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Maklerprovision, Immobilie bekannt

23.03.2009 10:33 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit letztem Jahr ist mir über eine Arbeitskollegin meiner Freundin bekannt, daß deren Nachbarhaus zum Verkauf steht. Eine weitere Arbeitskollegin hat uns nun über eine Verwandte der Verkäuferin, die weiter weg wohnt, deren Telefonnummer besorgt. Die Verkäuferin teilte mir bei meinem Anruf mit, daß der Verkauf des Hauses mittlerweile durch einen Makler erfolgt. Aus Angst vor Schadensersatzforderungen dürfe sie keinerlei Angaben wie z.B. den Preis machen und natürlich mit mir auch keine Verhandlungen führen.
Sie hat mir die Telefonnummer des Maklers genannt, wo ich mittlerweile anrief und sofort darauf hinwies, daß ich seine Telefonnummer von der Verkäuferin hätte. Aus Zeitgründen wurde dann lediglich ein späterer Rückruf vereinbart.


1. Welche Art von Vertrag liegt hier zwischen Makler und Verkäuferin vor, wenn sich diese zu keinen weiteren Angaben berechtigt fühlt.

2. Unter welchen Voraussetzungen wird hier eine Maklerprovision fällig?

3. Allgemeine Frage: Sehr wenige Makler verlangen nach einer Besichtigung eine Unterschrift. Was hat es damit auf sich und worauf ist dabei zu achten? (Ich habe dies bisher immer abgelehnt, da es vorher nicht angekündigt war, ich mich überrumpelt fühlte, keine Kopie bekommen sollte, das in der Kürze der Zeit kaum prüfen kann etc.)

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

1. Ihre Angaben deuten darauf hin, dass zwischen dem Makler und der Verkäuferin ein Vertrag geschlossen wurde, in dem sich die Verkäuferin neben dem Maklerauftrag an sich verpflichtet hat, ausschließlich über diesen Makler, d.h. nicht ohne den Makler, an eigene Interessenten zu verkaufen. Ein solcher Vertrag wird auch qualifizierter Alleinauftrag genannt.

2. Ohne konkrete Kenntnis des Vertrages ist dies nur zu erahnen.

Die unter 1. benannten Verträge sehen grundsätzlich vor, dass bei einem Verstoß des Verkäufers gegen diese Vereinbarung – d.h. einem Eigenverkauf - , der Verkäufer dem Makler dennoch die Provision schuldet.

Anderenfalls kommt es für den Provisionsanspruch des Maklers darauf an, ob dieser seine vereinbarte Tätigkeit entfaltet hat und der Vertragsschluss auf diese Tätigkeit zurückzuführen ist.

3. Entscheidend ist, was unterschrieben werden soll. Dies kann zum einen eine Information über die Maklertätigkeit sein, zum anderen der Nachweis über die erfolgte Tätigkeit. So etwa, um spätere Beweisschwierigkeiten zu vermeiden. Dies kann aber auch die Information über das Objekt sein. In jedem Fall sollten Sie vor einer Unterschrift sich das Unterschriebene erklären lassen, sorgfältig durchlesen und eine Kopie/Doppel fordern.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht




Nachfrage vom Fragesteller 23.03.2009 | 12:55

Sehr geehrter Herr Freisler,

zur Präzisierung von Pkt. 2 Ihrer Antwort folgende Nachfrage:

Ist es richtig, daß eine Nachweistätigkeit des Maklers hier nicht vorliegt, da mir (wie auch schon geschildert) die Immobilie und der Name der Verkäuferin nebst deren Telefonnumer vor dem Makler bekannt war und ich diese zuerst kontaktiert habe und erst auf ihren Verweis hin und nach Nennung von Name und Telefonnummer des Maklers diesen kontaktiert habe?
Woraus ergäbe sich danach ein Provisionsanspruch, wenn es sich um den von Ihnen genannten "qualifizierten Alleinauftrag" handelt?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.03.2009 | 13:22

Bei dem beschriebenen qualifizierten Alleinauftrag ergibt sich der Provisionsanspruch entweder aus der Maklertätigkeit (Nachweis/Vermittlung) selbst oder - bei einer Veräußerung unter Umgehung des Maklers - aus dem Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung, einen Verkauf nicht unter Umgehung des Maklers durchzuführen.


Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

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