Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklercourtage bei eigener Immobilie?

07.09.2010 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Guten Tag,

ich habe folgendes Problem:

Zusammen mit mehreren Verwandten habe ich ein Mehrfamilienhaus geerbt. Wir sind 8 Personen. Jedem gehört die Immobilie genau zu 1/8. Letztes Jahr entschlossen alle 8 Eigentümer des Mehrfamilienhauses, dieses über einen Immobilienmakler zu verkaufen. Nach einem Jahr ist die Immobilie immer noch nicht verkauft wurden. Nun wollen 2 Eigentümer und ich (3/8) zusammen die restlichen Anteile von den anderen 5 Eigentümern abkaufen.

Meine Frage lautet daher, ob wir verpflichtet sind die Maklercourtage von ca. 6 Prozent zu zahlen, wenn wir die restlichen Anteile selber kaufen?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt:

Die Pflicht zur Zahlung der Provision erfordert das Vorliegen verschiedener Voraussetzungen, die sich zum einen aus § 652 Abs. 1 BGB ableiten lassen und zum anderen von der Rechtsprechung ergänzt wurden:
Zunächst ist der Abschluss eines wirksamen Maklervertrages zu fordern. Ein solcher ist laut Ihren Angaben erfolgt.

Weiterhin müsste der Makler eine kausale Nachweis- oder Vermittlungstätigkeit erbracht haben. Der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages ist nach der Rechtsprechung des BGH erbracht, wenn aufgrund einer Mitteilung des Maklers an seinen Auftraggeber dieser in die Lage versetzt wird, in konkrete Verhandlungen mit einem potenziellen Vertragspartner über den von ihm angestrebten Hauptvertrag einzutreten. Unverzichtbare, aber auch ausreichende Voraussetzung für einen Nachweis ist deshalb, dass der Makler dem Kunden einen Interessenten benennt und damit auf eine konkrete Vertragsgelegenheit hinweist (BGH 04.06.2009 - III ZR 82/08).

Der Provisionsanspruch entsteht gerade jedoch dann nicht, wenn der Auftraggeber bereits Kenntnis (sog. Vorkenntnis) von der Möglichkeit zum Vertragsabschluss hatte. Diesem Einwand begegnen Makler oft mit einer sog. "Vorkenntisklausel". Dort wird vereinbart, dass der Auftraggeber seine Vorkenntnis nur geltend machen kann, wenn sie dem Makler in der vereinbarten Form und Frist mitgeteilt wurde.

Eine Vermittlung liegt vor, wenn der Makler bewusst und aktiv auf die Willensentschließung des Vertragspartners des Auftraggebers, um dessen Bereitschaft zum Abschluss des beabsichtigten Hauptvertrages zu fördern ( Palandt- Sprau § 652 Rdn. 27).

Nach ihrer Sachverhaltsschilderung hat der Makler weder eine kausale Nachweis- noch Vermittlungstätigkeit erbracht. Denn den Verkauf bzw. Ankauf der Hausanteile soll ja gerade zwischen Ihnen und den restlichen Ihnen bekannten Miteigentümern erfolgen. Eine im Mindestmaß zu fordernde Mitursächlichkeit einer Maklertätigkeit für diesen An-/ Verkauf der Hausanteile ist nicht zu erkennen.

Ich kann Sie also beruhigen, denn Sie und die anderen Miteigentümer sehen sich in diesem Fall keinem Provisionszahlungsanspruch ausgesetzt.


Ich darf Sie abschließend darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es wird ausschließlich das Ziel verfolgt, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen im Rahmen Ihrer Sachverhaltsschilderung kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Sie können sich gern im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir in Verbindung setzen.


mit freundlichen Grüßen




Dirk Dreger
Rechtsanwalt


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70558 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gute Beratung und sehr schnell. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alle Fragen zufriedenstellend beantwortet! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Top! Die Antwort mir sehr weitergeholfen! ...
FRAGESTELLER