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Lohnnachzahlung aufgrund von Krankheit

13.09.2018 15:28 |
Preis: 50,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Ich war im August für zwei Wochen Krank, für eine Krankheit, die dem Geschäftsführer vor Unterschrift des Arbeitsvertrages gesagt wurde, also bevor ich unterschrieben habe, habe ich ihn darauf hingewiesen. Es war ein befristetes Arbeitsverhältnis bis zum 31.08. Ich habe am 16.04. angefangen, dort zu arbeiten. Nach §3 Entgeltfortzahlungsgesetz steht mir ja die Fortzahlung des Lohnes zu, da eine mindestens Vierwöchige Betriebszugehörigkeit besteht. Zudem habe ich nach §5 Entgeltfortzahlungsgesetz die ärztliche Bescheinigung fristgerecht eingereicht. Ein durchschnitt der letzten 3 Monate ergab eine Arbeitszeit von 39,5 std. pro Woche, und da ich einen Stundenlohn von 9,80€ habe, würde sich daraus ein Anspruch von 774,20€ Bruttolohn ergeben. Er hatte mir zusätzlich noch ein Arbeitszeugnis versprochen, dieses aber bisher noch nicht abgegeben. Zudem habe ich ihm schon einen ersten Brief geschrieben mit der Androhung, gerichtlich gegen ihn vorzugehen. Ich plane einen zweiten Brief mit dem Hinweis auf Verzugszinsen, jeweils mit einer Frist von 2 Wochen. Lohnt es sich eine Klage einzureichen und brauche ich dafür unbedingt einen Anwalt? Da ich erst 21 Jahre alt bin, noch bei meiner Mutter wohne und bisher leider noch keine Ausbildung oder so gefunden habe (Ich bin seit zwei Wochen Arbeitslos), habe ich kein Vermögen oder ähnliches. Lohnt sich eine Klage einzureichen oder sind die Aussichten zu gering dafür?
13.09.2018 | 16:10

Antwort

von


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Sehr geehrter Mandant,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne möchte ich diese folgendermaßen beantworten:

1.
Ihre rechtliche Einschätzung ist vollkommen korrekt. Sie sind ohne eigenes Verschulden erkrankt und Ihren eigenen Verpflichtungen (rechtzeitige Meldung) nachgekommen.
Auch die vierwöchige Karenzfrist ist eingehalten.
In der Folge haben Sie für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen einen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

2.
Ihre Chancen, sich in einem Gerichtsverfahren durchzusetzen, stehen also sehr gut.
Möglicherweise hat Ihr ehemaliger Arbeitgeber aber Ihr Zögern "gewittert" und spekuliert nun darauf, dass Sie es nicht so weit kommen lassen.

Um dieser "Strategie" den Wind aus den Segeln zu nehmen, empfehle ich Ihnen dringend, eine Klage vor dem Arbeitsgericht zu erheben.
Gerade, um die von Ihnen vorgebrachten Bedenken und Ängste vor einem Prozessrisiko abzumildern, kommt das Gesetz Ihnen als Arbeitgeber nämlich erheblich entgegen:

a) Sie sind vor einem Arbeitsgericht nicht dazu verpflichtet, sich von einem Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Die Klage können Sie also auch selbst einreichen.

b) Die Kosten eines eventuellen Anwalts der Gegenseite muss Ihr Arbeitgeber so oder so selbst tragen.

c) Es verbleiben also lediglich die Gerichtskosten, die Sie als Vorschuss zu zahlen hätten. Allerdings werden Ihnen diese bei einem Sieg von der Gegenseite erstattet.

d) Um es Ihnen noch weiter zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen. Die Gerichtskosten werden für Sie dann vom Staat übernommen.

3.
Insgesamt kann ich Ihnen also nur dringend raten, sich an das Arbeitsgericht zu wenden. Die dortige Geschäftsstelle kann Ihnen bei den Formulierungen und der Kostenhilfe beratend zur Seite stehen.
Auch den Anspruch auf Erlass eines wohlwollenden Zeugnisses könnten Sie sodann mit einklagen.

Bitte beachten Sie, dass Arbeitsverträge oft Klauseln enthalten, wonach Ansprüche nur innerhalb einer bestimmten Frist, meist drei Monate, geltend gemacht werden können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen und stehe für eventuelle Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin


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