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Makler Provision - Abschluss mit Eigentümer ohne Makler

27.08.2009 14:27 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrter Damen und Herren,

ich habe eine Frage zu einer potentiellen Provisionsforderung eines Maklers.

Die Sachlage ist folgende:
Wir beabsichtigen, ein Haus zu kaufen. Wir haben die Annonce im Internet gefunden und haben dann Kontakt mit dem Makler aufgenommen. Dieser hat uns ein Exposee geschickt. In diversen Telefonaten hat er uns zunächst einen Besichtigungstermin vorgeschlagen, diesen dann wieder abgesagt und später behauptet, das Haus wäre so gut wie verkauft und machte keine Anstalten, einen neuen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
Daraufhin haben wir selber Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen. Dieser war uns gegenüber sehr offen und wir haben uns schnell auf den Kaufpreis einigen können. Er verneinte, dass der andere Interessent das Haus schon so gut wie gekauft hätte. Auch hat der Eigentümer bisher noch kein Angebot vom anderen Interessenten erhalten.
Daraufhin habe ich dem Eigentümer schriftlich unser Angebot unterbreitet. Darin waren 2% Provision für den Makler enthalten (anstatt 6%).
Daraufhin sagte der Eigentümer, dass er mit dem Makler gesprochen hätte und dieser einen weiteren Interessenten hätte. Deswegen kann der Eigentümer uns noch keine Zusage machen, wir hätten aber "gute Karten".

Wenn sich der Eigentümer jetzt doch für uns entscheidet (und davon gehen wir aus) wollen wir dem Makler gar keine Provision mehr zahlen. Er arbeitet gegen uns und dafür wollen wir ihn nicht belohnen.
Wie sehen Sie das ?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe und viele Grüße

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Vorraussetzung für den Anspruch auf Maklercourtage ist zunächst der Abschluss eines Maklervertrages. Dieser könnte durch den Empfang des Exposes und der darauf folgenden Kontaktaufnahme zustande gekommen sein. Für eine endgültige Beurteilung muss das Expose und etwaiger Schriftverkehr zwischen Ihnen und dem Makler eingesehen werden.

Das überlassen von Informationen ohne Hinweis auf ein Provisionsverlangen des Maklers genügt allerdings grundsätzlich nicht.

Ist ein solcher Maklervertrag zustande gekommen genügt für den Anspruch auf Courtage, wenn die Maklerleistung mit ursächlich für den Vertragsschluss ist, sie muss es nicht allein oder hauptsächlich sein. Dies idR dann der Fall, wenn Sie durch den Makler Kenntnis von der Immobilie erlangt haben.

In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen der Nachweisleistung des Maklers und dem Abschluss des Hauptvertrags eine Vermutung dafür begründet, dass die Maklerleistung ursächlich für den Vertragsschluss war.
D.h. Sie wären im Zweifel beweispflichtig für die Umstände, aus denen sich ausnahmnsweise der fehlende Zusammenhang aus Maklertätigkeit und Vertragsschluss ergibt.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Nachfrage vom Fragesteller 28.08.2009 | 10:16

Sehr geehrter Herr Bordasch,

vielen Dank für Ihre Antwort. In unserem speziellen Fall war es so, dass in der Annonce im Internet nur von 6% Provision gesprochen wurde. Es gab keine AGBs und keinen Hinweis, wer die Provision zahlt. Im Exposee standen dann die AGBs. Danach sollte der Makler einen Besichtigunstermin vereinbaren, das hat er aber nicht gemacht. Würden Sie das so einschätzen, dass ein Vertrag zustande gekommen ist ?
Vielen Dank im Voraus,
S.K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2009 | 11:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

dass in der Annonce bereits eine Provisionszahlung angesprochen wird, führt meiner Meinung dazu, dass durch die Anforderung des Expose ein Maklervertrag zustande gekommen ist.
Auch wenn nicht ausdrücklich angesprochen worden ist, wer die Provision zu zahlen hat, halte ich eine Auslegung dahingehend: der Verkäufer zahle die Courtage und in der Anzeige wird nur über deren Höhe informiert für schwer durchsetzbar. Meiner Meinung nach muss ein durchschnittlicher Leser der Anzeige davon ausgehen, dass die Provision von demjenigen geschuldet wird, der Kontakt zum Makler aufnimmt.

Etwas anderes könnte nur dann gelten, wenn in der Region in der der Makler tätig ist, üblicherweise vom Verkäufer die Provision gezahlt wird. Aber auch in diesem Falle halte ich die Chancen in einem Rechtsstreit zu gewinnen, für nicht sehr aussichtsreich.

Bliebe nur noch die Argumentation, dass die Maklertätigkeit nicht ursächlich für den Abschluss des Kaufvertrages war. Für diese Beurteilung, kann der zeitliche Abstand zwischen Übersendung des Exposes und dem Abschluss des Kaufvertrages mit entscheidend sein. Dies kann aber erst nach Abschluss des Kaufvertrages beurteilt werden.

Unabhängig davon rate ich Ihnen, den Zahlungsanspruch des Maklers nicht im Kaufvertrag zwischen Ihnen und dem Verkäufer aufnehmen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -


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