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Maklergebühren - Verwalter erstellt Pachtvertrag

10.05.2008 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Hallo,

ich habe ein Haus auf einen Pachtgrundstück gekauft. Der Kauf erfolgte von den bisherigen Eigentümer, also Privat.
Der Pachtvertrag wurde von dem Verwalter, welcher auch Immobilienmakler ist abgeschlossen. Er legte mir einen Pachtvertrag vor, welchen ich unterzeichnete, da die Verpächterin zur Zeit nicht anwesend war, konnte ich den Pachtvertrag nicht mitnehmen, auch keine Kopie. Es war nie die Rede von Maklergebühren, auch der Verkäufer sagte mir es fallen keine an, da es nicht über einen Makler geht. Mir ist beim Durchlesen des Pachtvertrages auch keine Klausel über eine Zahlung von Maklergebühren aufgefallen. Der Makler erwähnte auch nichts.
Gestern habe ich nun den Pachtvertrag per Post bekommen, mit einen Absatz zum zahlen der Maklergebühren.
Es kann doch nicht sein, dass ich nun Maklergebühren in Höhe einer Jahrespacht zahlen muss, nur weil der Verwalter des Grundstücks einen Pachtvertrag erstellt hat.

Vielen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

In Ihrem Fall kann eine Maklerprovision nicht verlangt werden.

Hierfür fehlt es schon an dem Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen des § 652 BGB.

Danach entsteht der Lohnanspruch, wenn der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages oder für die Vermittlung eines Vertrages durch den Makler erfolgt.

Beides ist in Ihrem Fall auf Grund Ihrer Darlegung nicht erfolgt, da ein Kaufvertrag über das Haus bereits geschlossen wurde, ohne dass es im Vorfeld zu einer Einschaltung eines Maklers kam.

Ein konkludenter Abschluss eines Maklervertrages ist häufig, allerdings in der Regel nur bei gewerbsmäßigen Maklern gegeben.

Hier ist bereits die Maklerstellung fraglich, da dieser als Verwalter in Erscheinung getreten ist. Erforderlich ist bei jedem der Beteiligten ein Verhalten, das als entsprechende Willenserklärung gewertet werden kann, nach der ein Maklerbvertrag zustande kommen sollte (durch Angebot und Annahme).

Das einfache unterzeichen eines Pachtvertrages reicht hierfür nicht aus.

Sache des Maklers ist es, klare Verhältnisse zu schaffen (BGH NJW-RR 87, 173; NZM 02, 480).

Jede Unklarheit über den stillschweigenden Vertragsschluss geht zu Lasten des Maklers (BGH NJW-RR 96, 114).

In Ihrem Fall kann ein Abschluss eines Maklervertrages nicht angenommen werden, so dass demnach auch keine Provision durch Sie zu zahlen ist.

Auf die Frage, ob überhaupt ein Hauptvertrag mit einem Dritten zustande gekommen ist, da der Verwalter hier möglicherweise auf Grund der engen Verpflechtung zum Eigentümer wesentlich beteiligt gewesen sein könnte, kommt es deshalb aus den dargelegten Gründen gar nicht mehr an.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.05.2008 | 18:43

Vielen Dank für die Antwort.
Ich habe dies schon vermutet.

Ich habe leider vergessen zu fragen, ob der Verwalter zu der jährlichen Pacht zusätzlich eine Verwaltungsgebühr von 5% verlangen darf, da der Verwalter von dem Verpächter beauftragt wurde und dies ja mit der Pacht abgegolten sein müsste.

Vielen Dank im Vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.05.2008 | 21:02

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich hat der Verpächter dem Verwalter die Verwaltungsgebühr von 5 % zu zahlen, da ein Vertragsverhältnis nur zwischen diesen beiden besteht.

Für eine Umlage auf Sie bedarf es zwischen Ihnen und dem Verpächter einer ausdrücklichen Vereinbarung, die sich jedoch aus dem Pachtvertrag ergeben kann.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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