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Makler vermittelt Grundstück ohne Einsicht im Katasteramt

| 1. Juli 2021 08:29 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


11:35

Ich habe 2014 ein Haus mit Grundstück in Sachsen erworben. Der Kauf wurde über eine Maklerin der Sparkasse durchgeführt. Außer dem Übergabeprotokoll und der Rechnung wurden mir keine Unterlagen ausgehändigt. Vor drei Wochen entdeckte mein Nachbar, aufgrund umfangreicher Umbaumaßnahmen des Energieanbieters, dass die Grundstücksgrenze zwischen seinem und meinem Grundstück anders verlaufen, als durch die Grenzbebauung (Zäun) ersichtlich ist. Mein Haus steht sogar wenige Zentimeter auf seinem Grundstück. Mein Nachbar fordert jetzt einen Anpassung, zu der im Katasteramt eingetragenen Größe. Einen Rückbau fordert er nicht. Ich habe mich auf die Maklerin verlassen, dass die Grundstücksgrenzen so sind, wie optisch begrenzt. Die Korrektur würde auf 50 m Länge von 0 zu 1,0 m schräg verlaufen (ca. 25qm). Die optische Grenze wurde aus Unwissenheit von meinem Nachbarn selbst vor 40 Jahren so festgelegt.

Was kann ich tun, welchen Vorschlag kann ich machen?
Welche Ansprüche habe ich gegenüber der Maklerfirma, die offensichtlich keine Übeprüfung der Richtigkeit vorgenommen hat. Das Objekt wäre ja so nicht verkaufsfähig gewesen.

1. Juli 2021 | 09:03

Antwort

von


(2584)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

zur Haftung eines Maklers zunächst einmal:

https://rabohledotcom.wordpress.com/2017/08/03/arglistige-taeuschung-wann-haftet-ein-immobilenmakler/

Die Maklerin war auch nach der Entscheidung des OLG München vom 19.11.2014, Az.: 20 U 2215/14 nicht verpflichtet, die Angaben des Verkäufers oder Unterlagen zu überprüfen

Selbst wenn, wie bei Ihnen das gekaufte Objekt Mängel hat, haftet die Maklerin nur dann, wenn sie von diesen Mängeln wusste oder jedenfalls annehmen musste, dass die Angaben des Verkäufers nicht in Ordnung sind. Dafür tragen Sie die Beweislast.

Und nur das Unterlassen der Einsicht in die Unterlagen wird dann dazu nicht reichen, um so einen Beweis der Kenntnis, bzw. des Kennenmüssens zu erbringen.

Aber selbst wenn ein Verstoß der Maklerin vorliegen sollte, ist aber immer ein Mitverschulden von Ihnen zu prüfen.

Dazu auch
https://rabohledotcom.wordpress.com/2020/11/30/maklerhaftung-und-mitverschulden/

und das dort aufgeführte Urteil des OLG vom 24.09.2020, Az.: 18 U 18/19.

Und hier wird man ein Mitverschulden dann annehmen können, wenn Sie selbst vor Vertragsunterzeichnung keine Einsicht in die Unterlagen genommen haben.

Und das wird man sicherlich als grobes Mitverschulden werten müssen.

Daher sehe ich die Möglichkeiten, gegen die Maklerin vorzugehen, eher nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 1. Juli 2021 | 11:15

Danke für die Information !
Was ich nicht verstehe ist, hat ein Makler nicht dafür zu sorgen, dass alle Informationen zu einem Grundstück/Haus offengelegt werden. Belastung durch Dritte usw. Wenn ein Makler, der mit dem Kauf/Verkauf eines Hauses/Grundstückes keinerlei Verantwortung gegenüber dem Käufer/Verkäufer hat, der sich in diesem Umfeld nicht auskennt und dadurch erst einen Lehrgang besuchen muss, für was ist ein Makler dann gut, der immerhin 7,14% Provision kassiert hat. Den Mandanten blind ins Unglück laufen zu lassen, das kann nicht der ursächlich Zweck einer solchen Begleitung sein. Da bin ich jetzt etwas emotional, sorry !
mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 1. Juli 2021 | 11:35

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Makler ist nicht der Veräußerer. Das dürfen Sie nicht verwechseln.

Der Makler muss nur die ihm bekannten Umstände weitergeben. Ob es dabei zu einer Prüfungspflicht kommt, habe ich ja bereits ausgeführt.

Hier müssen Sie bedenken, dass die Anlage seit mehr als 40 Jahren bestand.

Da Sie offenbar keine Bedenken oder Anhaltspunkte hatten, stellt sich natürlich die Frage, warum die Maklerin dann Bedenken haben sollte. Nur dann hätte diese aber eine Prüfungspflicht gehabt.

Sie haben natürlich Recht, dass es nicht angehen kann, wenn man den Käuer blind ins Unglück laufen lässt. Das würde aber eben voraussetzen, dass die Maklerin Kenntnis hat.

Selbst wenn Sie aber eine Pflichtverletzung der Maklerin sehen, bleibt es immer noch bei Ihrem Mitverschulden. Denn bedenken Sie, dass auch Sie als Käufer natürlich gewisse Nachforschungspflichten haben.

Als Beispiel möchte ich aufführen:

Wenn sie ein Auto kaufen, können Sie hinterher auch nicht einwenden, der Verkäufer hat Ihnen aber verschwiegen, dass die gesamte linke Seite komplett verbeult ist, wenn sie diese gar nicht angesehen haben, sondern nur die rechte Seite.

Ich hoffe, dass ich die Problematik verdeutlichen konnte.

Sie können natürlich versuchen, mit der Maklerin eine Einigung heribeizuführen. Allerdings werden Sie im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung sehr schlechte Karten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 1. Juli 2021 | 11:39

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 1. Juli 2021
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