Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lohnpfändung - Wie soll ich mich da jetzt verhalten?

15.04.2008 14:02 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Hallo,
ich habe ein Problem mit einer Bank. Mein Mann und ich hatten dort vor ca. 2 Jahren einen Kredit über 3000,00 Euro aufgenommen. Mein Mann ist der Kreditnehmer, da er nur ein Einkommen hat. Ich stehe zwar als Ehefrau auch auf dem Kredit mit drauf, habe aber kein Einkommen. Wir hatten diese Bank um eine Ratenaussetzung gebeten, da wir einen Sturmschaden an unser Haus hatten und diesen erstmal beseitigen mußten.Denn man ist ja versichert, aber man weiß nicht wann die Versicherung zahlt. Daher wollten wir unsere Abgaben runterschrauben. Ich habe dann auf der Bank angerufen, direkt in der außergerichtlichen Mahnabteilung, dort wurde mir gesagt alles kein Problem, wir können 3 Monate die Rate aussetzen, dann verlängert sich der Kredit um 3 Monate. Ich hatte mich noch erkundigt, ob ich noch schriftlich etwas einreichen soll, die nette Frau sagte ist nicht nötig, sie gibt alles sofort in den Computer ein. Damit hatte sich die Angelegenheit für uns erledigt. Bis dann nach ca. 2 Monaten böse Anrufen kamen, wann wir endlich zahlen möchten, ansonsten droht uns bzw. meinem Mann eine Lohnpfändung. Darauf habe ich mich erkundigt und diese nette Frau, hat nie etwas in den Computer eingegeben. Leider hatten wir auch nichts schriftlich in der Hand. Nun können wir aber auch die fälligen Raten nicht auf einmal zahlen, die aktuelle Rate schon, nur damit geben die sich nicht zufrieden, im Gegenteil wir werden beleidigt und als Lügner dargestellt. Obwohl die Bank die Lohnzettel meines Mannes hat, wo die Anschrift des Arbeitgebers drauf steht, haben die trotzdem ein Detektiv beauftragt den Arbeitgeber meines Mannes auswendig zu machen, damit die Kosten dann noch höher werden. Und wenn alle Unterlagen zusammen sind, wird die Lohnpfändung fertig gemacht, so wurde mir das gesagt. Aber mein Mann geht alleine arbeiten und muß mit seinem Geld mich und unser Kind ernähren. Und der Verdienst liegt unter der Lohnpfändungsgrenze, habe mich da schon übers Internet erkundigt. Wie soll ich mich da jetzt verhalten, was kommt auf uns drauf zu und muß der Arbeitgeber die Pfändung machen lassen, denn mein Mann hat Angst um seinen Arbeitsplatz.
Bitte antworten Sie mir!
Vielen Dank!
MfG Sophie0011

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nunmehr wie folgt beantworten möchte:

Die Erklärung, dass Sie 3 Monate mit der Ratenzahlung aussetzen können, hätte unter Umständen bereits aus rechtlichen Gründen der Schriftform bedurft, da es sich bei der Stundung um eine nachträgliche Vertragsänderung eines Verbraucherdarlehensvertrages handeln könnte, welcher grundsätzlich der Schriftform bedarf. Unabhängig davon, hätten Sie leider im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung darzulegen und zu beweisen, dass Ihnen der Aufschub der Ratenzahlung gewährt wurde. Bedauerlicherweise dürfte dies aufgrund des bloßen mündlichen Versprechens äußerst schwierig werden.

Des Weiteren könnte es sein, dass Ihr Kreditvertrag eine Sofortfälligstellung bzw. ein Kündigungsrecht beinhaltet, wenn der Kreditnehmer mit der Rückführung des Darlehensvertrages in Verzug gerät. Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich jedoch bislang davon aus, dass die Bank hiervon noch kein Gebrauch gemacht hat.

Offensichtlich geht die Bank jedoch nunmehr mit viel Druck gegen Sie vor. Hinsichtlich der Lohnpfändung muss zunächst gesagt werden, dass tatsächlich die Beauftragung eines Detektives wohl unverhältnismäßig und nicht erforderlich gewesen sein dürfte, wenn alle Angaben, wie Sie schreiben, bekannt waren. Ich gehe daher davon aus, dass dies ausschließlich dazu dient, Sie massiv unter Druck zu setzen. Eine Lohn“pfändung“ wiederum wäre nur dann möglich, wenn Sie entweder im Rahmen des Kreditvertrages eine Lohnabtretung, womöglich als Sicherheit, erklärt hätten oder die Bank bereits einen vollstreckbaren Titel (z.B. Urteil) gegen Sie erstritten hätte, aus dem wiederum vollstreckt werden könnte. Von einem vollstreckbaren Titel gehe ich in Ihrem Fall nicht aus. Dementsprechend sollten Sie zunächst schauen, ob eine Lohnabtretung als Sicherheit erklärt wurde. Sollte dies der Fall sein, wäre auch dann jedoch nur eine Abtretung der pfändbaren Anteile möglich. Nach Ihrer eigenen Annahme, deren Richtigkeit ich nicht überprüfen kann, verbleibt Ihrem Ehemann jedoch kein pfändbares Einkommen, so dass die Abtretung fruchtlos verlaufen dürfte.
Grundsätzlich kann der Arbeitgeber Ihres Mannes die Umsetzung einer Abtretung zunächst nicht verhindern, es sei denn, es würde sich aus dem Arbeitsvertrag etc. etwas anderes ergeben. Da dem Arbeitgeber jedoch hierdurch Kosten entstehen, würde er diese unter Umständen auf Ihren Ehemann umlegen.Sollte diese in absehbarer Zeit bevorstehen, könnte es sich anbieten, den Arbeitgeber vorab über die Situation zu informieren.

Um dieser Drucksituation zu entgehen, würde ich Ihnen anraten, nochmals das „Gespräch“ in schriftlicher Form zu der Bank zu suchen und die Situation, wie auch hier geschildert, darzustellen. Unter Umständen wird man Ihnen entgegen gehen, was jedoch in schriftlicher Form geschehen sollte. Aufgrund der geschilderten Umstände steht jedoch zu befürchten, dass die Bank keine Eingeständnisse machen wird und nunmehr handelt. Dementsprechend sollten Sie möglichst versuchen, die Forderungen der Bank zu bedienen. Der bestehende Verzug führt nur zu weiteren Kosten und Unannehmlichkeiten.
Anderenfalls sollten Sie die Interessenwahrnehmung durch einen Rechtsanwalt in Betracht ziehen.

Weder müssen Sie sich jedoch beleidigen, noch unter Druck setzen lassen. Die Bank hat ausreichend legitime Mittel ihre Forderung durchzusetzen.

Ich bedauere Ihnen keine besseren Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können, hoffe aber, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Abschliessend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts anders ausfallen kann. Im Rahmen dieses Forums kann stets nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts erfolgen.

Im Falle von Unklarheiten machen Sie bitte von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.04.2008 | 15:32

Hallo,
Danke das Sie so schnell geantwortet haben. Sie haben mir schon sehr weiter geholfen. Ich habe nur noch eine Frage: Mein Mann hat bei Kreditunterzeichnung, die Abtretung des Lohnes mit unterschrieben. Nun habe ich in seinem Arbeitsvertrag geschaut und habe festgestellt, dass er dies garnicht machen durfte, da in dem Arbeitsvertrag steht: Lohnpfändung oder Abtretung
Der Arbeitnehmer darf seine Vergütungsansprüche an Dritte nur nach vorheriger schriftlicher Form Zustimmung des Arbeitgebers verpfänden oder abtreten.
Darf die Bank, da jetzt überhaupt noch eine Lohnpfändung machen? Wie sollen wir uns da jetzt verhalten? Müssen wir den Arbeitgeber gleich informieren?
Bitte um Antwort!
Vielen Dank!
MfG Sophie0011

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.04.2008 | 16:18

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Nachfrage.

Gemäß der arbeitsvertraglichen Vereinbarung bedurfte die Abtretung einer vorher einzuholenden schriftlichen Zustimmung des Arbeitgebers Ihres Ehemannes. Da diese offensichtlich nicht eingeholt wurde, konnte die Forderung nicht wirksam abgetreten werden. Allerdings gehe ich hierbei davon aus, dass zuerst das Arbeitsverhältnis und dann das Kreditverhältnis begründet wurde. Wenn die Bank also auf den Arbeitgeber zukommt, wird er sich sehr wahrscheinlich darauf berufen. Selbstverständlich steht es ihm frei, diese Abtretung nachträglich zu genehmigen. Hiervon ist jedoch nicht unbedingt auszugehen.

Dennoch würde ich Ihnen weiterhin anraten, tätig zu werden. Der Umstand, dass die erfolgte Abtretung nicht umgesetzt werden könnte, bereinigt Ihre Probleme nur kurzfristig, da Sie sich weiterhin in Verzug befinden und sehr wahrscheinlich dem Kreditgeber auf diesem Wege ein Kündigungsrecht ermöglichen. Ebenso werden unter Umständen dadurch weitere Kosten verursacht, für die Sie wiederum aufgrund des Verzugs aufkommen müssten.
Ebenso sollten Sie, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass die Bank den Arbeitgeber kontaktieren wird, diesen davon in Kenntnis setzen und den Sachverhalt schildern. Da Sie sich bereits redlich um eine Problemlösung bemühen, dürfte dies nicht zu weiteren Problemen führen.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70508 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Wilking hat meine Frage zu 100% beantwortet und auch die Rückfrage noch bearbeitet. Was ich vor allem toll fand, dass dies alles innerhalb von zwei Stunden passierte und jetzt kommt es: An einem Sonntag! Herr Wilking, vielen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Anwalt, jederzeit wieder! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Ausführliche Erklärung hat mir sehr geholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER