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Mahnbescheid an GmbH

11.01.2006 12:05 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Ich bin Geschäftsführer einer GmbH, die mit einem Verlust von mehr als 300.000 Euro faktisch insolvent ist. Nun hat die GmbH einen Mahnbescheid in Höhe von 25.000 Euro erhalten. Die Forderung halte ich in der Sache für unbegründet, bin mir aber nicht sicher.

Nun zu meinen Fragen:

1. Wenn ich Widerspruch einlege: kommt es dann zwangsläufig zu einem Zivilverfahren?

2. Da die GmbH faktisch insolvent ist: gibt es eine Durchgriffshaftung auf mein Privatvermögen als Geschäftsführer?

Es gibt sonst keine Forderungen an die GmbH, ich bin Alleingeschäftsführer.

Über rasche Antwort (Fristen!) wäre ich dankbar.


Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehmen möchte:

Nach Widerspruch gegen den Mahnbescheid kommt es nur dann zu einem streitigen Verfahren, wenn der Antragsteller die Abgabe an das zuständige Landgericht im Antrag auf Erlaß des Mahnbescheids beantragt hat und auf entsprechende Anforderung des Mahngerichts hin einen weiteren Gebührenvorschuß leistet. Der Antrag auf Abgabe an das zuständige Gericht kann auch nach dem Widerspruch (gesondert) gestellt werden, darüber hinaus kann er bis zu dem Beginn der mündlichen Verhandlung zurückgenommen werden. Ob das streitige Verfahren eingeleitet wird, ist im Ergebnis von dem „Willen“ des Antragstellers abhängig. Aufgrund des hohen Streitwertes und der damit verbunden erheblichen Kosten sollten Sie genau prüfen, ob die Forderung tatsächlich unberechtigt ist und daher Widerspruch einzulegen ist.

Eine persönliche Haftung des Geschäftsführers einer GmbH auch gegenüber Dritten kommt insbesondere im Falle der Insolvenzverschleppung oder bei Sorgfaltspflichtverletzungen des Geschäftsführers in Betracht (§ 64 GmbHG). - Wurde der erforderliche Insolvenzantrag nicht oder nicht rechtzeitig gestellt, muss der Geschäftsführer Gläubigern, deren Forderungen gegen die GmbH bereits vor dem Zeitpunkt der Insolvenzreife begründet wurden, das ersetzen, was sie infolge der verspäteten Insolvenzantragstellung bei der späteren Verteilung der Masse weniger erhalten. Bei Forderungen, die erst nach Insolvenzreife, aber noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens begründet wurden, steht den Gläubigern ein Anspruch auf Ersatz des Schadens zu, der ihnen dadurch entstanden ist, dass sie mit der eigentlich bereits zahlungsunfähigen oder überschuldeten GmbH überhaupt noch Geschäfte gemacht haben.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen
Jutta Petry-Berger
Rechtsanwältin

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