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Mängelarbeiten/Bauträger

11.09.2009 08:59 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


11:42
Schönen guten Tag,

unsere Gewährleistung läuft seit Abnahme des REH vom Oktober 2006.

Folgende Mängel sind vorhanden und bereits schriftlich angezeigt:

- Eck-Duschwanne wurde ohne Unterbau installiert.
Da sich bereits eine Seite der Duschwanne der Silikonstreifen abgelöst hatte, dadurch das der Rand des Einsatzes nachgibt, z. B. durch draufstellen während des Duschvorgangs, wurde dieser mit Bauschaum von einem Mitarbeiter des Bauträgers ausgespritzt.
Jetzt löst sich das Silikon auf er 2. Seite ohne Unterbau ab. Es läuft Gefahr, das sich Wasser ansammelt, bzw. Schimmel durch Wassereintritt ansammelt.

- In der Reihenhausanlage existiert eine Gesamtheizungsanlage für 4 Reihenhäuser. Die Heizungsanlage ist ausgelagert in einem sep. Kellerraum. Die Heizungsanlage wurde vom Bauträger, nachdem alle 4 Eigentümer in schriftlich aufgefordert hatten, nachträglich mit einer Steuereinheit, bzw. Temperaturfühler ausgestattet. Der vorherige Betrieb war somit nicht erlaubt, bzw. war die Heizungsanlage im Dauerbetrieb.

Seit dieser Installation weißt die Anlage in regelmäßigem Tournus einen Fehler auf...-->keine Flammbildung! D.h. alle Reihenhäuser haben kein Warmwasser. Um dies zu bewerkstelligen, muss die Heizungsanlage neu gestartet werden.
Der Bauträger hatte dies schriftlich erhalten und äußert sich nicht.


Was kann man tun?
11.09.2009 | 09:09

Antwort

von


(2245)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,


nach Fristablauf wird die gerichtliche Auseinandersetzung unausweichlich sein, wenn der Bauträger sich nicht meldet, wobei auf Erfüllung durch Mängelbeseitigung geklagt werden sollte.


Silikon und Bauschaum ist kein Aufbau nach den anerkannten Regeln der Baukunst, so das ein Mangel vorliegt. Dieser Mangel liegt auch bei der Heizungsanlage vor, so dass der Bauträger verpflichtet gewesen wäre, diese Mängel zu beseitigen.

Meldet er sich aber einfach nicht, ist davon auszugehen, dass er kein Interesse an einer außergerichtlichen Lösung hat, so dass dann nur noch die Einleitung des gerichtlichen Verfahrens möglich ist. Dazu sollten Sie sich aber unbedingt anwaltlicher Hilfe bedienen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 14.09.2009 | 10:33

Guten Tag,

mir fehlen da schon noch so einige Angaben, Gewährleistungszeit, VOB, Fristen bei Heizungsanlagen.

Silikonaufbau ist nicht vorhanden, sondern dies betrifft lediglich einen Aufbau durch Bauschaum. Der Silikon ist lediglich zur Abdichtung verwendet. Jetzt habe ich mir sagen lassen, dass der Aufbau nachträglich durch Bauschaum machbar ist und keinen Mangel darstellt.

Insbesondere fehlt mir bei der Heizungsanlage der Hinweis auf die Zuständigkeit der Wartung. Gewährleistungsfrist liegt doch hier nicht bei 5 Jahren?

Ich bin mit der Anwort nicht zufrieden!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.09.2009 | 11:42

Sehr geehrter Ratsuchender,


ich bin auf Ihre Fragen eingegangen und habe diese beantwortet. Aber da Sie Nachfragen haben, ist dieses im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion auch kein Problem:

Zur Frage der Mängel:

Silikon ist zunächst keine dauerhafte Abdichtung. Denn Silikon hat die unangenehme Eigenschaft, sein Volumen zu verändern, auszuhärten und zu reißen, so dass Silikon immer eine Wartungsfuge darstellt, die vom Bauherrn selbst zu beobachten (und regelmäßig zu erneuern) wäre. eine Abdichtung aus Silikon stellt daher - im Gegensatz zu einer Gummiabdichtung - KEINE dauerhafte Abdichtung dar. hier sollten Sie auf eine FACHGERECHTE Abdichtung aus Gummi bestehen.

Bauschaum stellt KEINEN ordnungsgemäßen Aufbau dar, da auch hier es zu temperaturabhängigen Verformungen kommen kann, die Belastungswerte nicht erreicht werden können (Sie könnten quasi den ausgehärteten Bauschaum eindrücken) und auch die bei einer Dusche notwendigen Luftschichten teilweise verschlossen werden, so dass es dann zu Schimmelbildung wegen Luftstau führen kann, da gerade im Badezimmer die Feuchtigkeit schnell abtrocknen muss. Wer immer Ihnen erklärt hat, dass Bauschaum zulässig ist, hat Ihnen insoweit also eine falsche Antwort gegeben. "Machbar" ist es natürlich; fraglich ist aber, ob dieses dauerhaft und zulässig ist - beides wäre zu verneinen!

Gewährleistungsfrist

Zunächst ist die vertraglich vereinbarte Gewährleistungsfrist entscheidend, so dass der vertrag zu prüfen wäre, was im Rahmen der ERSTberatung nicht möglich ist.

Die VOB mit der regelmäßigen zweijährigen Verjährungsfrist greift nur dann ein, wenn Sie ausdrücklich im Vertrag vereinbart worden ist. Das kann ich nicht beurteilen, da ich den Vertrag nicht kenne.

Ansonsten gilt das BGB und die fünfjährige Verjährungsfrist. Aber auch hierzu bedarf es der Vertragsprüfung.

Die Fristen gelten auch für die Heizungsanlage, da sie Bestandteil des Objektes geworden ist (sofern sie nicht ausdrücklich aus dem Bauvertrag herausgenommen worden ist, was ich aber nicht unterstelle). Auch dort gilt also die gleiche Verjährungsfrist, wie bei dem Gesamtwerk.

Die Frage der Zuständigkeit der Wartung stellt sich nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht, wenn die Heizung bisher noch nicht einmal fehlerfrei gelaufen ist. Denn dieses ist keine Wartungsfrage, sondern eine Frage Mangelfreiheit, die der Unternehmer zu gewährleisten hat.


Die Wartung, sofern nicht gesondert vom Bauträger vertraglich übernommen, würde den Eigentümern obliegen. Aber - wie ausgeführt - geht es hier um Mängelbeseitigung, wenn die Anlage nicht fehlerfrei läuft.



Folgendes gebe ich aber noch zu bedenken:

Hier handelt es sich um eine Erstberatungsplattform, die Sie sicherlich auch wegen der Schnelligkeit und aus Kostengründen nutzen. Die aufgeworfenen Frage ("Was kann man tun") ist dann auch zu beantworten, was geschehen ist. Wenn, so wie Sie nun schreiben, weitergehende Informationen gewünscht werden, sollte man diese Wünsche vielleicht auch in der Erstfrage deutlich vorbringen, da natürlich immer nur die Erstfrage Gegenstand der Erstantwort sein kann.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

ANTWORT VON

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