Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklerhaftung


09.10.2006 09:23 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Hallo,

Ich möchte eine Ltd. & Co. KG gründen um folgende Geschäftsidee zu verwirklichen. Meine Firma liefert folgende Dienstleistung: durch Kostenoptimierung werden größtmögliche Ersparnisse bei den Non-Core-Kosten von vermögenden Privatkunden, Kanzleien, Arztpraxen etc. realisiert. Bsp.: Der Kunde beauftragt mich seine aktuellen Kosten zu verifizieren (z. B. Versicherungspolicen, Energiekosten, IT/Telekommunikationskosten, Krankenkassenbeiträge etc.). Ein Honorar meinerseits fällt nur an, wenn ich durch Marktanalyse einen günstigeren Anbieter bei derselben Qualität gefunden habe bzw. den aktuellen Anbieter/Lieferanten zu einer Senkung der Kosten bewegen kann. Im Gegensatz zu Maklern agiere ich absolut unabhängig von Provisionen und werde ausschließlich vom Auftraggeber bezahlt. Mein Honorar entspricht einem Teil der prognostizierten Ersparnisse im ersten Jahr. Keine realisierbaren Ersparnisse - kein Honorar.

Frage: Inwieweit bin ich bei diesem Geschäftsmodell von der Maklerhaftung betroffen? Ist es möglich, den Vertrag/die Kundenvereinbarung/AGBs meiner Firma so zu formulieren, dass meine Geschäftstätigkeit im juristischen Sinne deutlich von der eines Versicherungsmaklers/Agenten etc. abweicht?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,
auf der Basis der in Ihrer Anfrage enthaltenen Informationen kann ich Ihnen zunächst folgendes mitteilen:
Im Bereich der Versicherungswirtschaft ist bei der Vermittlertätigkeit derzeit vieles im Fluss. Es gibt einen Refentenentwurf zum deutschen Vermittlergesetz und natürlich die Vermittlerrichtlinie der EU (vgl. unter den links auf meiner homepage). Ab dem 01.01.2007 sind Beratungsprotokolle zu führen; das deutsche Vermittlergesetz sieht eine Erlaubnispflicht (IHK) vor, welche nur bei uneingeschränkter Haftung entfallen kann. Insgesamt bin ich daher sehr skeptisch wenn es darum geht, ihr Geschäftsmodell so zu gestalten, dass Sie sich diesem Rechtskreis entziehen. Ich sehe im Ergebnis auch nicht, dass sich Ihr Tätigkeitsfeld von dem eines Versicherungsmaklers unterscheidet. Die Art der Vergütung dürfte hierbei jedenfalls ebenso wenig eine Rolle spielen wie der Schuldner des Vergütungsanspruchs.
Erlauben Sie mir im übrigen den (konservativen) Hinweis, dass die von Ihnen vorgesehene weitergehende Haftungsbeschränkung über eine Ltd. & Co. KG bei mir zu Zweifeln führt: Es kann derzeit nicht vorhergesehen werden, wie sich die obergerichtliche Rechtsprechung in Haftungsfällen zur Ltd. stellt, wenn diese nur wenige Pfund Sterling als Stammkapital aufweist. Ich rate daher eher ab und mehr zur GmbH als Komplementärin; gegebenenfalls zu einem verminderten Stammkapital von € 10.000,00 (in Abhängigkeit von der weiteren Gesetzgebung). Sollten Sie dessen ungeachtet an der Ltd. festhalten wollen, sollte diese ein nennenswertes Stammkapital aufweisen (m.E. jedenfalls entsprechend € 10.000,00).
Für eine weitergehende Diskussion stehe ich Ihnen natürlich gerne weiter zur Verfügung. In jedem Fall sollten Sie ein ausführliches Beratungsgespräch - gegebenenfalls auch mit einem Kollegen vor ort - führen.
mit freundlichen Grüßen,
Andreas Neumann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2006 | 10:08

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung!

Kurze Nachfrage: Wenn ich also die Versicherungspolicen komplett aus meinem Beratungs-Portfolio streiche, wäre ich nicht von der neuen Richtlinie betroffen, da es sich bei meiner Tätigkeit (Kostenoptimierung in den o. g. Bereichen) eher um eine "unternehmensberatende" Tätigkeit handeln würde, richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2006 | 10:17

Ja, bei Telekommunikation und Energie würde ich dem zustimmen. Bei den Krankenkassenbeiträgen käme es jedenfalls darauf an, ob Sie sich im Bereich des privaten oder des gesetzlichen Krankenversicherungs-Rechts bewegen. Bei der Vermittlung privater Krankenversicherungen gälte natürlich nichts anderes als bei anderen Versicherungszweigen; bei der gesetzlichen Krankenversicherung könnten Sie Ihren potentiellen Kunden natürlich schnell und einfach durch Mitteilung günstigerer Beiträge dienlich sein. Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiter viel Erfolg und Freude bei der Planung.
mit freundlichen Grüßen,
Andreas Neumann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER