Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Makler - Reservierungsgebühr

19.04.2019 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Am 15. April 2019 haben wir einen Maklervertrag für den Kauf eines Einfamilienhaus
unterzeichnet.
Als Beurkundungstermin wurde der 26./29.04.2019 vorgeschlagen.
Der Makler machte die Kaufpreisabsicherung gegen über Mitbewerbern mit der Zahlung
einer Reservierungsgebühr v. 3.800,--€ = 0,5% einschl. 19% MwSt. von der Maklercourtage
von 39.000,--€ abhängig. Lt. Makler - Aussage kann er uns, den Kaufinteressenten nur in dieser Form gewährleisten dass kein Mitbewerber den Kaufpreis überbietet.
Der Makler hat neben der Unterzeichnung des Maklervertrages uns auch darauf gedrungen gleich den Abbuchungsbeleg über die Reservierungsgebühr mit zu unterzeichnen.
(ohne diesen Beleg könnte er die genannte Absicherung für uns den Käufer nicht vornehmen)!
Die Reservierungsgebühr wird nach Unterzeichnung des Kaufvertrages mit der fälligen Courtage
verrechnet.
Wir haben den Makler aufgefordert dass die Abbuchung erst nach Zusendung des Kaufvertrages
vorgenommen darf. Dies hat er auch am Ende des Vertrages schriftlich bestätigt.
Eine Widerspruchsbelehrung oder ein dementsprechendes Merkblatt wurde uns nicht ausgehändigt.
Nach dem meine Bank nach Prüfung die Finanzierung der Immobilie auf Grund unseres Alters
75/76 - in Frage stellte, haben wir den Maklervertrag gekündigt.
Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass die Reservierungsgebühr auf jeden Fall eingelöst wird.
Können wir dieser Abbuchung widersprechen.
Für Ihren Rat wären wir dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

K u. M

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine solche Reservierungsgebühr, die anfällt, auch wenn es nicht zum Kaufvertragsschluss gekommen ist, ist nur wirksam, wenn sie nicht durch AGB, sondern individualvertraglich vereinbart wurde.

Das heißt: Wenn Sie mit dem Makler die Reservierungsgebühr auf einem vom Makler vorgefertigten Formular vereinbart haben, das der Makler ersichtlich standardmäßig benutzt und mit dem er diese bedingungslos anfallende Reservierungsgebühr standardmäßig vereinbart, hat er keinen Anspruch auf die Gebühr.

Wenn der Makler die Reservierungsgebühr per Lastschrift einzieht, dann würde ich Ihnen empfehlen, die Abbuchung zu widerrufen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Makler sodann auf Sie zukommt und die Gebühr von Ihnen verlangt. Er hat jedoch keinen Anspruch hierauf und würde meiner Einschätzung nach vor Gericht mit einer entsprechenden Zahlungsklage scheitern.

Wenn der Makler Sie zukünftig auffordert, die Gebühr zu zahlen und Sie sich von seinen Mahnungen gestört fühlen bzw. Rechtssicherheit haben möchten, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, den Makler auf Unterlassung in Anspruch zu nehmen bzw. das Nichtbestehen seiner Forderung gerichtlich feststellen zu lassen. Hierfür ist das Hinzuziehen anwaltlicher Hilfe anzuraten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Ersteinschätzung helfen. Wenn Sie in dieser Angelegenheit noch Unterstützung benötigen, kommen Sie gern auf mich zu. Meine Kontaktdaten finden Sie nebenstehend.

Mit freundlichen Grüßen
M. Shoja (Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 19.04.2019 | 23:50

Sehr geehrte Frau Shoja,
die genannte Reservierungsgebühr wurde im Maklervertrag unter der letzten Pos.11- Sonstiges
von der Maklerin handschriftlich der gesamte Text wie oben aufgeführt eingetragen, mit dem Schlusssatz "bei Rücktritt des Käufers von seiner Kaufabsicht wird die Reservierungsgebühr als Aufwandsentschädigung einbehalten."

Mit freundlichen Grüßen

K. u. M

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.04.2019 | 08:04

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

danke für Ihre Nachfrage.

es handelt sich bei der handschriftlichen Eintragung um eine gern genutzte Möglichkeit, um den Schein einer Individualvereinbarung zu erwecken.

Wenn der Makler mit Ihnen die Reservierungsgebühr ausgehandelt hat, d.h. Sie die Möglichkeit hatten, auf deren Vereinbarung Einfluss zu nehmen, so ist es in der Tat eine Individualvereinbarung und dann wäre die Reservierungsgebühr wirksam vereinbart. Wenn der Makler jedoch nur zum Schein einer Individualvereinbarung die Reservierungsgebühr einfach nur handschriftlich eingetragen und diese dabei genauso wie die sonstigen Vertragsbestimmungen einseitig festgesetzt hat, dann handelt es sich dabei um AGB und die Reservierungsgebühr ist nicht wirksam vereinbart worden.

Sie haben im Falle eines Rechtsstreits gute Karten. Denn der Makler ist in Ihrem Fall dafür beweispflichtig, dass die Reservierungsgebühr ausgehandelt wurde und dass er diese nicht einseitig festgesetzt hat. Wenn ihm dieser Beweis nicht gelingt, wird angenommen, dass AGB vorliegen und die Vereinbarung somit unwirksam ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Melden Sie sich gern, wenn Sie weitere Hilfe benötigen.

Mit freundlichen Grüßen
M. Shoja (Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 77087 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Alle Rechtsfragen beleuchtet, danke dafür. Das hilft mir sehr weiter. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Völlig ausreichend .. Danke ...
FRAGESTELLER