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Makleralleinauftrag während Vertragslaufzeit kündigen

04.08.2014 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Guten Tag,

mit Laufzeitbeginn zum 15.04.2014 wurde ein Alleinauftrag bis zum 31.12.2014 für eine ETW erteilt.
Ab Laufzeitbeginn wurde das Objekt aktiv beworben und angeboten.

Vor 8 Wochen meldete sich ein Interessent, welcher die ETW besichtigen wollte. Der Verkäufer zog die Terminvergabe jedoch so lange hinaus, dass die Interessenten absprangen.
Nach Mitteilung an den Verkäufer, dass sich das Verkaufsobjekt für diese Interessenten wegen eines nicht zustande kommenden Termins erledigt habe, teilte dieser mit, dass er sich entschieden habe, das Objekt wegen anfallender Vorfälligkeitszinsen und Spekulationssteuer nicht mehr zu verkaufen, weigert sich aber trotz mehrfacher Bitte, dies schriftlich mitzuteilen.

Auf die Frage hin, was hinsichtlich der entstandenen Kosten geschehe, teilte der Verkäufer per eMail mit, er würde die Entscheidung uns überlassen und akzeptiere diese, egal in welche Richtung sie ginge.
Als Aufwandsentschädigung wurden dem Verkäufer nun pauschal € 450,-- inkl. Steuer in Rechnung gestellt, dieser weigert sich nun jedoch diese Kosten zu übernehmen und droht mit Anwalt, da er "ohnehin rechtsschutzversichert sei".

Wie sieht die Rechtslage in diesem Fall aus? Besteht überhaupt die Chance, vom Verkäufer etwas zu bekommen?

Vielen Dank und beste Grüße.

Einsatz editiert am 04.08.2014 10:23:19

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Ein Anspruch auf die Erstattung sämtlicher für den konkreten Auftrag aufgewendeten Kosten besteht zunächst immer dann, wenn dies zwischen Makler und Kunden vertraglich vereinbart wurde. So regelt § 652 Absatz 2 BGB: "Aufwendungen sind dem Mäkler nur zu ersetzen, wenn es vereinbart ist. Dies gilt auch dann, wenn ein Vertrag nicht zustande kommt".

Wenn Sie also im Rahmen des Alleinauftrags eine entsprechende Kostenerstattung mit dem Kunden vereinbart haben, können Sie die konkret entstandenen Kosten auch in Rechnung stellen.

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich jedoch eher davon aus, dass eine ursprüngliche vertragliche Grundlage fehlt.

Fraglich ist nun, ob eine gesonderte Vereinbarung über die Kostenerstattung dadurch zustande gekommen ist, dass der Kunde auf Ihre Frage nach den Kosten mitgeteilt hat, er akzeptiere Ihre Entscheidung über die Kosten, egal in welche Richtung sie ginge.

Diese Erklärung dürfte so auszulegen sein, dass der Kunde sich damit einverstanden erklärt hat, Ihre Kosten zu ersetzen, sollten Sie sich grundsätzlich für die Geltendmachung der Kosten entscheiden.

Sie haben nun eine Pauschale in Rechnung gestellt; dies dürfte aber von der nachträglich getroffenen Vereinbarung nicht mehr gedeckt sein. Die Erklärung des Kunden dürfte gemäß des Grundsatzes von Treu und Glauben, § 242 BGB, dahingehend auszulegen sein, dass er nur die tatsächlich konkret aufgewendeten Kosten ersetzen will.

Zulässig wäre es daher, dem Kunden die tatsächlich angefallenen Kosten in Rechnung zu stellen ( z.B. die Kosten für Inserate, für eine Exposéerstellung & Versand, für die Anfertigung von Kopien sowie für die Wahrnehmung von Besichtigungsterminen). Diese Kosten müssen im Streitfall auch nachgewiesen werden können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

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