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Mahnverfahren gegen GmbH

07.04.2015 16:59 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Wie ein fälliges Nachrangdarlehen gegen eine GmbH zu vollstrecken ist.
Lohnt sich die Vollstreckung in das Vermögen einer möglicherweise insolventen GmbH?
Wie hoch sind die Kosten der Zwangsvollstreckung?

Ein Finanzberater hat mir ein Nachrangsdarlehen von 10.000 bei einer in Bayern ansässigen GmbH vermittelt. Die GmbH selbst investiert das Geld in erneuerbare Energien
 
Vertragsabschluss 11.12.2013 ,
Zinssatz 4,5%,
Laufzeit ein Jahr,
monatliche Ausschüttung
Abschlusszahlung am 6.1.2015
 
Die Zinsen sind ordnungsgemäß überwiesen worden, aber die die 10.000 Abschlusszahlung ist das Unternehmen schuldig geblieben. Stattdessen ist nach drei Monaten ein Anschreiben gekommen dass wegen der angenspannten finanziellen Situation die Auszahlungen pausiert sind, die Anlagen angeblich aber werthaltig seien. Der Geschäftsführer ist dauerhaft im Ausland und für niemand zu erreichen. Es gibt aber noch Geschäftsräume und eine Sekretärin die Anrufe entgegen nimmt. Insolvent ist die GmbH also nicht. Ich denke die GmbH will mich hinhalten.
 
 
Um Klärung zu bringen will ich ein offizielles Mahnverfahren einleiten
 
1: Ist es ein Problem das ich nur ein Nachrangsdarlehen habe ?
 
2: Muss ich das Mahnverfahren vorher bei der GbmH androhen oder kann ich das sofort machen ? Ist es sinnvoll zu drohen ? Verzug sind jetzt vier Monate
 
3: Amtsgericht: Langt es wenn die GmbH als Schuldner genannt wird oder muss ein Geschäftsführer genannt werden?
 
4: Wie verhindere ich dass wenn die GmbH die Forderung bestreitet es zum automatischen Klageverfahren kommt ?
   Ich will einen Prozess vermeiden
 
Ich denke es erfolgt keine Reaktion von Seiten des Unternehmens
 
5. Welche Kosten sind denn ungefähr mit der Umsetzung des Titels verbunden ? Also Kosten für den Gerichtsvollzieher und werden dann auch die Konten  gesperrt und die EDV-Anlage gepfändet ?
 
6: Kann ich eine Eidesstattliche Versicherung verlangen und den Verlust von der Steuer absetzen ? Stellt der Gerichtsvollzieher eine mögliche Zahlungsunfähigkeit fest und wer meldet die GmbH dann insolvent ?
 
 
Falls ich mich anwaltlich vertreten lassen muss, wie hoch sind denn da die Kosten für alles so ungefähr ? D.H. Anwalt, Gericht, Pfändung usw. ungefähr. Kann die Dienstleistung auch auf Honorarbasis erfolgen ?
 
Finden Sie das Vorgehen valide ?
 
Wie hoch würden Sie das Kostenrisiko insgesamt einschätzen, ich bin ohne Rechtschutz
 
 
 
 
 
 
 
 
07.04.2015 | 19:02

Antwort

von


(1)
Münchener Straße 3
83395 Freilassing
Tel: 086547767333
Web: http://www.rgra.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1: Ist es ein Problem das ich nur ein Nachrangsdarlehen habe ?

- Nachrangdarlehen stehen im Insolvenzfall im Rang zwischen den normalen Verbindlichkeiten und der Auszahlung von Eigenkapital der Gesellschafter. Wenn die Insolvenz noch nicht eingetreten ist, haben Sie insoweit kein Problem.

2: Muss ich das Mahnverfahren vorher bei der GbmH androhen oder kann ich das sofort machen ? Ist es sinnvoll zu drohen ? Verzug sind jetzt vier Monate

- Wenn sich die GmbH sogar schon im Verzug befindet, kann grundsätzlich problemlos sofort ein gerichtliches Mahnverfahren betrieben werden. Sie können das gerichtliche Mahnverfahren androhen, müssen das aber nicht tun. Ob vorher noch eine Drohung sinnvoll ist, hängt davon ab, für wie Wahrscheinlich Sie den Eintritt der Insolvenz in naher Zukunft erachten. Es kann auch sinnvoll sein, so schnell wie möglich die Vollstreckung einzuleiten, um vor der Insolvenz beziehungsweise der Zahlunsunfähigkeit noch Befriedigung zu erlangen. Nach Insolvenzeröffnung stehen die Chancen für das Nachrangdarlehen sehr schlecht.

3: Amtsgericht: Langt es wenn die GmbH als Schuldner genannt wird oder muss ein Geschäftsführer genannt werden?

-Als Schuldner muss die GmbH genannt werden, die Geschäftsführer müssen als gesetzliche Vertreter der Gesellschaft zusätzlich genannt werden.

4: Wie verhindere ich dass wenn die GmbH die Forderung bestreitet es zum automatischen Klageverfahren kommt?

- Wenn die GmbH die Forderung bestreitet, kommt es nicht automatisch zum Prozess, außer sie beantragen dies vorher.

5. Welche Kosten sind denn ungefähr mit der Umsetzung des Titels verbunden ? Also Kosten für den Gerichtsvollzieher und werden dann auch die Konten gesperrt und die EDV-Anlage gepfändet ?

- Die Kosten der Vollstreckung eines Titels richten sich danach, welche Vollstreckungsmaßnahmen ergriffen werden. Die Kosten bewegen sich in der Regel im Bereich von maximal wenigen Hundert Euro. Für die Zwangsvollstreckung gibt es kein bestimmtes Verfahrensschema. Ihnen steht frei, in welcher Form der Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung betreibt. Sie zahlen ja auch für jede Vollstreckungsmaßnahme. Wenn Konten gesperrt werden, oder EDV-Anlagen gepfändet würden, liegen aber wohl sicher auch die Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht vor und Ihre Forderung würde nachrangig behandelt.

6: Kann ich eine Eidesstattliche Versicherung verlangen und den Verlust von der Steuer absetzen ? Stellt der Gerichtsvollzieher eine mögliche Zahlungsunfähigkeit fest und wer meldet die GmbH dann insolvent ?

- Sie können die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung verlangen. Wie der Verlust Steuerlich berücksichtigt wird, hängt von vielen Faktoren ab, wie die Gewinne versteuert werden. Der Gerichtsvollzieher stellt Ihnen auf Antrag eine Fruchtlosigkeitsbescheinigung aus. Mit dieser können Sie Insolvenzantrag stellen.

Die Kosten sind schwer abzuschätzen, werden aber ca. um die 1500 Euro liegen. Eine Honorarvereinbarung ist für die außergerichtliche Tätigkeit bei vielen Rechtsanwälten möglich, zum Beispiel auch in unserer Kanzlei.

Hier stehen nach Ihrer Schilderung einer Forderung von 10.000 EURO relativ geringe Rechtsverfolgungskosten gegenüber. Ein Vorgehen lohnt sich also schon bei vergleichsweise geringer Aussicht auf Erfolg. Im Erfolgsfall würden Ihnen die Kosten von der Gegenseite zudem in der Regel erstattet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Konstantin Grubwinkler
Dipl.-Jur. Univ.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2015 | 20:41

Die Frage:
Deshalb bitte ich um eine konkretisierung der Frage: Kann ich eine eidesstattliche Versicherung verlangen und den Verlust von der Steuer absetzen ? Stellt der Gerichtsvollzieher eine mögliche Zahlungsunfähigkeit fest und wer meldet die GmbH dann insolvent ? -
Ihre Antwort:
Sie können die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung verlangen. Wie der Verlust Steuerlich berücksichtigt wird, hängt von vielen Faktoren ab, wie die Gewinne versteuert werden. Der Gerichtsvollzieher stellt Ihnen auf Antrag eine Fruchtlosigkeitsbescheinigung aus. Mit dieser können Sie Insolvenzantrag stellen.

-----

Ich gehe von einem Totalverlust aus und dass die Zinsen der Anleger aus dem Eigenkapital bezahlt worden sind. Ich gehe von keinen Gewinnen aus.

Könnten Sie Ihre Antwot noch konkretisieren ?
Kann ich die 10.000€ in meiner privaten Steuererklärung als Verlust eintragen ? Kann ich die 1500€ Prozesskosten steuerlich ansetzen wenn von der Firma kein Geld zu holen ist ?

Wieso sollte ich einen Insolvenzantrag stellen, welche Vorteile hat das für mich ? Sind damit Kosten verbunden ?


Vielen Dank, Sie haben mir sehr weitergeholfen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2015 | 16:18

(wurde direkt beantwortet)

ANTWORT VON

(1)

Münchener Straße 3
83395 Freilassing
Tel: 086547767333
Web: http://www.rgra.de
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