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Maklercourtage Einfamilienhaus

11.04.2019 09:28 |
Preis: 48,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


14:20
Guten Tag!

Meine Frau entdeckte bei Immobilienscout24 eine Anzeige für ein Einfamilienhaus und kontaktierte den Makler.

Am 18.02.2019 verschickte der Makler zwei Mails, die ausschließlich an meine Frau adressiert waren.

Mail 1 lautete wie folgt:

"Sehr geehrte Frau [xxx],

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der angebotenen Immobilie [xxx].

EFH mit 2 Wohneinheiten und Dachterrasse in [xxx]
Anzahl Zimmer: [xxx ]
Fläche: [xxx]
Aussencourtage: 5,95 inkl. MwSt. verdient und fällig bei Kaufvertragsabschluss
Preis: [xxx]

HINWEIS: Bei dem oben genannten Objekt in [hier taucht Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort des Objektes auf], handelt es sich um ein provisionspflichtiges Objekt, d.h. bei einem Kaufvertragsabschluss fällt eine Maklercourtage in Höhe von 5,95% inkl. MwSt. für Sie an.

Das komplette Exposé erhalten Sie unter folgendem Link:
Weiter zum Download [hier taucht der Link auf, der mittlerweile nicht mehr funktioniert]

Mit Klick auf den Link öffnen sich unsere AGBs, ein Dokument zum Widerruf, der Provisionshinweis sowie ein Hinweis zum Geldwäschegesetz. Nachdem Sie die oben genannten Punkte bestätigt haben, steht Ihnen das Exposé zum Download zur Verfügung.

Wie mit Ihnen soeben telefonisch besprochen, wird Sie Ihr Ansprechpartner Herr [xxx] in Kürze telefonisch kontaktieren.

Falls die Immobilie Ihren Vorstellungen nicht entspricht, suchen wir gerne weiter nach einer passenden Immobilie für Sie. Damit wir die ideale Immobilie für Sie finden können, bitten wir Sie, Ihre übermittelten Kontaktdaten zu überprüfen und ggf. zu ergänzen.

Bitte klicken Sie hier zum Ausfüllen des zugehörigen Formulars.

Vielen Dank.

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen [xxx]"

Mail 2 lautete wie folgt:

"Sehr geehrte Frau [xxx],

Sie haben am 18. Februar 2019 Interesse an dem folgenden Objekt [xxx] bekundet:

EFH mit 2 Wohneinheiten und Dachterrasse in [hier folgt Postleitzahl und Ortsangabe, allerdings ohne Straße und Hausnummer].

Provision: 5,95 inkl. MwSt. verdient und fällig bei Kaufvertragsabschluss

Widerrufsbelehrung

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.

Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses.

Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns, [hier folgt: Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer, Telefaxnummer und Mailadresse - jedoch fehlt der Name der Maklerfirma], mittels einer eindeutigen Erklärungen (z.B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular* versenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

Folgen des Widerrufs
Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.

Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistung während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.

Als Musterwiderruf können Sie den Text aus dem Anhang "musterwiderruf.html" verwenden
Die bestätigte Datenschutzerklärung finden Sie im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen [xxx]"

Die Erstbesichtigung fand am 22.02.2019 statt, in Anwesenheit des Maklers. Die Eigentümer trafen wir erstmals in den Geschäftsräumen des Maklers am 05.03.2019. Die zweite Besichtigung fand am 22.03.2019 statt, wiederum in Anwesenheit des Maklers. Der notarielle Kaufvertrag wurde am 09.04.2019 geschlossen, meine Frau und ich sind Eigentümer zu gleichen Teilen. Die Rechnung des Maklers erhielt meine Frau per Mail am gleichen Tag, ausgestellt auf uns beide (wobei unser Nachname falsch geschrieben steht).

Fragen:

1. Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass der Makler die Wiederrufsbelehrung ausschließlich an meine Frau verschickt hat? Ist zwischen dem Makler und mir ein Maklervertrag zustande gekommen? Falls nein, welche Auswirkung hat dies auf den Provisionsanspruch des Maklers der Höhe nach - gegenüber meiner Frau, mir oder beiden von uns?

2. Sind die Formulierungen "Aussencourtage: 5,95 inkl. MwSt. verdient und fällig bei Kaufvertragsabschluss" bzw. "bei einem Kaufvertragsabschluss fällt eine Maklercourtage in Höhe von 5,95% inkl. MwSt. für Sie an" hinreichend bestimmt (5,95 (%) von was eigentlich)? Sind die Formulierungen angreifbar? Im Exposé taucht übrigens noch "Courtage: 5,95 inkl. MwSt." auf.

3. Entspricht die Widerrufsbelehrung der gesetzlichen Vorgabe? Wie ist der Umstand zu bewerten, dass der Name der Maklerfirma hier nicht auftaucht? Was ist, wenn der Makler an anderer Stelle korrekt belehrt hat, z.B. bei Immoscout24 oder im Rahmen der von meiner Frau „bestätigten" Dokumente?

4. Kurzum: Sehen Sie eine Möglichkeit, die Forderung des Maklers zurückzuweisen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
11.04.2019 | 10:28

Antwort

von


(2225)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: http://www.anwalt-prime.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

die Verpflichtung zur Zahlung einer Maklerprovision im Zusammenhang mit dem Kauf eines Grundstückes zählt nicht zu den Geschäften zur Deckung des Lebensbedarfs nach § 1357 BGB (OLG Oldenburg, Urteil vom 16.06.2010 – 5 U 138/09).

Das bedeutet, dass die Maklerin von Ihnen die Forderung nicht verlangen kann, nur gegenüber Ihrer Frau.
Diese haftet allerdings in voller Höhe. Zwar ist hier nicht benannt, aus welcher Summe sich die Provision ergeben soll, allerdings ist es allgemein üblich, dass der Kaufpreis gemeint ist. Eine andere Auffassung würde ich nur mit einer Rechtsschutzversicherung vorbringen. Die weiteren Formulierungen halte ich für nicht irreführend.

Die Widerrufsbelehrung krankt nicht an dem Mangel der fehlenden Firma, da dies eindeutig der Vertragspartner ist. Auch sind die anderen Formulierungen nicht zu beanstanden:

Sollte die Provision, was üblich wäre, zudem noch einmal im Kaufvertrag auftauchen, wäre ein Widerruf nicht mehr möglich.

Angreifbar würde es nur mit einer Rechtsschutzversicherung vertretbar sein, darauf stützend, dass nicht eindeutig ist, auf was sich die 5,95% beziehen und es sollte geprüft werden, ob die Maklerfirma auch stets dieselbe ist, und nicht unterschiedlich firmiert (GmbH oder Einzelfirma).

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei dem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt




Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2019 | 14:09

Sehr geehrte Herr Dr. Hoffmeyer,

vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Ist die Maklerprovision eventuell wegen Ihrer Höhe angreifbar? Die verlangten 5,95 % übersteigen den in unserem Bundesland ortsüblichen Wert von 3,57 % dorch recht deutlich.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2019 | 14:20

Sehr geehrter Fragesteller,

folgende Punkte ließen den Anspruch ebenso noch entfallen (obgleich ich derzeit dafür keine Anhaltspunkte habe):

Wenn der Makler selbst Eigentümer, Mieter, Vermieter oder Verwalter des vermittelten Objektes ist. Selbst wenn er seinen Gehilfen mit der Verwaltung beauftragt hat.

Wenn zwischen Makler und Vermieter wirtschaftliche oder rechtliche Verflechtungen bestehen (Ein Mehr als nur der Maklervertrag).

Wenn Makler und Immobilieneigentümer durch ein verwandtschaftliches Verhältnis in Verbindung stehen.

Hinsichtlich der Höhe der Provision ist diese mit 5,95% nicht zu beanstanden, auch wenn es in einigen Bundesländern die Höchstgrenze darstellt. Auf die Üblichkeit kommt es hierbei nicht an.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(2225)

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