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Makler Provision angemessen? Kein Expose!

08.01.2013 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Schönen Guten Abend alle zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe seit meinem Einzug in meine neue Wohnung Probleme mit einer Maklerin. Die Situation stellt sich wie folgt dar:

Es geht um eine 3-Zimmer-Wohnung in Erfurt… Die Maklerin rief mich am 10.10.2012 an und sagte mir, dass Sie eine 3-Zimmer Wohnung für mich hätte. Wir haben uns also am 11.10.2012 zur Besichtigung getroffen. Sie hat mich an der S-Bahn-Station abgeholt und dann zur 300m entfernten Wohnung gebracht.

An der Eingangstür haben dann die Eigentümer des Hauses auf uns gewartet. Diese haben mir dann die Wohnung ausführlich gezeigt und alle Fragen beantwortet die im Raum standen. Die Maklerin hat sich vollkommen zurück gehalten und kein Ton mehr gesagt. Ein schriftliches Expose der Wohnung wurde mir nicht ausgehändigt und da ich telefonisch über die Wohnung informiert wurde, habe ich auch kein Expose im Internet gesehen. Über die Höhe einer möglichen Provision haben wir uns ebenfalls nicht unterhalten. Die Eigentümer wollten noch eine Nacht über Ihre Entscheidung schlafen und die Maklerin sollte zum nächsten Tag alle weiteren Unterlagen (Schufa-Auskunft, Mieterselbstauskunft, Mietvertrag, usw.) besorgen.

Am Freitag habe ich dann mit der Maklerin telefoniert, um den ganzen Vorgang zu beschleunigen. Ich habe der Maklerin dann eine Mieterselbstauskunft inkl. Bürgschaftserklärung, usw. zukommen lassen. Diese Mieterselbstauskunft hatte ich noch von einer anderen Wohnung (Andere Adresse) vorliegen. In der Email ist keine Rede von der eigentlichen Wohnung gewesen. Im Anschluss suchte ich noch das Gespräch mit den Vermietern. Diese wollten mir gerne die Wohnung geben, aber noch die Schufa-Auskunft abwarten.

Am Samstag rief ich dann die Eigentümer nochmals an, um weitere Dinge zu klären. Im Gespräch fand ich heraus, dass die Maklerin nicht mit der Vermittlung der Wohnung beauftragt wurde, sondern dass sich die Frau bei einer Besichtigung als Maklerin vorgestellt hatte und sich mehr oder weniger aufgedrängt habe. Die Eigentümer waren dies bezüglich etwas überrascht, da sie so etwas vorher nicht kannten. Normalerweise vermieten diese Ihre Wohnungen immer direkt an die potenziellen Mieter. Wie auch immer, die Maklerin hatte jedenfalls für Samstags die notwendigen Unterlagen für die Vermietung versprochen – Diese Unterlagen sind bis heute nicht eingetroffen! Mit mir hat die Maklerin ebenfalls keinen Vertrag abgeschlossen.

Am Sonntag wurde ich nervös und habe dann für die Eigentümer entsprechend eine Mieterselbstauskunft inkl. Bürgschaftserklärung meiner Eltern vorbereitet und bei denen vorbei gebracht.
Meine Freundin war mit Ihren Eltern vor Ort, um sich ein Bild von der Wohnung zu machen. Die Eigentümer waren sehr zufrieden mit uns und wollten uns die Wohnung überlassen, unter der Voraussetzung einer positiven Schufa-Auskunft!

Am Montagmorgen haben die Eigentümer selbst eine Schufa Auskunft über meine Person durch den Vermieterbund eingeholt und Sie haben einen Mietvertrag aufgesetzt. Von der Maklerin hatten wir nichts mehr gehört.
Mittags war dann der Vertrag unterschrieben und ich konnte die Schlüssel übernehmen. Daraufhin rief ich die Maklerin an und sagte ihr, dass ich die Wohnung nun mieten werde und dass ich bereits alles mit den Eigentümern abgeklärt hätte.
Sie freute sich natürlich und teilte mir mit, mir die Rechnung über 2,38 Monatskaltmieten zukommen zu lassen. Ich war in dem Moment über die Höhe sehr erstaunt und machte Ihr den Vorwurf, dass Sie mich nur von der S-Bahn zur Tür gebracht hat und sonst weiter nichts. Im Vorfeld hatten wir nie über eine Provision gesprochen. Daraufhin einigten wir uns telefonisch (Unter Zeugen!! Schwiegereltern und Freundin) auf eine Reduzierung der Provision auf eine Kaltmiete + MwSt.

Eine Woche später habe ich dann eine Rechnung von der Maklerin erhalten über 2 Kaltmieten + MwSt. Daraufhin habe ich Sie angerufen und gefragt, ob Ihr ein Fehler unterlaufen ist. Sie meinte nur, dass wir 2 KM + MwSt. im Expose vereinbart hätten; dieses Expose habe ich bis heute nicht gesehen.

Ich habe Ihr dann gesagt, dass ich den Sachverhalt rechtlich prüfen lasse, bevor ich eine Zahlung vornehme. Ich bin immer noch bereit die reduzierte Provision (1 Kaltmiete + MwSt) zu zahlen.
Alles darüber hinaus stelle ich erst einmal in Frage und möchte das geklärt wissen.

Zusammenfassend kann gesagt werden:

1. Versprochende Unterlagen sind nie angekommen und ein Expose wurde nicht
ausgehändigt
2. Die Maklerin hat mich lediglich an der S-Bahn-Station abgeholt und zur Tür
der Wohnung gebracht.
3. Ich wurde im Vorfeld nicht auf die 2,38 Kaltmieten Provision hingewiesen,
telefonisch hat die Maklerin einer Reduzierung auf 1 KM+MwSt. zugestimmt
4. Rechnung von Ihr: 2 KM + MwSt (928,20 EUR)
5. Rechnung bis heute nicht bezahlt
6. Rechnungsdatum: 18.10.2012, zahlbar bis 28.10.2012
7. Maklerin wurde am 26.10.2012 darüber informiert, dass ich die Rechnung erst noch
rechtlich prüfen lasse
8. Mahnung (23.11.2012) am 28.11.2012 erhalten, zahlbar bis 03.12.2012
9. Telefongespräch am 03.12.2012 (Ich habe angerufen), mit dem Hinweis, dass ich
bereit bin 1 Kaltmiete zu zahlen
10. Maklerin hat sich hierauf nicht eingelassen und möchte einen Rechtsanwalt
einschalten
11. 2. Mahnung (22.12.2012), zahlbar bis zum 28.12.2012
12. Schreiben (28.12.2012) von mir an Maklerin per Einschreiben: Darstellung meines
Standpunktes und Angebot 1 KM + MwSt
13. 3. Mahnung (04.01.2013), zahlbar bis 20.01.2013: 2KM + MwSt.


Mein Vorschlag sieht noch immer eine Provision in Höhe von 1 KM + MwSt. (464,10 EUR) für die Leistung der Maklerin vor. Diesen Betrag wäre ich bereit unverzüglich an zu zahlen. Dieses Angebot wurde bisher jedoch vehement abgelehnt.

Ich würde mich nun sehr freuen, wenn jemand sich kurzfristig meines Problems annehmen würde und mir eine Einschätzung über meine Lage geben könnte.

1. Steht der Maklerin eine Provision zu?
2. Ist die Höhe (2 KM ) hier angemessen, trotz telefonischer Absprache auf 1 KM?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen


Sebastian Thedering

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes in der gebotenen Kürze beantworten möchte.

Der Maklerlohn ist dann fällig, wenn die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses vermittelt wird, vgl. § 652 BGB . Der Lohnanspruch ist mit dem Vertragsabschluss fällig, es sei denn, dass dieser nicht auf auf die Tätigkeit der Maklerin beruht. Das heißt das es ausreicht, dass die Maklerin Ihnen den Kontakt zur Vermieterin vermittelt hat. Leider hat der Gesetzgeber die Aufgaben der Makler nicht weiter ausgeführt, sodass die von Ihnen geschilderte Tätigkeit wohl ausreichend sein dürfte.

Gegen die Höhe von 2,38 Nettokaltmieten ist im Prinzip nichts einzuwenden, da dies der üblichen Höhe entspricht. Hier kann der Maklerlohn vor der Begleichung herabgesetzt werden, vgl. § 655 BGB .
Was die von Ihnen angesprochene Vereinbarung angeht, so müssten Sie diese in einem Verfahren darlegen und beweisen. Da Sie Zeugen benennen können, stellt sich die Situation vielleicht günstig für Sie dar. Jedoch sollten Sie Bedenken, dass es eine gesetzliche Vermutung für eine Vereinbarung über die übliche Lohnhöhe gibt, vgl. § 653 BGB . Daher sind an die Vereinbarung wohl erhöhte Ansprüche an die genannte Vereinbarung zu stellen.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen meine Antwort weitergeholfen hat und stehe für Rückfragen natürlich jederzeit zur Verfügung. Sofern Sie mit meinen Leistungen zufrieden waren, bitte ich um eine positive Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 09.01.2013 | 13:11

Sehr geehrter Herr Ulukaya,

vielen Dank für die schnelle Reaktion auf meine Frage.

Bezogen auf meine Frage kann also gesagt werden:

1. Dass ich eine Provision zu zahlen habe, da eine Vermittlung stattfand
2. Die 2,38 KM nicht überzogen sind, da Sie der gesetzlichen Höchstgrenze entsprechen

Soweit stimme ich grundsätzlich mit Ihnen überein.

Die Maklerin hat aber in meinen Augen grobe Fehler begangen, indem Sie mir kein Expose ausgehändigt hat und mich nicht frühzeitig über eine Provision aufgeklärt hat. Über die Provision wurde erst gesprochen, als ich Ihr mitteilte, dass der Vertrag unterschrieben ist. Daraufhin kam es zu der mündlichen Vereinbarung über die Reduzierung der Provision auf 1 KM.
Darüber hinaus hat Sie benötigte Unterlagen nicht zum Verfahren beigesteuert, obwohl wir uns auf Ihre Zusagen verlassen haben.

Werden diese Punkte gar nicht berücksichtigt? Ich bin am überlegen einen Rechtsstreit zu beginnen, habe aber leider keine Rechtsschutzversicherung. Daher benötige ich eine Einschätzung meiner Position.

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Thedering

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.01.2013 | 13:32

Wie bereits gesagt, ist die Absprache mit der Maklerin und die Herabsetzung des Maklerlohns zwar zulässig, Sie müssten dies in einem Rechtsstreit aber darlegen und beweisen und zwar in der Weise, die die angesprochene gesetzliche Vermutung widerlegt.

Sicherlich werden, die von Ihnen angesprochenen Punkte vor Gericht auch eine Rolle spielen, nur die Beweisführung ist hier das eigentliche Problem. Sie sollten sich also jetzt schon Gedanken über die Beweissicherung (Zeugen, etc.) machen.

Ich empfehle Ihnen auch, den abgesprochenen Maklerlohn zu überweisen und den Rest der Forderung als unberechtigt zurückzuweisen.

Wenn Sie finanziell nicht in der Lage sind, den Rechtsstreit zu führen, können Sie auch Prozesskostenhilfe (PKH) beantragen. Die nötigen Informationen und Formulare finden Sie im Internet (z.B. hier: http://www.justiz.de/formulare/zwi_bund/zp1a.pdf).

Ich hoffe, Sie haben Erfolg und drücke Ihnen die Daumen für den bevorstehenden Prozess, auch weil ich persönlich sehr gut nachvollziehen kann, dass viele Makler ziemlich wenig Service für viel Geld anbieten (ich komme aus Frankfurt, da geht kaum etwas ohne Makler).

Mit freundlichen Grüßen

Volkan Ulukaya
(Rechtsanwalt)

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