Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Makler-Alleinauftrag, Provision und Auslagenerstattung bei Selbstverkauf?

18.09.2009 18:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Verkauf eines geerbten Grundstückes habe ich im am 26.7.2009 folgenden Vertrag geschlossen:

"Hiermit beauftragt der Auftraggeber die Firma M- Immobilien für das Objekt im Alleinauftrag einen Käufer zu finden. Es soll ein Verkaufspreis von 300 Euro pro qm angesetzt werden Die Firma M. wird bemüht sein, sich schriftliche Kaufangebote geben zu lassen, die sofort an den Auftraggeber weitergeleitet werden. Courtageansprüche werden dem Käufer auferlegt." (Es gibt keine weiteren Klauseln oder AGBs).

Aufgrund meiner vorherigen telefonischen Anfrage was denn kostenmäßig wäre, wenn ich aus meinem Familien- oder Bekanntenkreis einen Käufer hätte, hieß es, den würde ich sowieso nicht finden, und wenn, dann hätte ich keine Kosten. Weil ich darauf bestanden habe das schriftlich zu haben, enthält das Anschreiben zum Maklervertrag den Satz: "Wir bestätigen Ihnen, dass sowohl bei Verkauf als auch bei Nichtverkauf Ihrs Objektes keinerlei Kosten auf Sie zukommen."

Ein vom Makler vermittelter Interessent hat sich noch nicht bei mir gemeldet, möglicherweise haben sich aber Interessenten mit dem Makler zusammen das Objekt angesehen. Per Zufall habe ich erfahren, dass es auch im Internet über einen Bauträger angeboten wird und den Makler danach gefragt. Der meinte nur: "Der darf das, das habe ich ihm erlaubt." Was für mich dann auch ok war.

Nun hat mich ein Nachbar persönlich aufgesucht, der von der Beteiligung des Maklers gar nichts wusste. Wir sind uns einig geworden und ich möchte den Notartermin schnellstens vereinbaren. Davon habe ich den Makler am gleichen Tag in Kenntnis gesetzt und erhielt folgendes Schreiben:

"Wir haben wir einen rechtskräftigen Makler-Alleinauftrag miteinander geschlossen, der vom 26.07.09 an 6 Monate Gültigkeit hat.

Auf diesen Vertrag berufen wir uns und verweisen darauf, dass wir unsere Courtage-Ansprüche Ihren Käufern gegenüber durchsetzen werden.Bitte teilen Sie uns Name und Anschrift der Käufer für unsere Rechnungsstellung sowie die Kaufsumme mit. Berücksichtigen Sie bitte, dass Sie im Falle einer Zahlungsweigerung Ihres Käufers uns gegenüber schadenersatzpflichtig sind.

Desweiteren teilen wir Ihnen mit, dass wir einem renommierten Hamburger Bauunternehmen das Grundstück schriftlich bis zum Bauvorbescheid zugesichert habe, die Kaufpreisverhandlungen bewegen sich bei einem Kaufpreis von über 180.000,- EUR. Dieses Bauunternehmen hat durch die Architektenplanung, die Bauvoranfrage etc. erhebliche Vorlaufkosten. Für diese Kosten werden wir
schadenersatzpflichtig, da wir durch Ihr Verschulden vertragsbrüchig werden. Auch für diese Kosten werden Sie als Verursacher in Regress nehmen.
Es werden Zahlungen in Höhe von ca. 14.000,- EUR auf Sie zukommen.
Aus vorgenannten Gründen raten wir Ihnen DRINGEND davon ab, das Objekt mit Ihren Interessenten zu beurkunden.
Zur Ihrer Kenntnisnahme: Kaufinteressenten, die direkt an Sie herantreten,verweisen Sie bitte direkt an uns als die beauftragte Maklerfirma."

Nun zu meinen Fragen:
Kann der Makler tatsächlich die Provision vom Käufer (den er ja gar nicht kennt) verlangen bzw. mich dafür in Regress nehmen?
Muss ich dem Makler die evtl. enstandenen Auslagen und Kosten für seinen angeblichen Vertragsbruch ersetzen?
Muss ich wirklich an einen vom Makler vermittelten Bauträger verkaufen, der ein Doppelhaus plant (da mir ja anderenfalls evtl .14.000 Kosten entstehen)? Mein Käufer will es renovieren und bewohnen, so dass auch das Grundstück so erhalten bleibt. Das ist mir viel lieber, obwohl der Preis unter 180.000 liegt, aber nicht unter den angesetzten 300 Euro pro qm.
Kann ich verlangen, dass ein Verkaufsschild, dass erst nach Erhalt des obigen Schreibens und ohne mein Wissen aufgestellt wurde, wieder entfernt wird?
Und muss ich "meine" Kaufinteressenten an den Makler verweisen?

Ich fühle mich ziemlich unter Druck gesetzt und bedanke mich schon im Voraus für Ihre erste Einschätzung und einen Tipp zur weiteren Vorgehensweise.

Mit freundlichen Grüßen
St


















Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Bei einem Alleinauftrag darf der Auftraggeber keinen weiteren Makler beauftragen. Ansonsten macht sich der Auftraggeber gegenüber dem Makler schadensersatzpflichtig.
Der Aufraggeber kann bei einem Alleinauftrag aber ohne weiteres ein Eigengeschäft tätigen, ohne gegenüber dem Makler eine Provision zahlen zu müssen.

Sie müssen jedenfalls nicht Kaufinteressenten an den Makler verweisen, da insoweit kein qualifizierte Alleinauftrag vorliegt.

Einen qualifizierten Auftrag des Inhalts, dass Sie zu einem Abschluss von Eigengeschäften nicht befugt seien, haben Sie nach Ihrem Sachvortrag nämlich nicht vereinbart.
Im Zweifel ist aber von einem Alleinauftrag auszugehen, so dass Sie ein Eigengeschäft mit einem Kaufinteressenten abschließen können.

Insgesamt rate ich Ihnen, sich möglichst umgehend durch Beratung eines Kollegen einen abschließenden Überblick über die Rechtslage geben zu lassen, damit Sie kurzfristig die notarielle Beurkundung in die Wege leiten können.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2009 | 21:35

Sehr geehrter Herr Roth,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Danach sind die 14.000 Euro also mit Sicherheit nicht berechtigt?

Danke im Voraus.

St.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.09.2009 | 22:36

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Vorbehaltlich einer eingehenden Prüfung des Sachverhalts unter Berücksichtigung aller streitrelevanten Unterlagen ist es wenig wahrscheinlich, dass Sie sich gegenüber dem Makler regresspflichtig gemacht haben.

Sie können selbstverständlich auf mich zukommen, um eine abschließende Prüfung der Sach- und Rechtslage zu erhalten.


MIt freundlichen Grüßen
aus Hamburg
RA K. Roth

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70922 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke sehr ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Die Beratung auf meine Frage erfolgte rasch und verständlich. Auch die Nachfrage wurde umgehend und dann relativ ausführlich und konkret beantwortet. Ich bin recht zufrieden, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Habe auch am späten Abend unerwartet die Frage innerhalb 1,5 h beantwortet bekommen, sehr verständlich. Meine Frage von 3/4 Seite wurde in 5-6 Zeilen konkret beantwortet, keine Ausflüchte. So möchte man es immer haben, auch wenn ... ...
FRAGESTELLER