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Mäuse


01.11.2007 11:20 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,ich wohne seit März 06 zur Miete in einem alten Bauernhaus
und in letzter Zeit hat das Mäuseaufkommen im Haus und in meiner Wohnung unerträgliche Zustände angenommen,da sie sich aufgrung der Lagerung von Tierkadavern und jede Menge Futter in angrenzen
den Nebengebäuden rasant vermehren können und kommen durch Decken und Wände auch in meine Wohnung,auch weil das Treppenhaus
jede Menge Löcher in den Wänden hat (ewiger Rohbau).Habe das
Problem schon mehrfach angesprochen,ohne Wirkung.Die Aussage war:
wir sind hier auf dem Land,und da wäre das nun mal so.Ich habe allein in einer Woche 30!!! Mäuse an meiner Wohnungstür gefangen
und schlafe jetzt manchmal ausserhaus,weil es nachts einfach zu laut ist,durch das Kratzen und Knabbern und eine Katze kann ich mir aufgrund einer Allergie nicht halten.Was kann ich tun? Ich
habe zwar eine RSV,aber leider ohne Mietrecht.Ich zahle 400 € WM
und kann mir als Leiharbeiter kaum eine andere Wohnung leisten.
MfG Wolfgang
01.11.2007 | 11:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt und diese eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Folgende Amtsgerichte haben bei Mäusen eine Minderungsquote in Höhe von um die 10 % für angemessen erachtet.

AG Bad Säckingen, Urteil vom 30.03.1976 -C 368/75, WM 1986, S. 113 (Mäuse tummeln sich in der Küche und hinterlassen ihre Exkremente in Kochtöpfen und Geschirr).
AG Bonn, Urteil vom 08.02.1985- 6 C 277/84, WM 1986, S. 113.
AG Rendsburg, Urteil vom 04.03.1988 - 3 C 551/87, WM 1989, S. 284.
Quelle: Minderungstabelle Hanhörster: www.hanhoerster.de

Sie sollten dem Vermieter zunächst das Problem mit den „ 30 Mäusen “ pro Tag schriftlich per Einschreiben mit Rückschein anzeigen. Idealerweise setzen Sie zugleich eine angemessen lange Frist zur Behebung des Problems. Nach meiner Rechtsauffassung muss der Vermieter – selbst bei ländlicher Lage - einen „ Kammerjäger “ mit entsprechenden Maßnahmen beauftragen. Dies gilt nur, wenn Sie beim Abschluss des Mietvertrages die konkrete Problematik mit den Mäusen nicht gekannt haben - § 536 b BGB.

In dem Schreiben sollten Sie sich außerdem vorbehalten, die Miete auch für die Vergangenheit angemessen ( um die 40 €uro pro Monat ) zu „mindern,“ wenn die Plage nicht fristgemäß beseitigt wird. Wenn vermieterseitig nichts unternommen wird, so kommt neben einer angemessenen Mietzinsminderung insbesondere ein Vorgehen nach § 536 a Abs. 2 Nr. 1 BGB in Betracht:

§ 536a BGB

„ Schadens- und Aufwendungsersatzanspruch des Mieters wegen eines Mangels

(1) Ist ein Mangel im Sinne des § 536 bei Vertragsschluss vorhanden oder entsteht ein solcher Mangel später wegen eines Umstands, den der Vermieter zu vertreten hat, oder kommt der Vermieter mit der Beseitigung eines Mangels in Verzug, so kann der Mieter unbeschadet der Rechte aus § 536 Schadensersatz verlangen.

(2) Der Mieter kann den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn
1.
der Vermieter mit der Beseitigung des Mangels in Verzug ist oder
2.
die umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.“


Sollten Sie einen Umzug in eine völlig „ mäusefreie “ Gegend in Erwägung ziehen ( Katzenallergie ), so könnten Sie bei der zuständigen staatlichen Stelle anfragen, in wie weit Sie auf Antrag „ Wohngeld “ neben ihrem Lohn erhalten werden. Außerdem kann die Verständigung des örtlich zuständigen Ordnungsamtes angedacht werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich im Rahmen dieses Forums eine Nachfrage zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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