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Maklercourtage bei Exklusivvertrag zu zahlen?


27.07.2005 13:06 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben einen Exklusivvertrag mit einem Makler geschlossen. Wir haben ihn bei dem ersten Gespräch informiert, dass wir schon einen Interessenten für wie Wohnung für 60.000 Euro hätten. Daraufhin taxierte er die Wohnung auf 120.000 Euro und riet uns zu einem Vertrag mit ihm, da er sehr zuversichtlich sei einen Käufer für 120.000 Euro zu finden. Daraufhin unterzeichneten wir den exklusiven Maklervertrag auf ein Jahr.

Zu diesem Kaufpreis fand der Makler innerhalb der ersten drei Monate keinen Käufer. Wie uns ein Gutachten bestätigte war der Kaufpreis von 120.000 natürlich zu hoch und 60.000 angemessen. Daraufhin verkauften wir die Wohnung für 60.000 an den ursprünglichen von uns gelieferten Interessenten.

a.) Der Makler verlangt nun von uns die Provision und erhebt Klage, wie ist die beste Argumentation vor Gericht?

b.) Soll man auf den falsch taxierten Kaufpreis abzielen und somit den Maklervertrag rückwirkend unwirksam erklären, oder reicht es einen Interessenten VOR dem Maklervertrag gehabt zu haben? Hat sich der Makler schadenersatzpflichtig gemacht durch den falsch taxierten Kaufpreis?

c.) Wie ist die Aussicht auf Erfolg für unsere Partei?
27.07.2005 | 13:48

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Grundsätzlich entsteht der Lohnanspruch des Maklers nur, wenn der Verkauf infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Maklers zustande kommt ( § 652 Abs. 1 BGB).

2.Jetzt kommt es darauf an, was genau Sie für einen Vertrag geschlossen haben: es kann sein, dass Sie einen sogenannten „erweitereten“ Vermittlungsvertrag geschlossen haben. Darin ist meist geregelt, dass Sie auch Leute, die direkt auf Sie zukommen, an den Makler verweisen müssen. Denkbare Argumentation des Maklers ist dann, dass dazu auch Interessenten gehören, die vor Abschluß des Vertrags da waren, Sie also diesen an den Makler hätten verweisen müssen.

Diese Argument hält aber meines Erachtens und nach den hier vorgebrachten Tatsachen nicht stand. Der Kaufvertrag ist nicht aufgrund von Maklerleistungen zustande gekommen, sondern aufgrund Ihrer eigenen Leistung! Da der Interessent bereits vor Abschluß des Maklervertrags bekannt war, greift auch nicht eine Erweiterungsregelung – falls eine solche überhaupt getroffen wurde. Somit hat der Makler keinen Anspruch auf eine Provision.

3.Wenn der Lohnanspruch nicht entstanden ist, ist es nicht nötig, sich auf die Unwirksamkeit des Vertrages zu berufen. Aber es ist sicherlich eine weitere gute Argumentationsschiene für einen Prozeß. Denkbar wäre z.B. Die Anfechtung des Vertrags wegen Täuschung des Maklers über die Höhe des Kaufpreises. Man könnte argumentieren, dass der Makler wußte oder hätte wissen müssen, dass der Preis völlig überteuert war und er aber darauf abzielte, dass Sie den Vertrag abschließen, wenn Sie ihm glauben, dass er den höheren Kaufpreis erzielen wird (§ 123 BGB).

4.Nach den wenigen Informationen haben Sie gute Aussichten, die Klage zu gewinnen. Eine bestimmte Aussage kann ich aber aufgrund der wenigen Angaben und für diesen Preis nicht machen. Gerne prüfe ich die Erfolgsaussichten für Sie außerhalb dieses Forums für Sie, wenn Sie das wünschen.

5. Ob sich der Makler schadensersatzpflichtig gemacht hat, bedarf mehr Informationen, als hier vorliegen. Denkbar ist es!

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort vorerst weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

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