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Makler Vergleichseinigung

| 09.05.2012 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Wir haben zum 1.4.2012 ein Mehrfamilienhaus für 420000 Euro gekauft. Der Erstkontakt fand durch den Makler statt und es wurde auch zusammen besichtigt. Da die finanzierung aber etwas kompliziert war und recht lange gedauert hat lief in der Zeitspanne der Maklervertrag des Verkäufers aus. Der Makler hat uns im Vorfeld doch etwas Stress gemacht mit evtl. anderen Käufern usw. und uns nach ablauf des Vertrags nicht mehr kontaktiert so das wir davon ausgingen das dass Haus verkauft wurde..... 4-6 Wochen später stolperten wir über das privat Inserat der damaligen Verkäufer und haben uns direkt mit ihnen in Verbindung gesetzt und das Haus erworben. Heute erhielt ich den Anruf des Maklers mit der Forderung von 3,5% (15000 Euro) die fällig wären. Ich will den Makler ja nicht übers Ohr hauen und bin zu einer Vergleichszahlung bereit aber die Masse seiner Aufgaben hat und konnte er ja nicht erfüllen und da finde ich es einfach dreist das er keinen mm von seinen Forderungen abweicht (Vergleichszahlung 8000 Euro).

Kann ich irgendwas dagegen unternehmen??? Oder muss ich alles begleichen ? Habe leider keine Rechtsschutzversicherung und muss abwägen ob es sich lohnt die Forderung abzulehnen



Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes beantworte ich die Frage gerne wie folgt:

Beim Maklervertrag nach § 652 BGB entsteht ein Provisionsanspruch, wenn ein Maklervertrag zustande gekommen ist, die Leistung entsprechend dem Vertrag erbracht wurde und aufgrund der Mitwirkung des Maklers der beabsichtigte Vertrag zustande gekommen ist.

Entscheidend ist, daß es einen Zusammenhang zwischen der Maklerleistung und dem Grundstückskauf gibt. Die Tätigkeit des Maklers muß zumindest mit ursächlich für den Abschluß des Kaufvertrages gewesen sein.

Ich gehe davon aus, daß der Makler den Kontakt mit Ihnen nachweisen kann, bzw. eine Vereinbarung mit Ihnen geschlossen wurde. Der Makler ist insofern im Falle eines Rechtsstreits beweispflichtig.

Soweit ich Ihre Schilderung deute, kann man davon ausgehen, daß die Tätigkeit des Maklers – Information über das Objekt, Besichtigung etc. zumindest die Kaufabsicht für dieses konkrete Objekt gefördert hat und sein Tun mitursächlich für den Kauf war.

Wenn Sie nun den Provisionsanspruch des Maklers abwehren wollen, wäre Sie in der Beweispflicht um nachzuweisen, daß die Tätigkeit des Maklers in keiner Weise (!) den konkreten Kauf gefördert hat.
Dies wird Ihnen nach Ihrer Schilderung voraussichtlich nicht gelingen, da der BGH davon ausgeht, daß bei einem Zeitabstand von bis zu einem Jahr zwischen der Maklertätigkeit und dem Kaufabschluß eine Kausalität vermutet wird (so BGH Az.III ZR 379/04).

Mit anderen Worten: Unabhängig davon, daß inzwischen der Vertrag mit dem Verkäufer ausgelaufen ist und Sie die Anzeige später in der Zeitung gesehen haben wird grundsätzlich die (Mit-) Ursächlichkeit der Maklertätigkeit von der Rechtsprechung vermutet.

In einem Rechtsstreit müßten Sie daher das Gegenteil nachweisen, was bei nachweislicher Tätigkeit und Vertragsschluß mit dem Makler aller Voraussicht nach nicht gelingen wird.

In dieser Konstellation können Sie daher versuchen mit dem Makler einen Vergleich herbei zu führen, der dann aber schriftlich abgeschlossen werden sollte und unter Verzicht weiterer Ansprüche des Maklers.

Wenn der Makler jedoch nicht einlenkt muß ich Ihnen von einem Rechtsstreit abraten, da ein hohes Risiko besteht einen Prozeß zu verlieren, wenn der Makler die vorgenannten Umstände nachweisen kann.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung auch über die angegebene E-mail Adresse gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de

Bewertung des Fragestellers 11.05.2012 | 15:05

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