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Mädchen 15 Jahre, lebt bei einem Fremden Mann (Soll bei der Polizei sein 19 Jahre)

28.07.2014 18:48 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Meine Enkeltochter ist aus dem Elternhaus ausgezogen und lebt jetzt bei einem fremden Mann.
Weder meine Tochter noch die Familie noch Freunde/Freundinen kennen diesen Mann.

Leider liegt keine Adresse/Auto-Kennzeichen vor.

Geht seit einpaar Tagen nicht zur Schule. Kurzum es gibt soweit keine Möglichkeit
an das Mädchen heran zukommen.

Habe Angst, dass dieser sogenannt Freund, ein Zuhälter ist.

Das Jugendamt sowie die Polizei meint, das Mädchen kann und soll sich frei entfalten.
Diese Außerungen verstehe ich nicht und kann es auch nicht begreifen.

Was kann am unternehmen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Dass eine 15-jährige von zuhause auszieht und bei einem 19-jährigen Freund wohnt, ohne dass der Aufenthalt bekannt ist und der Schule unentschuldigt fernbleibt, dürfte m. E. nicht mehr unter die freie Entfaltung fallen, so dass meiner Ansicht nach ein Einschreiten durchaus geboten wäre. Darüber hinaus liegt das Aufenthaltsbestimmungsrecht für eine 15-jährige in aller Regel bei den Eltern als Erziehungsberechtigte und gesetzliche Vertreter. Auch deshalb haben die Eltern das Recht, zu erfahren, wo sich ihre Tochter aufhält und dürfen sie grundsätzlich auch wieder nach Hause holen, notfalls mit amtlicher/gerichtlicher Hilfe.

Es ist aber leider oftmals so, dass die Polizei solange nichts unternimmt, wie kein Verdacht einer konkreten Straftat besteht oder es sich nicht um einen Vermisstenfall handelt. Jugendämtern wird zwar oft unterstellt, den Kindern und Jugendlichen alle Freiheiten zu gewähren, aber es gibt Grenzen, die auch das Jugendamt einhalten muss. Diese Grenze ist das Kindeswohl, denn das Jugendamt hat zu beachten, dass das Kindeswohl nicht gefährdet wird. Das gilt auch für Jugendliche wie eine 15-jährige. Eine Gefährdung des Kindeswohls durch den Aufenthalt bei einem Unbekannten kann man hier meiner Meinung nach nicht ausschließen und auch das Fehlen in der Schule spricht nicht unbedingt für das Kindeswohl. Abgesehen davon besteht Schulpflicht, so dass auch vor diesem Hintergrund Nachforschungen des Jugendamtes grundsätzlich angebracht wären.

Die Eltern sollten sich daher nicht mit der "freien Entfaltung" vom Jugendamt abspeisen lassen sondern den Sachverhalt - insbesondere dass der Aufenthalt des Mädchens nicht bekannt ist und es auch seit einigen Tagen nicht mehr zur Schule geht - dort nochmals darlegen. Manchmal hilft es, wenn man sich dazu direkt an einen Vorgesetzten oder den Amtsleiter wendet. Daneben sollte bei der Polizei geklärt werden, ob wegen des unbekannten Aufenthalts eine Vermisstenanzeige erstattet werden kann. Eine solche Anzeige muss dann von der Polizei grundsätzlich bearbeitet werden.

Sofern noch nicht geschehen, sollte zudem versucht werden, das Mädchen bei Freunden oder per Handy zu erreichen. Die Klassenkameraden, Freunde und Bekannten Ihrer Enkelin sollten ggf. befragt werden, ob sich Ihre Enkelin dort gemeldet hat und wann sie den letzten Kontakt hatten. Außerdem sollten Freunde und Bekannte als mögliche Zeugen benannt werden, wenn dies notwendig wird. Eine Information der Schule oder Klassenleitung kann ebenfalls u. U. angebracht sein.

Auch wenn die Situation sicherlich sehr belastend ist und Sie sich berechtigterweise große Sorgen um Ihre Enkelin machen, sollten Sie und die Eltern - auch wenn es schwer fällt - die notwendige Sachlichkeit bewahren und vor allem von vorschnellen Verdächtigungen gegen den unbekannten Mann absehen. Deshalb möchte ich den Eltern Ihrer Enkelin dringend anraten, sich vor Ort anwaltliche Hilfe zu suchen. Ein Anwalt hat den notwendigen emotionalen Abstand und kann die Eltern daher sachlich und mit juristisch fundierten Argumenten gegenüber dem Jugendamt und der Polizei vertreten. Darüber hinaus kann ein Anwalt prüfen, ob ein gerichtliches Verfahren (Eilverfahren) zur Rückführung des Mädchens eingeleitet werden kann/soll.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und dass, alles gut enden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

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