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MA fliegt in den Urlaub trotz Krankmeldung

| 04.10.2013 12:54 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ich bin hier als Arbeitsgeber. Eine Mitarbeiterin ist von mir ( beschäftigt auf Teilzeitbasis, seit Okt. 2012, unbefristet, ungekündigt und außerhalb der Probezeit ) hatte am 06. September 2013 einen kleinen Unfall. Sie ist mir Ihrem Roller unterwegs gewesen. Von einem Parkplatz kam ein Auto und sie ist mit dem Roller in die Fahrertür des PKW´s gekracht.

Sie hat von 06.09. eine Krankmeldung bekommen für 2 Wochen. Laut Ihrer Aussage ist nichts gebrochen, nur alles grün und blau und ihr tut alles weh und muss zuhause liegen. Kurz vor Ablauf der Krankmeldung kam eine neue Krankmeldung über eine weitere Woche. Wieder kurz vor Ablauf dieser Krankmeldung kam eine dritte Krankmeldung für gleich 3 Wochen bis zum 18.10.2013 ( sprich in Summe 6 Wochen wären dann voll ).

Jetzt habe ich Sie letzte Woche versucht anzurufen um mich nach ihr zu erkundigen. Über mehrere Tage habe ich Sie via Handy und Festnetz nicht erreicht. Von einer anderen Mitarbeiterin habe ich jetzt erfahren, das sie mit ihrem Mann in den Urlaub geflogen sein soll für 2 Wochen ( Ziel unbekannt ).

Jetzt habe ich mir die Mühe gemacht, bei ihr vorbeizurafhren und das mehrfach am Tag ( morgens, abends, tagsüber ) und immer war das Haus verweisst. Es war keine Bewegung festzustellen. Es war immer Licht aus ( selbst abends um 21 Uhr ). Daher vermute ich, das sie wirklich im Urlaub ist.

Jetzt bin ich natürlich schwer enttäuscht und das Vertrauen ist stark erschüttert. Als Arbeitsgeber habe ich natürlich nicht das Recht nach der Krankengeschichte zu fragen, aber darf man nach einen "Verkehrsunfall" und wenn einem alles weh tut ( Aussage des Mitarbeiters ) einfach in den Urlaub fahren? Rechtfertigt dies eine fristlose Kündigung? Einen Beweis, das sie wirklich im Urlaub ist, hab ich natürlich nicht. Ledigliche eine Aussage einer Kollegen und über Tage ein verweistes Haus der Mitarbeiterin.

Wie soll ich hier vorgehen? Kann ich ihr kündigen? Außerdem glaube ich nicht, das man mit Prellungen und Blutergüssen 6 Wochen krank ist. Kann ich irgendwie die Rechtmäßigkeit der Krankmeldung anzweifeln? Das Vertrauen ist sehr schwer erschüttert.

Vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,


so verständlich Ihre Verärgerung auch ist, rechtlich werden Sie daraus keine Kündigung ableiten können.


Zunächst sollten Sie bedenken, dass arbeitsunfähig nicht gleich bettlägrig bedeutet, der arbeitsunfähige Arbeitnehmer also auch weiterhin "am Leben teilhaben darf", ja, sogar in den Urlaub fliegen darf.


Entscheidend ist, dass der Genesungsvorgang nicht beeinträchtigt wird, so dass es auf den Grund der Krankmeldung und Art des Urlaubes abkommt.

Wenn Ihre Arbeitnehmerin nun z.B. bei den - angeblichen - Beeinträchtigungen einen Kletterurlaub in den Bergen macht, wird es kaum zusammen passen. Erholt sie sich hingenen nur am Pool liegend, wird es den Genesungsvorgang kaum beeinträchtigen können.


Dieses alles - unabhängig von der fehlenden Möglichkeit der Beweisführung - rechtfertigt daher nicht die Kündigung, schon gar nicht eine fristlose Kündigung.


Sie hätten allenfalls das Recht gehabt, die Arbeitnehmerin nach der dritten Krankmeldung bei (berechtigten) Zweifeln Ihrerseits, zu einem Amtsarzt zu schicken. Dieser hätte dann die Verletzungen diagnostiziert.



Derzeit besteht für Sie allenfalls noch die Möglichkeit, ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erstellen zu lassen, so dass Sie die Krankenkasse entsprechend von dem Vorgang informieren und um Gutachtenerstellung bitten sollten. Sollte sich dann ein wahrheitswidriges Verhalten herausstellen, wäre zumindest die Abmahnung möglich; einige Gericht bejahen dann auch die Kündigungsmöglichkeit.


Eine andere, rechtlich abgesicherte Möglichkeit haben Sie derzeit leider nicht.


Sicherlich ist das Vertrauen derart erschüttert, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen kann. Das wäre nach Ihrer derzeitigen Sachverhaltsdarstellung dann aber nur mittels Aufhebungsvertrag (also mit Zustimmung der Arbeitnehmerin) möglich.



Sicherlich nicht die erhoffte Antwort, aber die Gesetze und Rechtsprechung kann man nicht ändern und eine dann für Sie verloren gegangene Kündigungsschutzklage wäre bestimmt noch ärgerlicher.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
http://ra-bohle.blog.de/

Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2013 | 02:13

Guten Tag Herr Bohle,

vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort. Leider war es nicht die Antwort, die ich mir erhofft habe, aber meine Frage wurde vollumfänglich beantwortet.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.10.2013 | 20:54

Sehr geehrter Ratsuchender,


leider kann nicht immer die korrekte Antwort die erwünschte Antwort sein.

Vielleicht rufen Sie mich in der nächsten Woche einmal an, damit wir eine andere Lösung ggfs. besprechen können.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
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Bewertung des Fragestellers 05.10.2013 | 02:11

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Stellungnahme vom Anwalt:
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