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Mahnbescheid nach Unfall


25.07.2017 19:02 |
Preis: 25,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Bei Verkehrsunfällen übernimmt die Haftpflichtversicherung den Rechtsschutz zur Schadensabwehr.


Ich hatte einen Unfall. Ich bin ausgeparkt und habe ein Auto hinter mir getitscht. Minimal, ein Kratzer. Trotzdem rief ich die Polizei, die alles aufnahm & meldete es direkt der Versicherung. Dann hörte ich nichts mehr zu diesem Vorfall, weder schriftlich noch sonst wie. Heute flattert mir ein Mahnbescheid, an mich persönlich gerichtet ins Haus über eine imense Summe im dreistelligen Betrag. Aufgeführt sind der Unfallteilnehmer u die Adresse eines Rechtsanwaltes. Es wird aufgeführt "unberechtigte Abzüge", Gerichtskosten, Rechtsanwaltskosten. Dieses hab ich direkt der Versicherung gemeldet und auch direkt gefaxt. Die meinten es wurde bereits reguliert mit Abzügen. Ist das rechtens, dass wenn die Versicherung etwas kürzt, ich dafür aufkommen muss? Desweiteren kann ich mir auch nicht erklären, wie diese Summe zustande kommt, wie gesagt ein Kratzer. Wie soll ich mich jetzt verhalten? Sofort Einspruch einlegen? Ich habe weder eine Rechtschutzversicherung noch Genügend Geld um das zu bezahlen. Wofür bezahl ich denn Versicherung, wenn ich jetzt dafür aufkommen muss? Muss ich zum Anwalt? Bin am Boden zerstört.
25.07.2017 | 20:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Um das wichtigste vorwegzunehmen: Entweder die Klage wird abgewiesen oder Ihre Versicherung wird den Restschaden und die Gerichtskosten und die Anwaltskosten des Gegners tragen.

Aus Sicht des Geschädigten sind Sie neben Ihrer Versicherung zum Schadenersatz verpflichtet. Von daher ist es also nicht zu beanstanden, dass der Gegner Sie durch Mahnbescheid in Anspruch nimmt. Es ist anzunehmen, dass auch ein Mahnbescheid gegen Ihre Versicherung beantragt wurde, der Sachbearbeiter aber noch keine Kenntnis davon hat.

Die Versicherung kann entscheiden, ob sie den Restschaden reguliert oder das streitige Verfahren durchführt, das dem Mahnbescheidsverfahren bei Widerspruch nachgeschaltet ist. Wenn die Versicherung nicht reguliert, übernimmt sie auch das gesamte Prozessrisiko, so dass für Sie keine Kosten anfallen. Die Haftpflichtversicherung beinhaltet den Rechtsschutz bei der Abwehr von Schadenersatzansprüchen.

Sie müssen jetzt nur fristgerecht Widerspruch einlegen und Ihre Versicherung schriftlich(!) darüber informieren. Am besten legen Sie eine Kopie des Mahnbescheides bei. Sie sollten dann im Normalfall von der Versicherung Anweisungen und Informationen über das weitere Vorgehen erhalten. Falls Sie in der Sache nach Abgabe des Falls an das Streitgericht eine Klagebegründung erhalten, müssten Sie die Versicherung noch einmal kontaktieren. Wenn Sie - womit ich nicht rechne - bis dahin von der Versicherung keinerlei Bescheid erhalten haben, sollten Sie tatsächlich umgehend einen Rechtsanwalt aufsuchen.

Zur Schadenshöhe kann ich natürlich nichts sagen. Es ist aber auch Sache Ihrer Versicherung, sich dazu Gedanken zu machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

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