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Mahnbescheid ohne Wohnsitz


| 17.12.2011 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Seit 2009 habe ich meinen einzigen Wohnsitz in Deutschland beim Einwohnermeldeamt abgemeldet. Ich lebe im Ausland (Katar) und habe dort auch einen regulären Wohnsitz angemeldet. Heute teilte mir meine Mutter mit, an dessen Adresse ich zuletzt gewohnt habe und der den selben Nachnamen führt (der entsprechend auf dem Briefkasten steht), dass ein an mich adressierter Mahnbescheid im Briefkasten lag.

Dazu habe ich folgende Fragen:

1. Ist die Zustellung an eine Anschrift, die nicht mehr die Meldeadresse ist, rechtens? Ich habe in der Wohnung meiner Mutter keinen Wohnsitz mehr und es gehört mir auch nichts in dieser Wohnung.

2. Wie ist nun vorzugehen um Weiterungen zu vermeiden? Die Forderung ist nicht unberechtigt, aber ich habe kein Interesse daran diese freiwillig zu zahlen.

3. Welche Möglichkeiten stehen dem Gläubiger offen? Mein Wohnsitz in Katar ist mit Adresse beim Einwohnermeldeamt angegeben.
Was allerdings nicht jeder weiß, in Katar gibt es kein Postsystem es kann daher praktisch nicht zugestellt werden. Ein Brief würde vermutlich zurückkommen oder ganz verloren gehen,da Briefe in Katar nur an Postfächer gehen können und ich aber eine tatsächliche Adresse beim Einwohnermeldeamt angegeben habe. Könnte der Gläubiger von mir unbemerkt dann in Deutschland öffentlich zustellen lassen, und die Forderung würde in Deutschland rechtskräftig? Wenn ich in einigen Jahren wieder zurückkomme könnte er dann bei mir vollstrecken lassen? Dies gilt es zu vermeiden.

Vielen Dank für Antwort.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Zu 1. Ist die Zustellung an eine Anschrift, die nicht mehr die Meldeadresse ist, rechtens?

Nein, eine wirksame Zustellung kann hier grundsätzlich nicht mehr vorgenommen werden.

Zu 2. Wie ist nun vorzugehen um Weiterungen zu vermeiden?

Ihre Mutter müsste dem Mahngericht einfach mitteilen, dass Sie nicht mehr dort wohnen, sondern nunmehr in Katar.

Zu 3. Welche Möglichkeiten stehen dem Gläubiger offen?

Solange Sie beim Einwohnermeldeamt in Katar angemeldet sind, bleibt dem Gläubiger momentan nichts weiter übrig, als dort eine wirksame Zustellung zu versuchen.

Zu 4. Könnte der Gläubiger von mir unbemerkt dann in Deutschland öffentlich zustellen lassen, und die Forderung würde in Deutschland rechtskräftig? Wenn ich in einigen Jahren wieder zurückkomme könnte er dann bei mir vollstrecken lassen?

Solange Sie in Katar eine ordnungsgemäße Meldeadresse haben, welche der Gläubiger dort oder z.B. auch infolge der Mitteilung Ihrer Mutter in Erfahrung bringen könnte, kann der Gläubiger in Deutschland jedenfalls nicht wirksam öffentlich zustellen und somit auch hier jedenfalls rechtmäßig keinen vollstreckbaren Titel erlangen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch ein schönes Wochenende und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt


Hinweis: Diese Plattform kann eine Rechtsprüfung nicht ersetzen und leisten. Wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an mich, wenn Sie eine weitergehende Prüfung und Kommunikation wünschen. Hier kann nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gegeben werden.
Bewertung des Fragestellers 17.12.2011 | 20:54


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