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Lohnsteuer in Deutschland wenn Verdienst im Ausland

| 19.01.2014 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Besteuerung der Einkünfte aus dem Ausland ohne dass ein DBA besteht

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wohne z.Z. in Chile und arbeite bei einer grossen Firma im Export mit lokalem Vertrag.
Ich bin Deutsche und möchte wieder nach Deutschland ziehen und von dort aus meine jetzige Tätigkeit ausführen (homeoffice). Ich würde weiterhin mein Gehalt in Chile erhalten und zusätzlich einen Betrag X für Aufwandsentschädigungen in Rechnung stellen.
Meine Fragen:
1. Reicht es wenn ich eine jährliche Steuererklärung auf Basis einer Einkommensbescheinigung meiner chilenischen Frima mache?
2. Wie hoch ist mein Steuersatz in Deutschland? Ich zahle in Chile Lohnsteuer. Nach meiner Information gibt es kein DBA zwischen Chile und Deutschland?
3. Zählt die Aufwandsentschädigung auch als zu versteuerndes Einkommen?
4. Welchen Status gebe ich in Deutschland an? Als Selbständige? Agentin? Ist es egal?
5. Was ist steuerrechtlich bei dieser Figur weiter zu beachten?
Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und des getätigten Einsatzes beantworten möchte:

1. Wenn Sie unterjährig nach Deutschland zurückkehren, müssen Sie eine deutsche Steuererklärung abgeben und dabei sowohl die vor Umzug vereinnahmten Gehälter angeben als auch nach Umzug. Ob Sie auch in Chile eine Steuererklärung abgeben müssen, kann ich nicht beurteilen. Sie können die chilenische Gehaltsbescheinigung bei der deutschen Steuererklärung miteinreichen; es muss natürlich noch in € umgerechnet werden.
2. Die Einkünfte in Chile werden in Deutschland mit ihrem persönlichen Steuersatz in Deutschland berechnet. Falls Sie zb 40.000 € Einkünfte im Jahr 2014 haben, haben Sie eine Steuerbelastung von ca. 23 % in Deutschland. Es hängt natürlich auch von weiteren Faktoren ab zb(alleinstehend oder verheiratet etc.) Die in Chile bezahlte Steuer wird in Deutschland angerechnet nach § 34 c EStG.Die Anrechnung ist dabei auf einen Höchstbetrag begrenzt, der nach der Formel des § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG berechnet wird.
3. Eine Aufwandsentschädigung ist auch Einkommen allerdings wirkt sich dieses regelmäßig nicht aus, da Sie ja einen "Aufwand" also in der Regel Werbungskosten in gleicher Höhe haben.
4. Ob Sie selbstständig oder abhängig beschäftigt sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab; sind Sie zb weisungsabhängig von Ihrem Auftraggeber, stellen gegenüber der Firma in Chile keine Rechnungen, und haben einen Arbeitsvertrag mit der Firma in Chile, spricht viel dafür, dass Sie abhängig beschäftigt sind. Wichtig ist die Unterscheidung in dem Zusammenhang nur, ob Sie Betriebsausgaben oder Werbungskosten haben. Die Differenzierung Agentin oder Selbständige spielt steuerlich dagegen keine Rolle.
5. Am einfachsten wäre es, wenn Sie selbständig tätig sind und Sie Ihre Arbeitsleistungen in Rechnung stellen. Dann sollte geprüft werden, ob die Firma in Chile Steuern für Sie in Chile zahlen muss oder Sie Ihr Einkommen allein in Deutschland versteuern können.
Der ganze Umzug sollte umfassend steuerlich geprüft werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2014 | 17:32

Vielen Dank für Ihre schnelle und übersichtliche Antwort. Habe eine kurze Rückfrage, ich würde abhängig beschäftigt mein Gehalt in Chile weiterbeziehen und zusätzlich der Firma monatlich ein "Wohnungsgeld" in Rechnung stellen, wären dies Betriebsausgaben? Ich würde mich zusätzlich gerne bei Ihnen direkt melden, um eine umfassendere Prüfung des Falles zu besprechen. Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2014 | 18:22

Eine Rechnung über "Wohnungsgeld" ist Einkommen in Deutschland; in Deutschland sind bei einem abhängig Beschäftigten regelmäßig nur Kosten für ein Arbeitszimmer absetzbar. Wenn Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können Sie Ihre Kosten zudem nur bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Wenn dagegen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.
Gerne können Sie mich für den Erstkontakt per E-Mail erreichen: hermespatrick@kanzlei-hermes.com

Bewertung des Fragestellers 20.01.2014 | 17:34

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