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Lohnsteuer fuer 2013 in Deutschland nach vorzeitiger Rueckkehr aus Entsendung

24.01.2013 23:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo ,

Ich arbeite seit 2010 in den USA im Rahmen einer Entsendung meiner deutschen Firma. Aus persoenlichen Gruenden haben wir (verheiratet) die Entsendung vorzeitig zum 28. Februar 2013 abgebrochen. Mein Einkommen im Jan- Feb. ist also nicht in den USA steuerpflichtig.
Meine Frau ist im Moment in der Elternzeit mit mir in den USA . Ich habe damals die Lohnsteuerklasse 5 gewaehlt, da ich in D nicht Steuerpflichtig bin, meine Frau hat somit die LK 3 in Deutschland.

Die US- Steuerberater sagten mir trotzdem, dass die Entsendung ueblicherweise bis zum Ende der Entsendung/Aufenthalt in den Staaten (28.2.13) auch bgl. Steuern unveraendert weiterlaueft und erst bei meiner Steuererklaerung (fuer USA und fuer D) beruecksichtigt wird (-> Doppelbesteuerungsabkommen) .

Unser Finanzamt in Deutschland teilte meinem AG aber diese Woche mit, dass das deutsche Steuerrecht sofort ab dem 1.1.2013 wieder anzuwenden sei, da ich ja nur 2 Monate in den Staaten verbringen werde.

Dies ist mir neu, nach meinen Informationen sollte die (nachtraegliche) Versteuerung fuer das Einkommen im Jan. und Feb. in Deutschland erst mit meinem dt. Lohnsteuerjahresausgleich fuer 2013 erfolgen.

Fragen:

1.Muss wirklich mein Lohn vom AG sofort (Lohnabrechnung mit dt. Einkommensteuer) fuer Januar und Februar nach deutschem Steuerrecht abgerechnet werden ?

2.Da ich nicht Lohnsteuerpflichtig in D war, waehlte ich waehrend der Entsendung die Steuerklasse 5 und meine Frau die Steuerklasse 3. Mein Einkommen wuerde somit nun im Jan./ Feb. mit der Steuerklasse 5 abgerechnet -ich wuerde also erstmal sehr viel Steuern zahlen fuer die ersten 2 Monate in D.
Kann ich davon ausgehen, dass mir nach meiner Lohnsteuererklaerung fuer 2013 trotzdem kein finanzieller Nachteil ensteht ("Ausgleich" ueber einen Lohnsteuerjahresausgleich, ggf. Rueckerstattung) ?

Vielen Dank fuer Ihre Antwort,

Mit Besten Gruessen
garry_guitar
25.01.2013 | 00:55

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.
Beachten Sie bitte, dass auch kleinste Veränderungen durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben im Sachverhalt erhebliche Auswirkungen auf die rechtliche Bewertung haben kann.

Zu Ihren Fragen…
1.) Muss wirklich mein Lohn vom AG sofort (Lohnabrechnung mit dt. Einkommensteuer) für Januar und Februar nach deutschem Steuerrecht abgerechnet werden?

Artikel 15 Absatz 2 DBA USA bestimmt…
Ungeachtet des Absatzes 1 können Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person für eine im anderen Vertragsstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur im erstgenannten Staat besteuert werden, wenn
a) der Empfänger sich im anderen Staat insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Kalenderjahres aufhält und
b) die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht im anderen Staat ansässig ist, und
c) die Vergütungen nicht von einer Betriebsstätte getragen werden, die der Arbeitgeber im anderen Staat hat.

Entsprechend wäre nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland ab März diesen Jahres (und keine weitere längere Rückkehr in die USoA für insgesamt mehr als 183 Tage in 2013) Deutschland der Vertragsstaat in dem Sie ansässig sind und die USoA der andere Vertragsstaat.

Die bedeutet dann also, dass Sie Vergütungen die Sie für eine unselbstständige Arbeit in den USA beziehen, nur dann in Deutschland besteuert werden, wenn
a) Sie sich in 2013 (Kalenderjahr!!!) nicht länger als 183 in den USA aufhalten UND
b) das Arbeitsentgelt von bzw. für einen Arbeitgeber gezahlt wird, der seinen Sitz in den USoA hat UND
c) das Arbeitsentgelt nicht durch eine Betriebsstätte des Arbeitgebers in den USoA getragen wird.
So denn diese Voraussetzungen vorliegen hat ihr Arbeitgeber Sie ab dem 01.01.2013 bei der deutschen Finanzbehörde anzumelden und für Sie die entsprechenden Steuern abzuführen.

2.) Da ich nicht Lohnsteuerpflichtig in D war, wählte ich während der Entsendung die Steuerklasse 5 und meine Frau die Steuerklasse 3. Mein Einkommen würde somit nun im Jan./ Feb. mit der Steuerklasse 5 abgerechnet -ich würde also erst mal sehr viel Steuern zahlen für die ersten 2 Monate in D.
Kann ich davon ausgehen, dass mir nach meiner Lohnsteuererklärung für 2013 trotzdem kein finanzieller Nachteil entsteht ("Ausgleich" über einen Lohnsteuerjahresausgleich, ggf. Rückerstattung)?

Ja!, denn Lohnsteuerklassen sind im Falle der gemeinsamen Veranlagung nicht geeignet die Höhe der jährlichen Steuerlast zu beeinflussen. Die Steuerklassen bestimmen insoweit nur die Höhe der Steuervorauszahlung.
Gegebenenfalls kann sich mit einer höheren Steuervorauszahlung jedoch ein nicht unerheblicher schlechterer Cashflow darstellen, da Ihr Einkommen in der Steuerklasse V einer wesentlich höheren Steuervorauszahlung unterliegt. Bis zum 30.11. eines Jahres haben Sie jedoch die Möglichkeit die jeweiligen Steuerklassen mittels eines Antrages bei der Finanzbehörde zu ändern. So dass die zuvor beschriebene Situation hierdurch abgemildert werden kann.

Gern stehe ich Ihnen bei rechtliche Fragestellungen auch künftig zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Wehle

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