstücksgeschäften sind 3% aber üblich.

Grundsätzlich ist es also möglich, dass der Makler auch dann einen Vergütungsanspruch, wenn zuvor nicht ausdrücklich über diesen gesprochen worden ist.

Ich rate Ihnen im Hinblick darauf, weitere Überraschungen zu vermeiden, den Vertrag noch vor der notariellen Beurkundung von einem Rechtsanwalt vor Ort überprüfen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


BGB § 652 Entstehung des Lohnanspruchs
(1) Wer für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags oder für die Vermittlung eines Vertrags einen Mäklerlohn verspricht, ist zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Mäklers zustande kommt. Wird der Vertrag unter einer aufschiebenden Bedingung geschlossen, so kann der Mäklerlohn erst verlangt werden, wenn die Bedingung eintritt.
(2) Aufwendungen sind dem Mäkler nur zu ersetzen, wenn es vereinbart ist. Dies gilt auch dann, wenn ein Vertrag nicht zustande kommt.

BGB § 653 Mäklerlohn
(1) Ein Mäklerlohn gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die dem Mäkler übertragene Leistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.
(2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei dem Bestehen einer Taxe der taxmäßige Lohn, in Ermangelung einer Taxe der übliche Lohn als vereinbart anzusehen.

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2007 | 14:06

Dann verstehe ich aber folgende Regelung nicht:

Ein Makler kann grundsätzlich Provision (Courtage) verlangen, wenn ein Mieter einen Wohnraummietvertrag abschließt, der durch seine Mithilfe zustande gekommen ist. Voraussetzung dafür ist, dass er einen mündlichen oder schriftlichen Maklervertrag mit dem Mieter abgeschlossen und zum Abschluss des Mietvertrags mitursächlich beigetragen hat. Der Maklervertrag kann in der Weise abgeschlossen werden, dass der Makler den Kunden mündlich oder schriftlich, zum Beispiel im Expose,´ auf seine Provisionsforderung hinweist und der Kunde in Kenntnis dieser Forderderung Maklerleistungen abverlangt oder entgegennimmt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2007 | 14:59


Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen zitierte Regelung bezieht sich auf die Vermittlung von Wohnraummietverträgen, für die durch das WoVermG ohnehin ein eigenständiges Gesetz besteht.

Selbst bei fehlendem Maklervertrag (ob dies der Fall ist, vermag ich mangels Detailkenntnis nicht zu beurteilen, doch spricht einiges dafür, dass zumindest ein Vertragsschluss durch schlüssiges Verhalten (konkludent) vorliegt) kann ein Lohnanspruch des Maklers bestehen, z.B. aus § 354 HGB, wenn der Makler Kaufmann ist, aus den §§ 677 ff. BGB oder aus §§ 812, 818 Abs. 2 BGB (Palandt, BGB, 66. Auflage 2007, § 652 Rn 10).

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.07.2012 | 08:22


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Da die Sache nun schon lange abgeschlossen ist kann ich nach weiterer rechtlicher Klärung sagen das ich Erfolg hatte und keine Maklerprovision an den Makler zahlen musste. Der Makler hätte nach Auffassung des Gerichts auf eine Provision hinweisen müssen, dies erfolgt weder mündlich noch schriftlich. Der Makler meinte, es sei üblich das eine Provision verlangt wird. Da keine Provision angegeben wurde konnte ich als Interessent auch davon ausgehen das keine verlangt wird. Viele tausende Euro gepart, dank Unterstützung eines anderen Anwaltes welcher mir nach der ersten Beratung sofort sagte dass ich nicht bezahlen muss, er hatte Recht. Danke!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Es freut mich, dass Sie meinem Rat gefolgt sind und einen Rechtsanwalt vor Ort konsultiert haben. Ich gehe davon aus, dass Sie ihm alle Unterlagen zum Fall vorgelegt haben - erst mit diesen kann eine Beurteilung im einzelnen abschließend vorgenommen werden.
FRAGESTELLER 27.07.2012 3,6/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER