Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Mahnbescheid - Ratenzahlung - wie kommen wir an unser Geld?

| 16.03.2018 08:20 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Mein Mann hat im letzten Jahr seinen nebenberuflich ausgeübten Onlineshop verkauft. Den größten Teil des KP hat er bekommen. Da die Käuferin das Geld nicht komplett hatte, hat er im Kaufvertrag eine Ratenzahlung für einen Restbetrag von 2 x 2000 Euro vereinbart, fällig am 17.02.2018 und 17.08.2018. Den ersten Zahltermin hat sie verstreichen lassen, ohne sich zu melden. Daraufhin folgte zunächst eine Zahlungserinnerung und dann die Beantragung des Mahnbescheides, der mittlerweile zugestellt wurde. Sie hat daraufhin geschrieben, dass sie den Mahnbescheid anerkennt, aber das Geld nicht hat. Sie hat einmal 150,00 Euro überwiesen und hofft "auf Verständnis", dass sie das Geld in Raten abzahlen kann. Das wird sie nicht tun, da sie bereits mehrmals versucht hat, uns zu betrügen, bereits schon bei Kaufvertragsabschluß. Jetzt wäre sie auch angäblich krank und könne nicht arbeiten.
Was können wir jetzt tun, um an das Geld zu kommen? Sie hat eine Firma (GmbH), mit der mein Mann auch den Kaufvertrag gemacht hat. Die Dame ist geschäftsführende Gesellschafterin und hat bereits eine Menge Schulden aus vorherigen Pleiten und diversen Geschäften, sowohl bei Banken, als auch bei Privatpersonen, wie wir mittlerweile erfahren haben. Wenn wir jetzt einen Zahlplan für zunächst die ersten 2000.00 Euro aufstellen (was ja eigentlich sie hätte machen müssen), wird sie garantiert mit der nächsten oder übernächsten Rate wieder in Verzug geraten. Was dann .... wieder mahnen oder dann die Vollstreckung beantragen? In ihrem Geschäft hat sie hochwertige Ware, die sie verkauft. Was können wir tun, um an unser Geld zu kommen? Macht die Vollstreckung Sinn? Wir haben auch gehört, wir können die Insolvenz beantragen, vermuten aber, dass dann mehrere Gläubiger mit höheren Summen "vor uns" dran sind und wir leer ausgehen. Was raten Sie uns? Können wir auch verlangen, aus ihrem Geschäft hochwertige Ware zu bekommen, die wir dann quasi zu Geld machen können?
Im August mit den nächsten 2000 Euro müssen wir dann wieder diese ganze Sache durchspielen (Mahnbescheid etc.) oder kann man das dann mal alles zusammenlegen, um vielleicht auch Kosten zu sparen und die Angelegenheit zu vereinfachen?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin,




Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Es ist schwer abzuschätzen, ob eine (weitere) Ratenzahlungsvereinbarung zum Erfolg oder nur zu einer Verzögerung führt. Allerdings: Sie haben jetzt einen Vollstreckungstitel, und üblicherweise ist Geschäftsleuten daran gelegen, eine Zwangsvollstreckung möglichst zu verhindern. Im Hinblick auf dieses Druckmittel kann es durchaus erfolgversprechend sein, eine kurze Frist zur Zahlung einer größeren Rate zu setzen, um vorerst auf die Zwangsvollstreckung zu verzichten.

Andernfalls wäre es vermutlich am ehesten erfolgversprechend, im Rahmen einer Zwangsvollstreckung die Abgabe der Vermögensauskunft zu verlangen. Dann erfahren Sie, ob und welche Vermögenswerte vorhanden sind, in die möglicherweise vollstreckt werden könnte. Ob ein Zugriff auf die Ware im Geschäft möglich ist, lässt sich so nicht beantworten: Wenn die Betreiberin Ihre Schuldnerin ist, die Ware aber der GmbH gehört, ist dies so ohne Weiteres nicht möglich. Wenn die Schuldnerin hierzu allerdings bereit ist, kann so etwas vereinbart werden.

Bezüglich der Restzahlung im August sollten Sie der Schuldnerin anbieten, ein notarielles Schuldanerkenntnis in vollstreckbarer Ausfertigung zu übersenden, wenn absehbar ist, dass die Rate nicht fristgerecht bezahlt werden kann. Auch aus diesem Titelt kann vollstreckt werden, er ist aber deutlich günstiger zu erlangen. Weigert Sie sich, müssen Sie einen neuen Mahnbescheid beantragen, damit Sie die Zwangsvollstreckung auch bezüglich dieser Forderung betreiben können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-

Nachfrage vom Fragesteller 16.03.2018 | 09:03

Was kostet denn so ein notarielles Schuldeingeständnis, wer zahlt das? Haben wir denn bei Zwangsvollstreckung Chancen etwas zu bekommen, wenn andere Gläubiger auf dieses Mittel verzichten oder werden dann alle bedient.
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.03.2018 | 10:10

Sehr geehrte Fragestellerin,


ein Schuldanerkenntnis über 2000 € kostet etwa 35 €. Selbstverständlich fordern Sie die Gegnerin auf, dieses Anerkenntnis auf eigene Kosten erstellen zu lassen. Schließlich müsste sie bei einem Mahnverfahren die deutlich höheren Kosten im Ergebnis ebenfalls tragen.

Bei der Vollstreckung aus einem Vollstreckungsbescheid oder aus einem Anerkenntnis handelt es sich um Einzelvollstreckung, es geht dabei also nur um Ihre Forderungen. Ob allerdings Vermögen vorhanden ist, in das vollstreckt werden kann, lässt sich im Vorfeld nicht sicher prognostizieren. Allerdings ist die Vollstreckung mindestens für 30 Jahre möglich; es besteht also durchaus die Chance, langfristig die Forderungen durchzusetzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 16.03.2018 | 10:49

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnell geantwortet, sehr umfänglich und vor allem verständlich. Jetzt wissen wir erst mal weiter, herzlichen Dank. Absolut empfehlenswert!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.03.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69224 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette kompetente Anwältin Rasche Antwort Jederzeit wieder und sehr zu empfehlen. Danke für Ihre Hilfe ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Schnelle Rückmeldungen, ich hoffe, die Hinweise bestätigen sich in der Praxis. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort war prägnant, mit Gesetzestexten bzw. Urteilen unterlegt und sehr verständlich. Uns wurde bei der Entscheidungsfindung über die weitere Vorgehensweise damit sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER