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Lost Place/Hausfriedensbruch

| 08.06.2020 15:46 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Nicolas Reiser, LL.M., MLE


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war am Wochenende in einem alten Hotel mit einem Model zum fotografieren. Ich habe schon öfters alte Gebäude besucht und immer durch Recherche die Besitzer ausfindig machen können und um erlaubnis Fragen, gerade weil es mir wichtig ist dass ich die Erlaubnis habe. In dem Fall war eigentlich ein Shooting im naheliegenden Aussichtspunkt geplant, als wir auf den Parkplatz fuhren hatte es aber stark zu regnen angefangen und das kam uns die Idee mit dem alten Hotel. Beide Seitentüren standen offen. Nach 3 Stunden kamen wir aus dem Hotel und an meinem AUto hing ein Zettel, das wir eben gefilmt wurden (ich habe weit und breit keine Kamera gesehen) und wir eben eine Anzeige bekommen. Dem Besitzer gehört wohl der Laden gegenüber. Hätte ich das gewußt, wäre ich natürlich vorher rüber und hätte spontan um Erlaubnis gefragt. Aber ich wußte es nicht. Bis jetzt ist keine Anzeige eingegangen, ist aber auch erst vo 2 Tagen passiert. Im nachhinein könnte ich mich natürlich für diese Spontan-Idee ohne darüber nachdenken Ohrfeigen.

Sehr geehrte(r) Fragesteller*in,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt.

Inwieweit Sie sich hier wegen Hausfriedensbruchs strafbar gemacht haben könnten, hängt leider sehr vom konkreten Einzelfall ab.
Grundsätzlich müssten Sie "widerrechtlich" in die Räume eingedrungen sein (§ 123 StGB). Dies bedeutet "gegen den Willen" des Berechtigten (das können Eigentümer aber auch z.B. Mieter sein) oder ohne sonstiges Recht zum Betreten.

Dafür, dass Sie gegen den Willen des Eigentümers gehandelt haben, spricht der Zettel an Ihrem Fahrzeug.

Zweifelhaft könnte allerdings sein, ob dieser entgegen stehende Wille für Sie überhaupt erkennbar war. Eindeutig wäre dies bei Hindernissen, die gerade den Zutritt verhindern sollen oder bei eindeutiger Beschilderung ("Betreten verboten"). Sie schreiben jedoch, dass alle Türen des Gebäudes offen standen, was einen entgegenstehenden Willen nicht unbedingt sichtbar macht, bzw. sogar das Gegenteil erkennbar machen könnte. Auch die Tatsache, dass ein Hotel grundsätzlich ersteinmal zum Betreten offen steht (wenn es in Betrieb ist), könnte für Sie sprechen. In diesem Fall hätten Sie dann u.U. ohne Vorsatz gehandelt, was eine Strafbarkeit ausschließen würde.

Es wird aber sehr darauf ankommen, wie genau Gebäude und Gelände beschaffen sind, ob z.B. zwar die Tür offen war aber eigentlich ein Zaun davor stand, der nur umgefallen ist, ob der Leerstand überhaupt erkennbar war etc., welchen Eindruck es also gemacht hat.

Am wichtigsten dürfte sein, dass es sich beim Hausfriedensbruch um ein sog. Antragsdelikt handelt, der Eigentümer muss also einen ausdrücklichen Strafantrag stellen. Handelt es sich bei dem Autor des Zettels z.B. nur um einen Bekannten des Berechtigten, ist dieser nicht befugt, den Antrag zu stellen.

Sie sollten also abwarten, ob überhaut etwas kommt. Sie würden zuerst ein Schreiben mit einer Anhörung oder Ladung zur Aussage als Beschuldigter bekommen, müssten darauf aber weder antworten noch zu einem Termin erscheinen (und ihn auch nicht absagen). Sollte etwas kommen, könnten Sie aber auch zunächst einmal Akteneinsicht beantragen, um zu sehen was Ihnen vorgeworfen wird.

Wenn Sie nicht strafrechtlich vorbelastet sind, sehe ich auch gute Chancen für eine Einstellung des Verfahrens.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Einschätzung geben konnte. Bei Fragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Nicolas Reiser
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.06.2020 | 16:59

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