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Makler trickst beim vermitteln von Immobilie -Courtage trotzdem fällig?

26.02.2018 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Zusammenfassung: Ein Makler hat nur dann Anspruch auf seine Provision wenn er einen ursächlichen Beitrag zum Vertragsschluss leistet. Am Ursachenzusammenhang nach § 652 BGb fehlt es , wenn er versucht, den Vertragsschluss zu verhindern.

Über einen Anzeige im Internet haben wir eine interessante Immobilie entdeckt und wollten einen Besichtigungstermin vereinbaren. Über dieses Portal haben wir ein Expose erhalten (Inhalt 1 zu 1 wie die Anzeige im Internet, keine Adresse, nichts). Telefonisch bekamen wir drei Wochen lang eine Ausrede nach der anderen, wieso es keinen Termin geben kann (Urlaub, Eigentümer antwortet nicht...). Im letzten Telefonat erklärte der Makler, dass das Haus quasi verkauft sei. Da das ganze uns sehr seltsam vorkam, haben wir den Eigentümer ausfindig gemacht und uns hier kurz vergewissert, ob die Aussagen des Makler korrekt sind. Der Eigentümer war schockiert, denn er war die ganze Zeit zu Hause. Er erzählte uns dann, dass es kaum Interessenten gab und schlussendlich nur ein Maklerpärchen (scheinbar Freunde vom Makler) in Frage kamen, welche einen deutlich niedrigeren Preis geboten haben. Der Eigentümer hat uns zu einer Besichtigung eingeladen und wir wurden uns schnell eing. Er möchte das Haus nun an uns verkaufen.

Offensichtlich hat der Makler hier seine Position ausgenutzt und potentielle Käufer ferngehalten um somit das Objekt an Freunde/Bekannte zu vermitteln und nebenbei auch noch den Preis drücken zu können.

Der Makler weiß nun Bescheid und bietet uns seine "Dienstleistungen" an. Eine Verzichtserklärung liegt über das online-Portal angeblich vor. Es wurden uns nun netterweise 3% Skonto angeboten.

Unsere Frage... Müssen wir die 3,57% vom Kaufpreis nun wirklich bezahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich steht einem Makler die Provision zu, wenn er nachweisen kann, dass er einen Beitrag zur Vermittlung des Vertrages geleistet hat. Dies kann zum einen der Nachweis sein, dass ohne seine Leistung dem Vertragspartner die Möglichkeit des Geschäftsabschlusses gar nicht bekannt war oder eben ein Verhandeln mit den Parteien, um den Vertragsabschluss zu fördern ( § 652 BGB )

In ihrem Fall komt das Vermitteln zwischen den Parteien gar nicht in Betracht. Fraglich erscheint hingegen, ob der Makler ihnen die Gelegenheit zum Vertragsabschluss ermöglicht hat. Da sie über eine Immobilienanzeige des Maklers auf das Grundstück aufmerksam geworden sind, könnte dies rein formal zu bejahen sein.

Aber nun ist zu werten, ob der Makler sich an den Maklervertrag, dessen Ziel die Verschaffung der Gelegenheit des Vertragsabschlusses ist, gehalten hat. Meines Erachtens ist dies zu verneinen, denn er hat den vertragszweck geade zu durch sein nicht Tätigwerden wie auch die Falschangaben gefährdet und sogar konkret gegen den Vertragszweck verstoßen. Somit liegt eine Pflichtverletzung nach § 280 BGB i.V.m. mit dem Maklervertrag ( § 652 BGB ) , welcher auch mündlich geschlossen werden kann oder eben konkludent durch Übersendung durch das Übersenden des Exposès, vor. Denn der Makler hat versucht, den Vertragsschluss zu vereiteln. Als Schaden könnte man die Maklerprovision sehen, die ohne Falschangaben des Maklers, wenn dieser den vertragsschluss einfach abgelehnt hätte, nicht zustande gekommen wäre.

Sie sind also von der Forderung des Maklers freizuhalten und müssen diese nicht begleichen.

Gleiches Ergebnis lässt sich ohne den Umweg über das Schadenersatzrecht auch direkt aus § 652 BGB ableiten, denn es wird von der Rechtsprechung ein Ursachenzusammmenhang zwischen Maklertätigkeit und Vertragsschluss verlangt. Dieser liegt aber gerade nicht vor, wenn der Makler den Vertrag zwingend seinen freunden vermitteln möchte und deswegen den Vertragsschluss zwischen ihnen und den Verkäufer vereiteln will. Dann hat der Makler gerade keinen ursächlichen Beitrag für den Vertragsschluss zwischen ihnen und dem Verkäufer geleistet und er kann keine Maklerprovision beanspruchen.

Sie sollten also die Zahlung des Maklers ablehnen und darauf verweisen, dass dieser durch Falschangaben versuchte, den Kontakt zwischen Ihnen und dem Verkäufer zu verhindern um so einen Vertragsschluss zwischen ihnen zu vereiteln. Da er aber gerade nicht für sondern gegen einen Vertragsschluss agierte, hat er keinen Anspruch auf die Maklerprovision.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
( Rechtsanwältin)

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