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Mahnbescheid aus Polen durch Deutsche Kanzlei

22.07.2019 07:21 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Mahnbescheid, Widerspruch

Es geht um eine offene Lieferantenrechnung aus 2017 in Höhe von ca. 6500 EUR, welche unsere GmbH damals aufgrund von Qualitätsmängeln nicht beglichen hat. Im Anschluss versuchte der Gläubiger die Forderung über ein polnisches Inkassounternehmen einzutreiben. Darauf reagierten wir nicht. Nun erhielten wir einen Mahnbescheid. Antragssteller ist das polnische Inkassounternehmen, mit Prozessbevollmächtigung durch eine Deutsche Kanzlei.

Frage: Wir möchten die Forderung nicht begleichen bzw. nur einen Teil davon. Wie wäre hier die beste Vorgehensweise. Hat der polnische Antragssteller die gleichen Chance wie ein Deutscher? Wo würde eine drohende Gerichtsverhandlung stattfinden wenn wir Widerspruch einlegen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn Sie die Forderung nicht oder nur einen Teil begleichen wollen, ist gegen den Mahnbescheid in voller Höhe bzw. in Höhe eines Teilbetrages Widerspruch innerhalb von zwei Wochen nach Zugang des Mahnbescheides einzulegen.

Soweit der Antragssteler das stretige Verfahren beantragt hat, wird das Verfahren nach Ihrem Widerspruch an das zuständige Landgericht abgegeben, wenn die Gegenseite die restlichen Gerichtsgebühren einzahlt. Diese Gericht, ist das zuständige Landgericht am Sitz der GmbH. Sie finden das Landgericht an dass das Verfahren abgegeben wird auch auf dem Mahnbescheid.

2. Der Widerspruch muss keine Begründung erhalten. Soweit Sie den Widerspruch nur auf einen Teilbetrag beziehen, sollten Sie die Zahlung des Teilbetrages umgehend veranlassen. Beachten Sie aber, dass eine Teilzahlung ein Anerkenntnis bedeutet, dass eine vertragliche Beziehung bestand.

Zur weiteren Vorgehensweise sollte Sie Widerspruch über einen Teilbetrag einlegen, den nach Ihrer Ansicht berechtigten Teilbetrag bezahlen und hinsichtlich des Restbetrages mit der Gegenseite verhandeln.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 22.07.2019 | 19:00

Besten Dank. Unklar ist jedoch noch folgender Teil meiner Frage: Hat der polnische Antragssteller die gleichen Chance wie ein Deutscher? Wo würde eine drohende Gerichtsverhandlung stattfinden wenn wir Widerspruch einlegen?

Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.07.2019 | 19:10

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Der polnische Antragssteller hat die gleiche Ausgangssituation wie ein deutscher Antragssteller.

Aufwendiger könnte für den polnischen Antragsteller allenfalls Beweisangebote sein, wenn er Schriftstücke, die er dem Gericht vorlegen will, übersetzen lassen muss oder bei einer Zeugenvernehmung ein Dolmetscher hinzugezogen werden muss.

Das zuständige Landgericht ist in Deutschland am Sitz Ihres Unternehmens. Das Amtsgericht Wedding von dem der Mahnbescheid kommt ist eine internationale Zuständigkeit, wenn der Antragssteller seinen Sitz im Ausland hat. Das Gericht an das der Rechtsstreit im Falle eines Widerspruches abgegeben wird, finden Sie auf dem Mahnbescheid (wenn der Antragssteller die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragt hat und die Gerichtskosten einzahlt).

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage beantworten.

mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

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