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MPU negativ - kann ich dagegen vorgehen?


21.09.2006 22:10 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Hallo Team, folgendes Problem:

Vor einem Monat kam Schreiben, ich muesse zur MPU. Grund: 2 Faelle von Ueberschreitung des Tempolimits, 1 Fall von Telefonieren am Steuer.

Bin also zur MPU, saemtliche koerperliche, gesundheitliche und reflex- Tests ergaben hervorragende Ergebnisse, weit ueber dem durchschnitt. muss dazu sagen, ich treibe viel sport und konsumiere seit 10 jahren keinerlei drogen, nichtmal gelegentlich alkohol. auf gut deutsch ich bin ein topfitter, hellwacher junger mann.

dann das gespraech mit dem psychologen. er fragte mich nach den gruenden meines fehlverhaltens im strassenverkehr. ich schilderte ihm sachlich, dass ich in den besagten 3 faellen in eile war bzw eine wichtige sache am handy mitteilen musste, und so in diesem augenblick nicht die noetige souveraenitaet an den tag gelegt habe, um mich an die verkehrsregeln zu halten, zumal die strecke die ich befuhr, vollkommen frei war und ich sie jeden tag 2mal fahre (zur arbeit und zurueck), mir sie also sehr gut vertraut ist seit jahren. trotzdem sehe ich meine fehler ein, erklaerte ich ihm, und achte seit einiger zeit sehr genau darauf, dass ich die regeln strikt einhalte. dies habe nicht zuletzt mit den hohen bussgeldern sowie ausgaben fuer nachschulung zu tun, erklaerte ich ihm. ich betonte auch, dass wenn ich die situation nicht einschaetzen koenne, sprich die strasse nicht kenne, oder viel verkehr sei, waere ich nie auf die idee gekommen, das tempolimit zu ueberschreiten.
also kurzum: ich habe ihm klargemacht dass ich meine fehler einsehe, habe ihm auch erklaert dass ich dabei bin sie zu vermeiden , aber habe eben auch betont, dass die situationen in denen ich eben die fehler begangen habe auf strecken passierten, die ich sehr gut kenne und einschaetzen kann. das ganze habe ich ihm versucht ehrlich zu vermitteln, ohne uebertriebene demut oder sonstiges, sondern sachlich und vernuenftig.

das gutachten kam letzte woche, es fiel negativ aus, es hiess dort wie gesagt physisch und gesundheitlich sei alles top, nur im beratungsgespraech waere deutlich geworden dass ich meine fehler nicht einsehe und an starker selbstueberschaetzung leide.

freunde, es sieht folgendermassen aus: ich muss jeden tag zur arbeit fahren, ich hab eine familie zu ernaehren, und wegen eines amatuer psychologen der probleme hatte mir in die augen zu kucken und mir im nachhinein die worte im mund herumdreht und ein total einseitiges und falsches beurteilungsschreiben verfasst, muss ich nun meinen fuehrerschein abgeben. freunde, ich bin einer, der laesst sich sowas nicht gern gefallen.

was schlagen sie vor, was ich am besten nun unternehmen soll?

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Sofern Sie bei der zuständigen Behörde nicht einer Weiterleitung der MPU Ergebnisse zugestimmt haben oder die begutachtende Stelle von der Schweigepflicht befreit haben, so könnten Sie als eigentlicher Auftraggeber des Gutachtens dieses zunächst zurückhalten.
Ziel wäre dann eine erneute, positive Begutachtung von einer anderen zugelassenen Stelle zu erhalten. Dieses positive Gutachten könnten Sie dann der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen.

Wenn die o.g. Voraussetzungen nicht vorliegen wird die Führerscheinstelle in aller Regel die Neuerteilung der Fahrerlaubnis ablehnen oder falls die Fahrerlaubnis noch besteht diese endgültig entziehen.

In diesem Fall würde sich ein erneuter Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis unter gleichzeitiger Vorlage eines bereits erstellten, aktuellen Gutachtens (neuer als das negative) anbieten.

Im Übrigen sollten Sie bei einer erneuten Begutachtung einfach darauf verzichten Ihr bemängeltes Verhalten im Straßenverkehr herabzuspielen. Hier reagieren manche Gutachter wie der Stier auf ein rotes Tuch.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Ich wünsche Ihnen für die weiteren Schritte viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2006 | 22:59

ok danke schonmal, also zweites ist der fall, heute kam post von der kreisverwaltung, sie wollen meinen fuehrerschein morgen haben.

gibt es eine frist bis ich das naechste gutachten machen lassen kann oder kann ich es sofort machen?

gibt es keine moeglichkeit den lappen vorerst zu behalten und irgendwie dagegen vorzugehen? mir ist schon klar dass es nicht schlau ist, meine taten herabzuspielen, fakt ist aber dass mir das vor dem gespraech auch schon klar war und ich es deshalb nicht getan habe, sondern wie erwaehnt dem jungen herrn lediglich die umstaende der jeweiligen delikte erklaert habe in sachlichem tonfall. ich bin ja kein idiot.
in seiner beurteilung laesst er teile die ich sagte voellig aus und stellt mich als vollkommenen uneinsichtigen raser dar.

da muss man doch wasmachen koennen! es kann doch nicht sein dass mir so ein daemlicher seckel einfach mal aufgrund von antipathie mein leben erschwert!


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.09.2006 | 08:35

Sehr geehrter Fragesteller.



Sie schieben hier leider unzulässigerweise eine neue Frage nach. Mit der Beantwortung würde ich gegen die Richtlinien von Frag einen Anwalt verstoßen. Ich bitte daher um Ihr Verständnis.



Gehen Sie am besten so vor wie ich es Ihnen bereits beschrieben habe.

Sie sollten vor einer neuerlichen MPU ein Vorgespräch mit der gewünschten Prüfungsstelle führen.



Ferner sollten Sie darauf achten auf keinen Fall das negative Gutachten zu den Akten gelangen lassen.

Wie bereits erwähnt ist das Gutachten Ihr Eigentum – Sie haben es ja auch bezahlt. Sie sind nicht zur Vorlage verpflichtet aber die FS Behörde wird von der Begutachtung erfahren und sich hierzu Gedanken machen. Dennoch sollten Sie das Gutachten einbehalten.

Ein negatives Gutachten verbleibt bis zu zehn Jahren in Ihrer Führerscheinakte.

Daher wäre es sehr wichtig dieses nicht zu den Akten gelangen zu lassen.



Sie können gegen den Bescheid der Führerscheinbehörde natürlich Rechtsmittel einlegen. Dieses wird allerdings kaum Aussicht auf Erfolg haben. Dazu müssten Sie zunächst einmal die Fehlerhaftigkeit der Entscheidung und somit des Gutachtens nachweisen. Dies könnte extrem schwierig und teuer werden. Zudem ist dadurch ein Erfolg nicht garantiert.



Weiter bestünde die Möglichkeit den Gutachter wegen des aus Ihrer Sicht mangelhaften Gutachtens – er ist Ihnen als Auftraggeber zur ordentlichen Begutachtung verpflichtet – zu verklagen. Auch hier stehen enorme Kosten den sehr geringen Erfolgsaussichten gegenüber. Zudem würde auch so ein Prozess Jahre dauern.





Mit freundlichen Grüßen,



Andreas M. Boukai

- Rechtsanwalt -

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