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Lohnsteuer / Geschäftsfahrzeug eines Mitarbeiters mit Einsatzwechseltätigkeit

| 13.04.2017 15:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Ein Technischer Leiter einer Immobilienverwaltungsgesellschaft betreut 14 Mietobjekte. Wegen Ein- und Auszügen von MIetern, der Steuerung von Reparatur- und Umbauarbeiten usw. ist er jeden Tag bei mindestens irgendeinem der Objekte. Hierfür hat ein ein Geschäftsauto (VW Golf), welches auch beschriftet ist (XY REAL ESTATE). Im Arbeitsvertrag wurde eine Privatnutzung des Fahrzeugs ausgeschlossen. Der Mitarbeiter ist zumeist einen halben Tag im Büro und einen halben Tag bei den Objekten. So fährt er nach dem Büro zu einem der Objekte und von dort nach Hause oder er fährt morgens von zu Hause zu einem der Objekte und dann ins Büro. Da die Objekte auch im Umland sind, ist es im Interesse der Immobilienverwaltungsgesellschaft, dass er nach einem Außentermin nicht erst zurück ins Büro kommt und von dort mit öffentlchen Verkehrsmitteln nach Hause fährt, sondern dass er direkt von den Objekten nach Hause fährt, dies spart wertvolle Arbeitszeit.

Nun stellen sich folgende Fragen:
- Wenn der Mitarbeiter direkt von einem der Objekte nach Hause fährt oder wenn er von zuhause direkt ins Büro fährt, weil er am Vorabend bei einem der Objekte war, muss er dann etwas versteuern?
- Muss der Mitarbeiter ein Fahrtenbuch führen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch wenn arbeitsvertraglich eine Privatnutzung des Pkw ausgeschlossen ist, do liegt dennoch eine solche Privatnutzung vor. Der Weg von Objekten nach Hause und von dort ins Büro bzw. zu einem Objekt fällt eindeutig in den privaten Bereich. Daher sind die Fahrten von der Wohnung zur Arbeit und anders herum lohnzuversteuern. Dies ist pauschal durch die Anwendung der 1%-Regel möglich oder aber nach tatsächlicher Nutzung, dokumentiert durch ein Fahrtenbuch möglich.
Was hier die bessere Variante ist, müsste man im Einzelfall ermitteln/durchrechnen, hierzu sollten Sie einen Steuerberater vor Ort konsultieren und die vielfältigen Konstellationen und Wegstrecken einmal ermitteln.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2017 | 19:08

Sie haben sicher vom Grundsatz her Recht, dass eine Privatnutzung eines Pkw der Lohnsteuer unterliegt.

Sind Sie aber sicher, dass Sie den konkreten Fall berücksichtigt haben? Konkret die Einsatzwechseltätigkeit des AN und die Tatsache, dass es den AG weniger Arbeitszeit kostet, wenn der AN nicht nach einem Objektbesuch den Pkw zurück in das Büro bringt oder wenn er direkt von zuhause zu einem Objekt fährt, als zuerst ins Büro zu kommen? Sind Sie sicher, dass Sie diesen konkreten Fall beurteilt haben? Ich bin es leider nicht ganz. Sicher gibt es dazu Verwaltungsanweisungen und Rechtsprechung, die Sie bitte zitieren.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2017 | 20:33

Ich füge Ihnen zuerst die Hinweise zu den Lohnsteuerrichtlinien an:
http://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/685096_8___1___9___10___/

Dort ersehen Sie unter der Position "Dienstliche Fahrten von und zur Wohnung" (vor dem Punkt Durchschnittswert), dass es eine spezifische Ausnahme hiervon gibt, dazu übermittle ich Ihnen ein aktuelles Merkblatt mit einer zitierten Entscheidung aus 2007:

https://www.vdf-nrw.de/uploads/tx_bitloftvdfnrwdownload/REC_HIL_FahrzeuggestellungimFeuerwehrdienst.pdf

Die dort zitierten Entscheidungen sind jeweils besondere Einzelfallentscheidungen die nicht vom Bmf veröffentlicht und daher NICHT zur allgemeinen Anwendung durch die Finanzbehörden freigegeben sind.

Ich halte Ihren Fall schon dem Grunde nach nicht für vergleichbar, ich weise Sie aber darauf hin, dass Sie die Möglichkeit haben, unter Schilderung des Falles eine verbindliche Anfrage das zuständige Finanzamt zu übermitteln und dort - zwar entgeltlich, dafür aber verbindlich - eine abschließende Beurteilung zu erhalten, an welche das Finanzamt gebunden ist. So erhalten Sie Rechtssicherheit und können entsprechend disponieren, im Übrigen rate ich Ihnen davon ab, vom Vorliegen der Ausnahme auszugehen, da die Haftung für nicht abgerechnete und abgeführte Beträge allein bei Ihnen als Arbeitgeber liegt und außerdem eine Strafbarkeit nach 266a StGB vorliegt, wenn die geldwerten Vorteile bei der Abrechnung des Gehaltes außer Ansatz bleiben.
Die damit verbundenen Haftungsgefahren sind schlichtweg erheblich, weswegen der Rechtsrat bzw die Auskunft nicht anders ausfallen kann, als er hier ausgefallen ist, da Rechtsanwälte berufsrechtlich verpflichtet sind, Ihnen stets den sichersten Weg anzuraten.

Bewertung des Fragestellers 13.04.2017 | 23:39

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