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Mahnbescheid - Parship Abofalle

19.10.2017 18:50 |
Preis: 38,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ich bin leider in die Parship Abofalle getappt. Nachdem sich der Vertrag automatisch verlängert hatte, habe ich bevor die neue Laufzeit begonnen hatte, eine Kündigung verfasst, da ich das Vertrauen in dieses Portal verloren habe. In die Kündigung habe ich folgenden Satz geschrieben:
hiermit kündige ich den oben bezeichneten Vertrag mit sofortiger Wirkung nach § 627 BGB. Ihren Forderungen widerspreche ich, weitere Zahlungen werden nicht erfolgen.
Die Kündigung wurde per Einschreiben zugestellt.

Die Forderungen des Inkassounternehmens Debitor Inkasso habe ich ignoriert, da ich in der Kündigung schon erklärt habe, dass ich den Forderungen widerspreche und keine weiteren Zahlungen leisten werde.

Nun habe ich eine förmliche Zustellung in Form eines gelben Briefs vom Amtsgericht Hamburg-Altona bekommen, welcher einen Mahnbescheid enthält.
Als Hauptforderung sind der Mitgliedsbeitrag mit 660 € plus Verfahrenskosten, Nebenforderungen und Zinsen aufgelistet. Insgesamt beläuft sich der Betrag auf fast 900 €.

Viele Möglichkeiten bleiben jetzt nicht mehr. Entweder widerspreche ich dem Anspruch insgesamt, einem Teil des Anspruchs oder ich zahle den kompletten Betrag.

Sollte ich den kompletten Betrag bezahlen oder besteht Aussicht auf Erfolg wenn ich dem gesamten Anspruch widerspreche?

Sehr geehrter Ratsuchender,


Sie sollten widersprechen und warten, ob die Anspruchbegründung durch die Gegenseite dann noch erfolgt.

Denn nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung greift die Kündigungsmöglichkeit des § 627 Abs. 1 BGB ein, da diese Singlebörse zusätzliche Leistungen anbietet und erst damit Partnervorschläge unterbreitet.

Da damit in die Privat- und Intimsphäre des Kunden eingegriffen wird, liegt ein besonderes Vertrauen vor, so dass eben § 627 Anwendung findet (OLG Dresden, Urt.v. 19.08.2014, Az..: 14 U 603/14).


Da hier der Zugang der Kündigung nachgewiesen weden kann, müsste dieses nach Ihrer Darstellung für die Klagabweisung ausreichen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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