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Makler wurde ohne Auftrag tätig

| 25.05.2020 18:22 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Ich wurde als Maklerin beauftragt, ein Grundstück zu verkaufen. Nun stellte sich überraschender Weise heraus, dass einer der vor mir eingeladenen Makler zwecks Bewertung, das Grundstück, obwohl es dafür seitens der Verkäufer ausdrücklich keinen Auftrag gab, im Internet und in seiner Kundenkartei angeboten hat. Nachdem er ertappt wurde, hat er das Inserat sofort aus dem Internet genommen und uns die Liste der Personen für die er Kundenschutz wünscht übersandt.
Die Frage lautet daher, kann er überhaupt auf einen Kundenschutz bestehen? Und wenn ja, wie lange wären wir daran gebunden?
Vielen Dank für Ihre Antwort!
MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Um vom Gegenüber ein gewisses Verhalten oder Unterlassen fordern zu können, braucht die fordernder Partei eine Anspruchsgrundlage. Diese ist mangels Auftrag bei Ihnen nicht ersichtlich. Eine gesetzliche Grundlage für die Einforderung des Kundenschutzes gibt es nicht.

Insofern wäre die Einräumung eines Kundenschutzes ( sowie auch der zeitliche Rahmen hierfür) auf bloßer Kulanz Ihrerseits basierend möglich. Der Gegner ist hierfür auf ihr Mitwirkung und Ihren "Good will" angewiesen, denn eine Grundlage auf die seinen Anspruch stützen kann ist gänzlich ohne Auftrag nicht ersichtlich.

Da es keine Grundlage für den Anspruch des Maklers auf Kundenschutz gibt, ist auch die Dauer ungeklärt. Auch diese wäre, so Sie dies wünschen mit Ihnen zu vereinbaren.

Ohne Ihr Entgegenkommen hat der Maklerkollege ein Problem, denn er kann keinerlei Provision oder Kundenschutz verlangen. Dies wäre allenfalls in Fällen denkbar , wo beide Makler einen Auftrag besitzen und dem gleichen Dachverband angehören. Hierfür habe ich keinerlei Anhaltspunkte.

Im Gegenteil, die können den Kollegen abmahnen und zur Unterlassung auffordern, denn sein handeln ist wettbewerbswidrig. Denn der unbeauftragte Makler täuscht seine Handlunsgfähigkeit nur vor, er kann im Gegensatz zu dem was er vortäuscht, die Immobilie nicht präsentieren, keine Besichtigungstermine vereinbaren, nicht mit den Parteien verhandeln., Er hat die Immobilie ja gar nicht in seinem Bestand. Daher haben Sie gegen den Kollegen einen Anspruch auf Unterlassung seines wettbewerbswidrigen Verhaltens, er hat aber keinen Kundenschutz- oder gar Provisionsanspruch gegen Sie.

Fazit: Die Frage lautet daher, kann er überhaupt auf einen Kundenschutz bestehen?

Nein, dies kann er nicht , er hat keinerlei vertragliche oder gesetzliche Grundlage, einen Kundenschutz von Ihnen zu fordern.

Und wenn ja, wie lange wären wir daran gebunden?

Auch eine etwaige Dauer hängt von Ihrem guten Willen ab.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.06.2020 | 10:19

Sehr geehrte Frau Prochnow,

in dieser Sache ist bekannt geworden, dass der Makler eine Besichtigung mit einem Kunden vorgenommen hat und dieses dem Verkäufer vorher mitgeteilt hat, der damit einverstanden war. Damit ist ein Maklervertrag offenbar, wenn auch ungewollt, zustande gekommen. Nun stellt sich uns die Frage, ob der Makler den Verkäufer von seinem Widerrufsrecht in Kenntnis hätte setzen müssen, damit überhaupt ein Vertrag hätte zustande kommen können?! (Denn Makler und Verkäufer haben sich außerhalb der Geschäftsräume getroffen.)
Und könnte man den Makler in der Konsequenz von seinem Provisionsanspruch entbinden?

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.06.2020 | 10:44

Liebe Fragestellerin,

dies ist ein neuer Sachverhalt und somit eine neue Frage. Denn die betrifft nicht mehr Ihr Verhältnis zum Makler, sondern das Verhältnis zwischen dem Makler und dem Kunden.

Bitte erlauben sie den Hinweis, dass die kostenlose Nachfragefunktion ausschließlich der Klärung von Verständnisfragen und Unklarheiten dient, keineswegs dürfen hierüber kostenfrei weitere Beratungen generiert werden.

Haben Sie daher bitte Verständnis, dass ich nur aus Kulanz und nur ganz kurz auf diesen neuen Sachverhalt eingehe.

Wurde der Maklervertrag außerhalb der Geschäftsräume geschlossen, kann ein Widerrufsrecht bestehen, z.B. beim Fernabsatzvertrag oder Haustürgeschäft. Hierüber hat der Makler zu belehren unterläßt er dies, so beginnt für den Kunden die Widerrufsfrist nicht zu laufen, er kann also immer noch widerrufen., mit der Folge dass der Vertrag rückwirkend entfällt und die gegenseitig gewährten Leistungen ( falls geflossen) zurückzugewähren sind.
Zudem hat der BGH entschieden (BGH-Urteile vom 7. Juli 2016 - I ZR 30/15 und I ZR 68/15), dass einem Makler der nicht über das Widerrufsrecht belehrt kein Wertersatz für seine Leistung zusteht.

Der Makler geht bei fehlender Widerrufsbelehrung also leer aus, denn er hat weder Anspruch auf Zahlung seiner Leistung noch auf Wertersatz oder sonstige Zahlung. Der Kunde muss den Vertrag nur widerrufen, dann ist er zur Zahlung nicht verpflichtet, denn der Makler steht dann ohne Auftrag dar.

Folge wäre, dass ich den Kollegen aufgrund des rückwirkend weggefallenen Vertrages ( er scheint ja einige Zeit bestanden zu haben, so dass es am Wissen zum rechtswidrigen Verhaltens fehlt) nicht abmahnen würde, aber einen Anspruch auf Provisionszahlung oder Kundenschutz durch Sie hat er nach Widerruf gerade nicht.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 28.05.2020 | 09:07

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