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MWSt ausweisen als UK Online-Shop-Betreiber in DE?

| 28.10.2011 10:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo,

Wir betreiben einen Online-Shop, das den Firmensitz in UK hat. Ueber den Online-Shop verkaufen wir Produkte direkt nach Deutschland. Die Produkte stammen aus der ganzen Welt. Meist aus US oder HK.

Bei einer Bestellung schicken unsere Partner die Produkte direkt an unsere Endkunden in Deutschland (drop shipping). Manchmal senden wir auch direkt aus UK zu unseren deutschen Kunden und wir haben auch vor, ein Lager einzurichten in Deutschland, das von DRITT-Anbieter gefuehrt wird. Also wir selbst arbeiten NICHT aus Deutschland aus.

Die Frage ist nun, muessen wir als UK Firma englische oder sogar deutsche MWSt bei unseren Kunden in Deutschland abführen?

Danke im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte. Beachten Sie bitte, dass die von mir erteilte rechtliche Auskunft ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben basiert. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Nachfolgend nehme ich zu der von Ihnen gestellten Frage Stellung, die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Die Frage ist nun, muessen wir als UK Firma englische oder sogar deutsche MWSt bei unseren Kunden in Deutschland abführen?

Da Sie leider keine weiteren Angaben darüber machen, ob Ihre Kunden Privatpersonen oder Unternehmer sind, unterstelle ich an dieser Stelle, dass es sich wohl um Privatpersonen handelt. Demnach ist für Sie u. a. der § 3c UStG maßgebend. Der § 3 c UStG besagt, dass die Lieferung in dem EU-Mitgliedstaat als ausgeführt zu behandeln gilt, in dem die Beförderung oder Versendung der Ware (ausgenommen neuer Fahrzeuge) endet, wenn der Lieferer die maßgebende Lieferschwelle überschreitet oder auf deren Anwendung verzichtet. Die maßgebende Lieferschwelle für Deutschland liegt bei 100.000 € (Stand 1. 9. 2009). Das bedeutet, wenn Sie Waren im Wert von 100.001 € nach Deutschland liefern, wären die Umsätze sodann auch in Deutschland zu versteuern. Bleiben Sie unter diesem Betrag, bleibt es bei einer Versteuerung im Ursprungsland.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Sie können sich gern im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 02.11.2011 | 12:26

Danke für ihre Antwort. Genau, wir beliefern Privatpersonen.

Was nun aber für uns noch unklar ist, wie können wir denn als UK Firma deutsche Umsatzsteuer abrechnen? Ist es denn überhaupt möglich eine Umsatzsteuer-Nummer zu kriegen als UK Ltd.?

Danke im Voraus.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.11.2011 | 14:56

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Zunächst möchte ich die Beantwortung der Ursprungsfrage nochmals zusammenfassen.

Wie Sie nun mitteilten, versenden Sie als Unternehmer Waren nach Deutschland an private Abnehmer. Die privaten Abnehmer müssen die von Ihnen gelieferten Waren in Deutschland nicht versteuern. Aufgrund dessen haben Sie, als Unternehmer, die Lieferung im Bestimmungsland (Deutschland) der Umsatzsteuer zu unterwerfen, wenn der Gesamtwert der an die Privatpersonen gelieferten Waren die Lieferschwelle von 100.000 € übersteigt, vgl. § 3 c UStG . Die Verlagerung des Lieferortes nach § 3 c Abs. 1 UStG (also Deutschland) tritt ein, sobald die Lieferschwelle im laufenden Kalenderjahr überschritten wird. Dies gilt bereits für den Umsatz, der zur Überschreitung der Lieferschwelle führt.

Erreichen Sie die Lieferschwelle nicht, bleibt es bei der Besteuerung im Ursprungsland. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, eine generelle Besteuerung in Deutschland zu wählen, vgl. § 3 c Abs. 4 UStG .

Für den Fall, das Sie sogenannte verbrauchssteuerpflichtige Waren (z. B. Kaffee, Tabak, Bier o. ä.) versenden, müssen Sie die Waren immer in Deutschland der Umsatzsteuer unterwerfen, vgl. § 3 c Abs. 5 Satz 2 UStG .

Nachfrage:

Was nun aber für uns noch unklar ist, wie können wir denn als UK Firma deutsche Umsatzsteuer abrechnen? Ist es denn überhaupt möglich eine Umsatzsteuer-Nummer zu kriegen als UK Ltd.?

Wie bereits oben beschrieben, unterliegen Sie der deutschen Umsatzbesteuerung im Falle der Überschreitung der Lieferschwelle. In diesem Fall müssen Sie in Deutschland einen sogenannten Fiskalvertreter bestellen. Bei einem Fiskalvertreter handelt es sich um eine Person aus Deutschland, meist aus einem zur Steuerberatung befugten Berufsstand. Dieser hat für die Abführung der Umsatzsteuer an das Finanzamt Sorge zu tragen. Auch erhält diese Person in seiner Eigenschaft als Fiskalvertreter eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, unter der er dann für Sie als Vertreter auftreten und sämtliche steuerliche Pflichten gegenüber dem Finanzamt erfüllen wird.

Ich hoffe, damit Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Sofern Sie weitergehende anwaltliche Unterstützung in dieser Angelegenheit benötigen, würde ich mich freuen, Sie entsprechend vertreten zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
M i n n e r
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 03.11.2011 | 15:19

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