Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mahngebühr ohne vorherige Aufforderung

| 24.07.2014 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Handwerkerfirma mit Leistungen beauftragt, diese hat mir nach erbrachter Leistung eine Rechnung gestellt die ich nicht fristgerecht bezahlt habe. Darauf hat mir die Handwerkerfirma eine Mahnung mit 10 Tagen Zahlungsziel geschickt, Schreiben vom 25.06.2014 (Zahlungsziel dann 05.07.2014). Ich habe den Betrag am 17.07.2014 voll bezahlt.

Am 24.07.2014 bekomme ich ein Schreiben eines Anwalts des Handwerkers der mit mitteilt das ich die volle Rechnung des Handwerkers ordentlich bezahlt habe, er jedoch wegen Zahlungsverzug Anwaltsgebühren, Zinsen und Mahnkosten fordert und bezieht sich auf ein Schreiben vom 10.07.2014. Das erhaltene Schreiben beinhaltet keinerlei Berechnungen oder Beträge. Gleichzeitig setzt mir der Anwalt Frist bis 01.08.2014. Ausser der Mahnung des Handwerkers habe ich jedoch kein Schreiben erhalten - vor allem nicht von dem betreffenden Anwalt vom 10.07.2014.

Meine Frage, muss ich diese Anwaltskosten und Verzugskosten bezahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Dadurch, dass Sie die Rechnung nicht fristgerecht beglichen und auch die Zahlungsfrist aus der Mahnung nicht eingehalten haben, befanden Sie sich im Zahlungsverzug und hatten dementsprechend auch die möglichen Verzugsschäden zu ersetzen. Zu den klassischen Verzugsschäden gehören die Verzugszinsen, Mahnkosten und ggf. auch Rechtsanwaltskosten.

Die Verzugszinsen fallen automatisch ab dem ersten Verzugstag an. Das wäre hier grundsätzlich die erste Fälligkeit der Rechnung gewesen, spätestens aber der 06.07.2014. Der übliche Verzugszins beträgt 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, was aktuell einem Zinssatz von 4,27% (pro Jahr) entspricht. Die Verzugszinsen kann der Handwerker also grundsätzlich verlangen.

Die Mahnkosten und Rechtsanwaltskosten können dagegen grundsätzlich nur dann verlangt werden, wenn sie tatsächlich angefallen sind und beziffert wurden.

Wenn Sie kein Mahnschreiben des Anwalts erhalten haben, müssen Sie grundsätzlich auch nicht dessen Kosten als Verzugsschaden bezahlen. Gleiches gilt für die Mahnkosten, wenn diese nicht in der Mahnung genannt wurden und Sie das Anwaltsschreiben vom 10.07.2014 nachweislich nicht erhalten haben.

Insofern sollten Sie dem Gegenanwalt mitteilen, dass Sie sein Schreiben vom 10.07.2014 und die Zahlung der Mahn- und Anwaltskosten deswegen ablehnen. Die Verzugszinsen sollten Sie, wenn sie korrekt berechnet wurden, meiner Meinung nach schon zahlen.

Besteht die Gegenseite nach Ihrer Ablehnung weiter auf die Mahn- und Anwaltskosten, müsste sie nachweisen, dass Sie das Schreiben vom 10.07.2014 erhalten haben und der Verzugsschaden bzgl. der Mahn- und Anwaltskosten berechtigt ist. Wurde das Schreiben mit normaler Post versandt, ist ein Zugangsnachweis meist nur schwer bis gar nicht sicher zu erbringen.

Sollte die Gegenseite allerdings doch beweisen können, dass Ihnen das Anwaltsschreiben vom 10.07.2014 zugestellt wurde, wäre die Forderung der Mahn- und Anwaltskosten, wenn sie in eben diesem Schreiben beziffert wurden, grundsätzlich berechtigt, da Sie erst am 17.07.2014 die Rechnung bezahlt haben. In diesem Fall müssten Sie dann auch die Mahn- und Anwaltskosten, wenn sie richtig berechnet wurden, bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 24.07.2014 | 13:13

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?