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Makler reagiert zögerlich, Umgehung rechtens?


05.01.2007 00:45 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Am 2.1. habe ich mit meiner Frau ein Einfamilienhaus besichtigt. Wir haben von einem Makler das Objekt gezeigt bekommen.
Nachdem der Makler jetzt 2 Tage lang (obwohl angeblich Eile geboten war) nicht mehr auf weitere Nachfragen reagiert hat habe ich direkt den Verkäufer kontaktiert.
Dann die Überraschung. Der Makler hatte mein schriftliches Kaufpreisangebot noch nicht weitergeleitet. Der Verkäufer äusserte seinen Unmut darüber da er es tatsächlich eilig hat.
Der Makler hat mir gegenüber sogar "nahezu gelogen" da er behauptet hat der Verkäufer müsse mein Angebot noch durchrechnen. (Obwohl es ihm ja garnicht vorlag).
Jetzt der springende Punkt. Der Makler will uns offensichtlich nicht zusammenbringen (wohl in der Hoffnung auf solventere Käufer).
Wie weit darf der Makler dieses Spielchen treiben ohne seinen Anspruch auf Provision zu verlieren? Schliesslich handelt er extrem gegen die Interessen des Verkäufers da ich mir mit dem Verkäufer über den Preis für das Objekt nun schon direkt einig bin.
Eigentlich sehe ich ja kein Problem darin dass der Makler seine Provision bekommt, aber in diesem Fall bin ich nicht gewillt für diese "Sabotage" auch noch Geld zu zahlen.

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Sehr geehrter Herr,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:
§652 Abs.1 Satz 1 BGB: „ Wer für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages oder für die Vermittlung eines Vertrages einen Maklerlohn verspricht, ist zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Maklers zustande kommt.“
Aus dieser Formulierung ist zu erkennen, dass den Makler grundsätzlich keine Tätigkeitspflicht trifft. Das Maklervertragsrecht wird vielmehr vom Erfolgsprinzip beherrscht. Der Makler verdient den Maklerlohn, (Provision) nur, wenn der Vertrag mit dem Nachgewiesenen Interessenten abgeschlossen wird. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, ob der Verkäufer mit dem Makler einen Alleinvermittlungsauftrag abgeschlossen hat oder, ob er sich vorbehalten hat, das Haus provisionsfrei selbst zu verkaufen. Dies vermag ich aufgrund Ihrer Schilderung nicht zu beurteilen.

Meist wird dabei nämlich vereinbart, dass der
Auftraggeber nicht berechtigt sein soll, das Objekt ohne
Einschaltung des Maklers an eigene Interessenten zu verkaufen und somit unter Umständen der Auftraggeber, also der Verkäufer, eine Geldsumme schuldet.
Hier hat der Makler aber wohl seinen Provisionsanspruch verwirkt, da er den Interessen des Verkäufers in schwerwiegender Weise zuwider gehandelt hat.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: phermes1@gmx.de

Mit besten Grüßen

RA Hermes

Nachfrage vom Fragesteller 05.01.2007 | 06:50

Sie haben recht, der Makler hat einen "Alleinauftrag". Ich habe gestern zunächst mit dem Verkäufer vereinbart, dass wir einfach mal ein paar Tage abwarten ob der Makler mein Kaufpreisangebot auch wirklich an den Verkäufer weiterleitet.
Das Angebot sind immerhin ca. 98,5% vom Preis aus dem Expose, der Makler kann also nicht behaupten mein Angebot wäre nicht ernstzunehmen gewesen.
Für den Verkäufer und mich stellt sich nun die Frage wie lange wir dem Makler an Zeit einräumen müssen bis er tatsächlich seinen Provisionsanspruch verwirkt. Eine Woche, auch wenn es der Verkäufer eilig hat, hat evtl vor einem Gericht noch keine Bewandnis, oder sehen Sie das anders ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.01.2007 | 11:49

Sehr geehrter Herr,
in erster Linie kommt es auf den Wortlaut des Alleinauftrages an.
Die Rechtsprechung nimmt an, dass es an einem Kausalzusammenhang bei einem Zeitabstand von ca. 6-8 Monaten zwischen Maklerleistung und Kaufvertragsabschluss fehlt und somit kein Provisionsanspruch entsteht.
Rechtsprechung zu der Frage, innerhalb welcher Frist, der Makler potentielle Interessenten an den Auftraggeber weiterleiten muss, gibt es m.E. nicht. Eine Woche ist wohl zu kurz. Mein Ratschlag deshalb: Auftraggeber soll den Makler schriftlich auffordern, mizuteilen ob, Interessenten bereits vorhanden sind und auf die besondere Eilbedürftigkeit hinweisen. Danach, falls der Makler Ihren Namen "unterschlägt", macht sich der Makler auf jeden Fall schadenersatzpflichtig.
Mit besten Grüßen
RA Hermes

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