Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklercourtage bei Privatverkauf/doppeltem Angebot

18.07.2009 19:41 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind bei unserer Haussuche Mitte März über das Internet auf einen Privatverkauf eines Hauses aufmerksam geworden und haben dann auch privat mit dem Verkäufer Kontakt aufgenommen und von diesem die Anschrift des Objektes bekommen. Wir sind anschliessend auch dort gewesen, allerdings nicht im Objekt.

Auf unserer weiteren Suche hatten wir mit mehreren Maklern Kontakt. Einer hatte uns dann Ende April auch ein Expose zugesendet (per Email), welches obiges Objekt enthielt. Auf einer Besichtigung Anfang Mai eines anderen Objektes sprach uns der Makler auf oben genanntes Objekt an, darauf hin haben wir bereits mündlich mitgeteilt, das wir dieses Objekt bereits aus dem Privatverkauf kennen.

Im Juni haben wir dann das Objekt wieder privat besichtigt und möchten es nun kaufen.

Der Makler also im Vekauf nie involviert, ausser das er uns, obwohl wir schon privat mit dem Verkäufer KOntakt hatten, das Expose zugesendet hat.
Wir haben als Beweis die Email korrespondenz mit dem Verkäufer im März.
Kann der Makler in diesem Falle irgendeinen Anspruch geltend machen? Wir haben auch nie etwas unterschrieben für o.a. Objekt.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Online Anfrage!

Zunächst mache ich darauf aufmerksam, dass dieses Forum weder eine besonders ausführliche noch eine persönliche Rechtsberatung ersetzen soll. Das Forum ist dafür angedacht, eine erste rechtliche Orientierung zu ermöglichen. Dies voraus geschickt antworte ich weiter wie folgt.

Häufig wird der Maklervertrag zustande kommen, indem der Makler dem Kunden ein Exposé übersendet, welches einen eindeutigen Provisionshinweis enthält, der Kunde dieses zur Kenntnis nimmt und sodann weitere Dienste, wie z. B. die Vereinbarung eines Besichtigungstermins oder Zusendung weiterer Unterlagen in Anspruch nimmt.

Ein Maklervertrag (§ 652 BGB ) kann auch mündlich rechtsverbindlich vereinbart werden. Schriftform ist nicht vorgeschrieben.

Die Nachweistätigkeit des Maklers besteht meist darin, dem Auftraggeber die notwendigen Kenntnisse für den Eintritt in die Verhandlungen über den gewünschten Vertrag zu verschaffen.

Eine bloße Mitursächlichkeit der Maklertätigkeit für den späteren Hauptvertrag (z.B. Kaufvertrag) reicht grundsätzlich aus, um einen Provisionsanspruch begründen zu können.

Dabei muss die Tätigkeit des Maklers nicht die alleinige, wohl aber eine wesentliche Ursache des Hauptvertrages sein. Die Maklertätigkeit ist für das Zustandekommen des Hauptvertrages schon dann mitursächlich, wenn der Interessent nähere Informationen über ein bestimmtes Objekt erhalten hat.

Es liegt jedoch keine provisionsbegründende Kausalität zwischen Maklertätigkeit und Hauptvertragsabschluss vor, wenn dem Interessenten die Hauptvertragsgelegenheit bereits konkret bekannt war.

Eine den Provisionsanspruch ausschließende Vorkenntnis wird dann anzunehmen sein, wenn Sie alle, einem vollständigen Nachweis entsprechenden Umstände des Kaufvertrages kannten, bevor Sie das Exposé erhielten.

Anders liegen die Dinge, wenn Sie vom Makler für den späteren Vertragsschluss wesentliche Zusatzinformationen erhalten haben.

Auch wenn Sie als Kaufinteressent grundsätzlich nicht verpflichtet sind, den Makler darauf hinzuweisen, dass Sie das Projekt und den Verkäufer bereits kannten, als das Exposé ausgehändigt wurde, so empfiehlt es sich m. E. aus Gründen der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit den Makler vor Abschluss des Kaufvertrages darauf hinzuweisen, dass Ihnen die wesentlichen Vertragspunkte bereits vor Aushändigung des Exposés bekannt waren, um späteren Streit über die Entstehung eines jedenfalls in Betracht kommenden Porvisionsanspruches im Keim zu ersticken.

Im Streitfall müssten Sie beweisen, dass Ihnen im Rahmen des besagten eMail Verkehrs bereits die wesentlichen - für den späteren Kaufvertragsentschluss maßgebenden Umstände - bekannt waren.

Ich weise darauf hin, dass meine Antwort eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann, zumal durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine andere rechtliche Beurteilung folgen könnte. Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten können Sie selbstverständlich über die kostenfreie Nachfragefunktion bei mir nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 78009 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Antwort hat Klarheit geschaffen, werde das Portal wieder nutzen... ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Mir wurde hier sehr gut weitergeholfen. Kann ich weiterempfehlen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Mir wurde sehr schnell, freundlich, hilfreich und verständlich geantwortet. Auch auf die Nachfrage wurde sehr gut eingegangen. Dafür vielen Dank! ...
FRAGESTELLER