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Maklerbeauftragung durch Hausverwaltung

01.04.2008 14:19 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Ich habe mit meiner Freundin zum Februar 08 eine Mietwohnung bezogen die durch einen Makler vermittelt worden ist.
Der Mietvertrag wurde dann direkt im Büro der Hausverwaltung durch die Hausverwaltung an uns übergeben, wo wir dann auch festgestellt haben, dass der Makler von der Hausverwaltung beauftragt worden ist.
Bei der Hausverwaltung handelt es sich ebenfall um einen Makler sowie um eine Imobilienverwaltung.
Bei der Wohnungsübergabe haben wir dann den Vertrag von uns unterschrieben an die Hausverwaltung wieder ausgehändigt und dem anwesenden Makler die Cortage in bar ausgezahlt.
Nun war auch noch ein weiterer Dritter anwesend, nämlich der eigentliche Eigentümer der Wohnung.
Eigentümer der Wohnung ist ebenfalls eine Wohnungsgesellschaft.
Zuvor sind wir aber davon ausgegangen, dass der Eigentümer die Hausverwaltung selbst ist. Fälschlicherweise muss man dazu sagen, da im Vertrag der Wohnungsgesellschaft genannt war, die Hausverwaltung dagegen nur als sein Vetreter.

Durch diese Konstellation sind uns jetzt aber im Nachhinein Zweifel gekommen, ob die Zahlung der Maklerprovision von uns überhaupt zu leisten war.

Meine Frage ist nun in erster Linie,
ob die Hausverwaltung überhaupt noch einen Makler beauftragen durfte, wo sie doch schon als Dritter u. m E. somit auch als Vermittler der Wohnung zwischen uns u. dem Eigentümer fungierte (bei der Hausverwaltung handelt es sich ja auch um ein Maklerbüro)
und/oder
ob eine "wirtschaftliche Verbandelung" zwischen Makler und Hausverwaltung vermutet werden kann (kann diese überhaupt nachgewiesen werden?) und die Maklerprovision somit zu Unrecht erhoben wurde.

An wen muss ich mich mit meinem Anliegen dann richten: An den Makler oder die Hausverwaltung?

Wir sind mit unseren Zweifeln an die Hausverwaltung herangetreten, haben aber einen sehr unbefriedigende Anwort erhalten, mit der Aussage, es sei alles rechtens verlaufen aber ohne die dazugehörigen Ausführungen.
Dazu wurde uns vorgeworfen, warum wir den Mietvertrag unter den geschilderten Bedingungen überhaupt abgeschlossen haben.
Kann dies für uns tatsächlich ein Nachteil sein?
Die Zweifel sind uns ja nicht beim Vertragsabschluss sondern erst dachnach gekommen.


Ich bedanke mich schonmal im Voraus für eine rasche und angemessene Antwort.


01.04.2008 | 16:05

Antwort

von


(571)
Gerner Str. 17
80638 München
Tel: 089/30758845
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Rechtsauffassung der Hausverwaltung ist durchaus zutreffend. Denn es bleibt der Hausverwaltung unbenommen, falls sie mit der Vermietung der Wohnung beauftragt war, mit Zustimmung des Eigentümers einen weiteren Makler einzuschalten. Gegen eine „wirtschaftliche Verbandelung“ ist so gesehen nichts einzuwenden. Auch ein Untermaklervertrag ist zulässig, allerdings müssen Sie dann auch nur einmal Provision bezahlen. Inwieweit der Makler noch mit der Hausverwaltung intern abrechnen kann, ist nicht Ihr Problem.

Nach Ihren Angaben ist der Mietvertrag auch unter wirksamer Vermittlung des Maklers zustande gekommen und nicht durch die Vermittlung der Hausverwaltung, die lediglich als Stellvertreter des Eigentümers aufgetreten ist. Somit war die Maklerprovision gemäß 652 Abs. 1 Satz 1 BGB an diesen zu zahlen und nicht an die Hausverwaltung.

Im Übrigen sehe ich hier keine Möglichkeit, den Vertrag deshalb anzufechten, weil Sie ihn eigentlich mit einem anderen Vermieter abschließen wollten. Denn im Zeitpunkt, als Ihnen der Vertrag zur Unterschrift vorgelegt wurde, war dieses Missverständnis ja bereits aufgeklärt.

Ich hoffe, meine Auskünfte helfen Ihnen weiter, auch wenn sie nicht in Ihrem Sinne ausfallen. Bei Unklarheiten nützen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 01.04.2008 | 16:57

Sehr geehrter Herr Geyer,
vielen Dank zunächst einmal für Ihre Antwort.
Es ist also rechtens, dass eine Hausverwaltung die am Ort des Mietobjektes ansässig ist, die Verwaltung des gesamten Mietshauses übernommen und das Objekt somit im eigenen Bestand hat und darüber hinaus selbst Immobilienmakler ist und mit der Vermietung vom Eigentümer beauftragt wird, ihren eigentlichen Verwaltungsaufwand, der mit der Vermittlung des Objektes zusammenhängt, mittels der Beauftragung eines Maklers in Form eine Provison an diesen auf den Mieter abzuwälzen? Es hätte hierzu ja auch, wie von Wohnungsbau- und Hausverwaltungsgesellschaften durchaus üblich, eine Vertragsgebühr durch die Hausverwaltung bei eigener Vermittlung ohne Einschaltung eines Maklers erhoben werden können.
Schwer nachvollziehbar, dass die Praxis der Hausverwaltung im Sinne der Rechtssprechung ist.
Genauso dass eine wirtschaftlichen Verbandlung nicht vorliegt, denn es ist doch zu vermuten, dass die Hausverwaltung (diese hat ja noch wesentlich mehr Objekte in Hamburg) generell den bestimmten Makler einschaltet (um augenscheinlich Kosten zu sparen). Eine derartige Verflächtung zweier Unternehmen, die ja auch zudem beide in der gleichen Branche tätig sind, kann m E. vom Gesetzgeber so nicht gewollt sein.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.04.2008 | 17:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

doch, das Vorgehen der Hausverwaltung ist rechtmäßig. Nach Ihren Angaben war es ja auch so, dass die Vermittlungsleistung tatsächlich durch den Makler erbracht wurde und nicht durch die Hausverwaltung. Nur weil die Hausverwaltung in der selben Branche tätig ist, bedeutet dies nicht, dass sie auch für die Vermittlung zuständig sein muss. Die Provision wird auch nicht auf Sie abgewälzt und es fallen Ihnen auch keine zusätzlichen Kosten an, denn wenn die Hausverwaltung das Zustandekommen des Vertrages vermittelt hätte, könnte diese anstelle des Maklers die volle Provision nach § 652 BGB verlangen. Richtig ist zwar, dass Hausverwaltungen häufig nur eine Vertragsgebühr verlangen, die niedriger ist als der übliche Mäklerlohn, ohne eine entsprechende Vereinbarung kann aber der gesetzliche Rahmen ausgeschöpft werden, vgl. § 653 BGB, also in der Regel bis zu drei Monatsmieten für die Vermittlung verlangt werden. Mit einer vom Gesetzgeber nicht gewollten Verflechtung zweier Unternehmen hat Ihr Fall nichts zu tun.

Ich hoffe, meine ergänzenden Ausführungen haben Ihnen die rechtliche Situation verständlicher gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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