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Mängelrüge an einem neuen Wohnmobil

| 30.07.2018 16:38 |
Preis: 50,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erbitte Auskunft darüber, wie ich mich in nachfolgend geschildertem Fall verhalten soll.

Es geht um ein im Februar 2018 als Neufahrzeug gekauftes Wohnmobil bzw. um eine Panne damit, die ich für einen Sachmangel halte.

Hersteller Basis-Fahrzeug: Citroen
Hersteller Womo-Ausbau: Dethleffs im Auftrag Fa. Pössl
Verkaufsbezeichnung: Pössl Roadcruiser

Die Verkäuferin des Neufahrzeugs an mich, die XYZ GmbH, ist eine Pössl- und eine FIAT-Vertretung, aber keine Citroen-Vertretung.

Während der Urlaubsreise in Schweden geschah am 30.06.2018 folgendes: Das unter dem Fahrzeugheck angebrachte und dort durch einen Drahtseil-Mechanismus gehaltene Ersatzrad lockerte sich auf offener Straße; das Rad berührte dann die Straße und wurde - da noch am Seil hängend - für circa 200m hinter dem Fahrzeug hergezogen, bis wir das Fahrzeug an einer Bushaltestelle auf einer Kraftfahrstraße sicher zum Stehen bringen konnten.

Ich halte diese Panne für einen Mangel am Fahrzeug, vor allem wenn man bedenkt, was hätte passieren könenn, wenn das Seil abgerissen wäre.

In Schweden informierte ich die Verkäuferin am nächsten Tag per Mail und erhielt auch eine Antwort. Fall zur Kenntnis genommen, aber ich wurde an Citroen verwiesen. Man könne diese Marke nicht vertreten.

Zur Vermeidung einer Notlage tätigte ich, gemäß meiner Ankündigung an die Verkäuferin, vor Ort in Kiruna einen Deckungskauf in Form eines neuen Reifens (€270). Der einzige Citroen-Händler in Nord-Schweden konnte oder wollte nicht helfen, die telefonisch kontaktierte Assistance des Fahrzeugherstellers ebenfalls nicht ("Sie sind ja noch mobil, kontaktieren Sie Ihren Händler").

Wieder daheim, habe ich vor wenigen Tagen die Verkäuferin mit Fristsetzung von 14 Tagen zum Ausgleich dieses finanziellen Schadens aufgefordert und um Begutachtung des Halte-Mechanismus gebeten, dies geschah per Einschreiben / Rückschein.

Antwort per Mail. Man könne da nichts machen und Sachmangelhaftung sei ja auch Sache des Herstellers; den möge ich kontaktieren.

Ich habe einen Citroen-Händler zwar in der Tat informiert und warte auf Rückmeldung, möchte mich aber so nicht abspeisen lassen.

Muss die Verkäuferin haften?

Danke für Ihre Einschätzung.

mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn sich bei einem Neufahrzeug bei normaler Fahrweise und normalen Straßenverhältnissen der vom Hersteller angebrachte Reservereifen löst, liegt ein Sachmangel im Sinne des § 434 BGB vor. Es ist zu vermuten, dass dieser Mangel bereits bei Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war. Der Verkäufer haftet daher auf Nacherfüllung gemäß § 439 BGB, muss also den Haltemechanismus nachbessern. Er kann diesbezüglich auch nicht auf den Hersteller verweisen, denn den Anspruch haben Sie direkt gegen Ihren Vertragspartner, den Verkäufer. Der Verkäufer kann ggf. eigene Regressansprüche gegen den Hersteller haben, aber dies ist für Ihren Anspruch gegen den Verkäufer nicht relevant.

Ob Sie auch Ersatzansprüche bzgl. der Kosten des Reifens haben, hängt davon ab, ob die Beschaffung zwingend notwendig war. Denn grundsätzlich muss dem Verkäufer zunächst unter Fristsetzung die Möglichkeit gegeben werden, selbst nachzubessern. Erst wenn er die Nacherfüllung endgültig verweigert hat oder diese gescheitert ist, darf der Käufer auf Kosten des Verkäufers selbst Abhilfe schaffen bzw. Ersatz besorgen. Diesbezüglich müssten Sie im Streitfalle darlegen können, dass eine Notlage vorlag und die sofortige Anschaffung eines neuen Ersatzreifens zwingend notwendig war.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.07.2018 | 18:07

Danke Herr Wilking, das war eine hilfreiche Antwort. Gestatten Sie mir bitte eine Nachfrage: bei der Vornahme des Deckungskaufes (Neuer Ersatzreifen im Urlaubsland) habe ichdurchaus abgewogen, ob ich der Regulierung durch die Verkäuferin vorgreifen soll. Da wir aber a) in einem sehr dünn besiedelten Gebiet unterwegs waren und b) dort auch wegen Schotterpisten ein erhöhtes Risiko für Reifenpannen vermuteten, war uns bei dem Gedanken, mehrere 1000km ohne Ersatzrad fahren zu müssen, nicht wohl. Im Pannenfall wären dort oben 2-3 Tage verloren gegangen durch lange Wartezeiten für die Bergung und nicht ganz problemlose Verfügbarkeit des Reifens. Ist es zu weit gegriffen, hier auf eine Notlage zu erkennen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2018 | 18:14

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Nach Ihrer Schilderung ist hier durchaus eine Notlage begründbar, wenn der Ersatzreifen beschädigt war. Zumal haben Sie ja vorher die Verkäuferin informiert, die aber keine zeitnahe Lösung anbieten konnte, und es handelt sich um eine eher geringe finanzielle Investition im Vergleich zum Kaufpreis.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 30.07.2018 | 18:10

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 30.07.2018 5/5,0
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