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Lohnsteuerprüfung bei AG Jahr 2003 bis 2006


03.09.2007 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Sehr geehrte Damen und Herren,
Grund meineer Anfrage ist die im Betreff aufgeführte Lonsteuerprüfung bei meinem AG

Sachlage:
Ich erhalte neben meinem monatlich gleichbelibenden Gehalt eine Fahrtkostenpauschale in Höhe von 300,00 Euro, welche pauschal versteuert wird/wurde.( Pauschalbesteuerte Arbeitgeberleistung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte)

Dies ergibt eine Gesamtjahres-Fahrtkostenpauschale in Höhe von 3.600 Euro. Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens wird eine Entfernungspauschale in Höhe von 2.760 Euro zu Grunde gelegt(auf Grund der tatsächlich gefahrenden Kilometer)welche ich ausschöpfe,dazu der abzügliche Fahrtkostenersatz, ergeben 840,00 Euro (nichtverbrauchte Fahrtkostenpauschale), steuerpflichtiger Fahrtkostenersatz, welcher auf den Bruttoarbeitslohn bei der Steuererklärung dazu gerechnet wurde.

Nun erhalte ich vom Steuerberater des AG ein Schreiben,dass
auf Grund einer Lohnsteuerprüfung Jahre 2003 bis 2006 der Steuerprüfer aufgrund der Mitteilung meines Finanzamtes festgestellt hat, dass die Fahrtkostenerstattung des AG höher ist, als die abzugsfähigen Werbungskosten.
Daher ergeben sich für die Jahre 2003, 2005 und 2006 Nachforderungen - auf welche ich Einkommensteuer zahlen soll.
Das Jahr 2004 wurde angeblich bereits der Einkommensteuer unterworfen.Wieso soll das bei gleichbleibenden Zahlen, dass Finanzamt all die anderen Jahre nicht berücksichtigt haben ?
Der AG wurde nur als Haftungsschuldner in Anspruch genommen, ich soll jetzt die Nachzahlung der Jahre 2003 bis 2006 an den AG vornehmen.

Ich kann die Forderung nicht nachvollziehen, da der Fahrtkostenersatz bereits pauschal versteuert wurde, der übersteigende Betrag auf mein Bruttogehalt dazu gerechnet worden ist und damit auch der Einkommensteuer unterliegt. Damit habe ich meiner Meinung nach als AN meine steuerliche Schuld getan, worauf soll ich nun noch auf 300,00 Euro Fahrtkosten Steuern zahlen.

Ich vermute , dass die Lohnabrechnung, nicht korrekt durch das Steuerbüro erfolgt ist, sonst wäre man doch eher darauf gekommen, auch habe ich meine gefahrenen Kilometer angegeben.

Bevor ich Kontakt zum AG und Steuerbüro aufnehme, bitte ich um
mögliche Beratung und hoffe Ihnen die Details so genau wie möglich dargelegt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Simone Herrmann


Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Sie brauchen an Ihren Arbeitgeber KEINE Nachzahlung leisten.

Bei der durchgeführten Lohnsteuer-Außenprüfung hat der Prüfer zutreffend festgestellt, dass gegen die Pauschalierungsvorschriften verstoßen worden ist, denn nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG kann der Fahrtkostenersatz nicht unbegrenzt, sondern nur bis zur Höhe der Entfernungspauschale mit 15 % pauschaliert werden.
Das Steuerbüro hätte daher nicht die tatsächliche Fahrtkostenpauschale von monatlich 300,00 € pauschalieren dürfen, sondern nur einen Betrag in Höhe von (2.760,00 €: 12=) 230,00 €, zumal Sie die gefahrenen Kilometer auch angegeben haben und der Sachverhalt deshalb bekannt gewesen ist.

Durch die fehlerhafte Anwendung des § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG ist es deshalb zu einer Nachforderung gekommen, für die Sie jedoch nicht in Anspruch genommen werden können, sofern keine diesbezügliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber besteht.
Dem Arbeitgeber bleibt insoweit ein späterer Rückgriff auf den Arbeitnehmer versagt, da der Arbeitgeber im Rahmen der Lohnsteuerpauschalierung selbst zum Steuerschuldner wird (§ 40 Abs. 3 EStG).

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

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