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Mahnbescheid wegen Rechtsanwaltshonorar


23.12.2006 00:16 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe letzte Woche einen Mahnbescheid bekommen mit der Hauptforderung von 156 Euro, die sich auf ein Rechtsanwaltshonorar gemäß Rechnung vom 24.08.2006 bezieht.
Diese Rechnung habe ich nicht erhalten sondern erst ein weiteres Schreiben vom 26.09.06 (und später noch mal vom 24.10.06), in dem der Betrag genannt wird, jedoch nicht weiter erläutert wird, wie er zustandekommt. Auf beide Schreiben habe ich reagiert, mit der Bitte um Erläuterung der Forderung, jedoch keinerlei Reaktion erhalten. Weder von dem Rechtsanwalt noch von den Parteien die er vertritt, an die ich auch angeschrieben hatte. Mir ist bis heute nicht klar, wie sich diese Summe zusammensetzt und ob sie berechtigt eingefordert wird. Hierzu kann ich nur vermutungen anstellen.

Meine Frage ist nun, wie soll ich auf den Mahnbescheid am besten reagieren?

Weitere Hintergrundinformationen:
Der Anwalt handelt im Auftrag der Abrechnungsstelle meines Zahnarztes. Von der Abrechnungsstelle habe ich im März diesen Jahres eine Zahnarztrechnung über 12.000Euro erhalten. Diese beinhaltete mehrere eklatante Abrechnungsfehler, die mir schon als Laie aufgefallen sind. Nach Rücksprache mit meinem Zahnarzt habe ich daraufhin (diesmal von der Praxis selber zwei Wochen später) zweimal eine korrigierte Rechnung erhalten über letztendlich 7000 Euro (die erste war auch wieder fehlerhaft) mit neuem Rechnungsdatum und neuer Rechnungsnummer. Da die Abrechnung in diesem Fall mit Beihilfe und Krankenkasse etwas länger dauerte kamen inzwischen erste Mahnungen der Abrechnungstelle an, immer noch bezugnehmend auf die ursprüngliche Rechnungssumme und Rechnungsdatum. Die angemahnten Beträge waren jedoch korrekt, d.h. nur die wirklich noch offenen Beträge wurden angemahnt.
Ende Juli habe ich dann von meinem Zahnarzt noch einmal Zusatzinformationen für die Beihilfe bekommen, um noch Posten, die die Beihilfe nicht übernehmen wollte, erstattet zu bekommen und habe dann am 30.08.06 den letzten noch offenen Betrag von 1200 Euro überwiesen. Es sieht so aus, als hätte in der Zwischenzeit die Abrechnungsstelle diesen Anwalt beauftragt, da das Schreiben vom 24.08. sein sollte.

Mir ist weiterhin nicht klar, ob die Abrechnungsstelle überhaupt einen Anspruch erheben kann, da die entgültige Rechnung ja nicht von ihr sondern von der Zahnarztpraxis kam (ich hatte dieses schon im April angemerkt, jedoch keine reaktion erhalten).
Nach Erhalt des Mahnbescheides habe ich auch noch einmal versucht, telefonisch vom Zahnarzt die gewünschten Informationen zu erhalten. Mir wurde jedoch keine Auskunft gegeben.

Vielen Dank schon mal im Voraus für eine Antwort und wünsche ein frohes Weihnachtsfest.
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

1. Grundsätzlich haben Sie bei einem Mahnverfahren drei Möglichkeiten:

a) Sie erkennen die Forderung an
b) Sie erkennen die Forderung nicht an
c) Sie erkennen einen Teil der Forderung an

2. In Ihrem Fall soll die Forderung des Kollegen auf einer Rechnung basieren, die Sie nach Ihrer Aussage nicht erhalten haben. Erhalten haben Sie nur zwei Schreiben, in denen auf den Betrag Bezug genommen wurde.
Natürlich verhält es sich so, dass Sie eine vollständige Rechnung erhalten müssen, aus der Sie Grund, Höhe und Zeitraum der Leistung entnehmen können, für die die Vergütung gefordert wird. Für den Zugang der Rechnung trägt der Rechtsanwalt die Beweislast.

Hinzu kommt, dass die Einschaltung des Anwaltes auch notwendig war. Hierfür wäre derjenige beweislastig, der den Anwalt beauftragt hat. Notwendig hätte die Einschaltung bsw. deswegen sein können, weil Sie die Zahlung endgültig verweigert hätten. Dies zu überprüfen, kann naturgemäß von dieser Stelle aus nicht erbracht werden.

Wenn der Anwalt also beweisen kann, dass er die Rechnung so abgeschickt hat, dass sie bei Ihnen ankommen hätte müssen und wenn seine Einschaltung zudem notwendig war, dann wäre auch der Mahnbescheid berechtigt und Sie sollten die Forderung zahlen.

So wie Sie den Sachverhalt beschrieben haben, lag es unter anderem an verschiedenen Unstimmigkeiten in der Anfangsrechnung, die dazu geführt haben, dass Sie einen Teil des Betrages nicht gezahlt haben. Tatsächlich haben Sie aber eben diesen Teil nicht gezahlt. Aus diesem Aspekt heraus könnte die Mahnung demnach berechtigt sein.

Damit bliebe nur noch die nicht zugestellte Rechnung. Hier müssten Sie sich selbst fragen, wo am ehesten der Grund liegen könnte, dass Sie diese nie erhalten haben. Wenn es tatsächlich nicht an Ihnen lag, könnten Sie der Mahnung mit guten Aussichten wiedersprechen. Andernfalls würde ich zur Zalung raten.

3. Abschließend noch ein Hinweis zu der Sache: das Verhalten des Kollegen ist nicht in Ordnung. Auf eine Bitte zur Erläuterung hätte er reagieren müssen. Ich kann daher nur bitten, dass Sie dieses Verhalten nicht für represäntativ für die Anwaltschaft erachten. In Anbetracht ders geringen Streitwerts stellt sich allerdings die Frage, ob sich hier der Aufwand lohnt, gegen eine möglicherweise berechtigte Forderung vorzugehen.
Eventuell könnten Sie als Kompromis den Betrag für die Anwaltskosten zahlen, die Mahnkosten jedoch nicht. Vielleicht lässt sich der Kollege darauf ein und verzichtet auf eine im Verhältnis aufwendige Forderung der Mahnkosten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.12.2006 | 11:12

Sehr geehrter Herr Dolscius,

grundsätzlich bin ich nicht gegen die Zahlung der Rechtsanwaltskosten, wenn sie durch mein Verschulden berechtigt sind. Ich werde also auf ihr anraten hin noch einmal versuchen mit den gegnerischen Parteien Kontakt aufzunehmen. Ich hoffe, da ist nach Weihnachten jemand erreichbar, da die frist für eine Beantwortung des Mahnbescheides am 29.12. ausläuft.

Generell ist mir jedoch folgender Sachverhalt noch unklar: Die Partei A (Abrechnungszentrum) stellt eine Rechnung A. Da diese falsch ist bekomme ich von Partei B (Zahnarzt) eine Rechnung B mit der ich auch bei der Beihilfe und Krankenkasse abrechne. Über einen längere Zeit offenen Betrag von 1200 Euro bekomme ich dann von Partei A zur Rechnung A Mahnungen was letztendlich zur Einschaltung des Anwalts führt. Eine Mahnung zu Rechnung B habe ich nie erhalten. Ist die Rechnung A überhaut noch rechtskräftig so dass diesbezüglich gemahnt werden kann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.12.2006 | 13:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantwortem möchte:

1. Grundsätzlich haben Sie ein Anrecht auf eine korrekte Abrechnung. Solange Sie eine solche erwiesenermaßen nicht von der Partei A erhalten haben, ist auch die Mahnung obsolet.

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang wäre dann aber, dass Sie nicht die Verantwortung tragen für die Einschaltung des Kollegen. Die VErantwortung hierfür läge bei Partei A, die die falsche Rechnung ausgestellt hat.
Da sich von Partei niemand auf Ihre Bemühungen gemeldet hat, wären Sie umso weniger für die Einschaltung des Kollegen verantwortlich.

2. Aus diesem Gesichtspunkt hätten Sie gute Chancen, dem Mahnbescheid zu widersprechen. Hierfür sollten Sie sich aber in jedem Fall von einem Kollegen vor Ort vertreten lassen, der Einsicht in alle relevanten Faktendes Falles erhält.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage abschließend beantworten und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit. Zudem wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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