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Makleranspruch auf Provision oder Schadenersatz bei Direktverkauf


15.03.2006 22:13 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe am 24.11.2005 einem Makler einen Alleinauftrag für ein halbes Jahr zum Verkauf eines Wohnhauses erteilt. Am 29.12.2005 schloss ich einen Kaufvertrag mit einem Interessenten ab, der nicht vom Makler vermittelt war und auch zu keiner Zeit mit dem Makler Kontakt hatte.Den Makler informierte ich vorzeitig über den Kaufvertragsabschluss. Er bestätigete mir auch,dass er keinen potentiellen Kaufinteressenten nachweisen kann. Er stellte daraufhin die Vermittlungstätigkeit ein.
Laut Alleinauftrag war ich verpflichtet, mich nicht selbst um einen Vertragsabschluss zu bemühen oder Dritte hierbei einzuschalten.Bei Verletzung dieser Vereinbarung ist die Zahlung eines Schadenersatzes verpflichtend. Im Vertrag steht aber auch folgender Passus: Auftraggeber erklärt, dass ihm Interessenten bekannt sind, die sich aufgrund vorangegangener Anzeigenschaltung bei ihm gemeldet haben. Sollte ein Kaufvertragsabschluss zustande kommen, wird das Maklerbüro keine Courtage verlangen.
Ausschließlich vor Abschluss des Alleinauftrages bemühte ich mich durch Anzeigenwerbung um den Verkauf. Das Objekt war in Käuferkreisen inzwischen allgemein bekannt geworden.
Meine Fragen:
Ist in diesem Fall Schadenersatz zu zahlen? Wie hoch ist er anzusetzen?
Hat der Makler gegebenenfalls seinen Aufwand nachzuweisen?
15.03.2006 | 23:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst muss ich Sie darauf hinweisen, dass ohne genaue Kenntnis des Vertragswortlautes, eine abschließende Beurteilung nicht möglich ist.

Geht man aufgrund Ihrer Schilderungen von einem sog. Alleinauftrag aus, so besteht eine stärkere Bindung des Auftraggebers an den Makler. Diese stärkeren Bindungspflichten werden, wie in Ihrem Fall, vertraglich vereinbart und bedürfen der genauen Auslegung.

Haben Sie sich also dazu vertraglich verpflichtet, sich nicht selbst um einen Vertragsabschluss zu bemühen, so bedeutet dies ein Verbot von Eigengeschäften oder Direktabschlüssen ( BGH NJW 61, 307). Bei einer solchen Klausel handelt es sich um einen qualifizierten Alleinauftrag. Dies also insoweit zu dieser Klausel.

Diese steht aber auch nicht im Widerspruch zum obigen Passus (s. Frage). Denn diese Klausel schränkt Ihre Bindung an den Maklervertrag ein, indem dem Makler kein Provisionsanspruch erwächst, wenn Sie bereits vor Abschluss eines Maklervertrages eine Anzeige geschaltet haben und ein Käuferkontakt zu einem Vertragsabschluss führt. In einem solchen Fall kann der Makler daher seine Provison als entgangene Verdienstmöglichkeit (Schadensersatz)nicht geltend machen. Zumal er auch in diesem Fall auf die Provison vertraglich verzichtet hat.

Aufgrund des mitgeteilten Sachverhalts hätte der Makler daher keinen Anspruch auf Schadensersatz.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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