Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lohnfortzahlung duch die Krankenkasse

| 03.11.2011 16:32 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


08:24

Halo und guten Tag

Ich bin seit dem 15.02.2011 Krankgemeldet und erhielt 6 Wochen Lohnfortzahlung von meinem Arbeitgeber. Es war eine kleine Firma mit 5 Angestellten. Da es abzusehen war das diese Erkrankung langfristig sein wird bekam ich die Kündigung. Nach der 6 Wochen Lohnfortzahlung bekam ich Krankengeld von der Krankenkasse. Ich schickte pünktlich die Bescheinigungen über die Krankmeldung(Krankengeldzahlung).Bei einer dieser Krankmeldung wurde durch ein Versehen, ich hätte spätestens am Samstag 18 Juni eine neue Bescheinigung (Krankmeldung) einreichen müssen, ein falsches Datum eingesetzt. Da ich am 17.06.11 Freitags bereits morgens einen weiteren Termin bei einem Facharzt wahrnehmen musste und dieser erst kurz vor Mittag beendet werden konnte, kam ich Mittag bei meinem, mich durchgehend behandelnden Arzt, an. Die Praxis war total ausgelastet und ich wurde angehalten am Montag 20.06.11 zu erscheinen. Die Krankmeldung, so wurde mir versichert, würde ab dem 17.06.11 ausgestellt.
Ich nahm den Termin am 20.06.11 war. Leider habe ich das Datum nicht kontrolliert und diese Krankmeldung an die Krankenkasse geschickt. Auf nachfragen bei der Krankenkasse weshalb mir kein Krankengeld überwiesen wurde, bekam ich mitgeteilt, dass seit dem 18.06.11 keine Zahlungen an mich getätigt werden da meine Krankmeldung nicht durchgehend erfolgt ist. Das eingetragene Datum der Vorstellung beim Arzt hätte spätestens der Samstag 18.06.11 sein dürfen. Die Mitgliedschaft würde noch ein Monat fortbestehen und dann komplett gekündigt. Ich habe umgehend den Arzt aufgesucht, Problem erörtert und die Kopie der eingeschickten Krankmeldung vom Arzt persönlich korrigieren lassen. Die Änderung mit Stempel bestätigt und zusätzlich einen Ärztlichen Attest über dieses Versehen wurde mir, mitgegeben.
Die Krankenkasse hat trotzdem die Zahlung verweigert und die Mitgliedschaft gekündigt.
Die Agentur für Arbeit lehnt auch jegliche Zahlungen ab, da ich immer noch Krank geschrieben bin und nicht vermittelbar. WAS SOLL ICH TUN?? Darf die Krankenkasse mir die Zahlung verweigern?? Ich bin 52 Jahre und habe eine Familie zu ernähren. Mein Wiederspruch Recht habe ich wahrgenommen, diese wurden von der Kasse als unbegründet abgewiesen

03.11.2011 | 17:13

Antwort

von


(458)
Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne darf ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Aus meiner Sicht sollten Sie gegen den Widerspruchsbescheid der Krankenkasse innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat ab Zugang der Entscheidung Klage vor dem Sozialgericht erheben.

So haben nach § 44 Abs. 1 SGB VI Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie arbeitsunfähig macht. Dieser Anspruch beginnt von dem Tag an, der auf den Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit folgt. Er besteht hierbei grundsätzlich für die in der Bescheinigung des Arztes festgelegte Zeit. Werden keine weiteren Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen durch den Versicherten beigebracht, so endet der Anspruch auf Krankengeld automatisch mit Ablauf der zuletzt bescheinigten Arbeitsunfähigkeit. Eine rückwirkende Datierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist hierbei grundsätzlich nicht möglich.

Wird also nicht fristgerecht eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt, besteht bei Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung an sich nicht versicherungspflichtig sind, da sie, wie in ihrem Fall, zum Beispiel nicht mehr in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, die Gefahr, dass aufgrund der Lücke kein neuer Anspruch auf Krankengeld mehr besteht.

Auf der anderen Seite darf es nicht zu Lasten des Versicherten gehen, wenn die ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit allein aus Gründen unterbleibt, die dem Verantwortungsbereich des Arztes oder der Krankenkasse unterfallen.

Wenn der Versicherte daher alles ihm zumutbare und mögliche unternommen hat, um fristgerecht eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beizubringen, so kann ausnahmsweise auch eine rückwirkende Feststellung der Arbeitsunfähigkeit in Betracht kommen. (BSG, 08.11.2005, B 1 KR 30/04 ; LSG Baden-Württemberg, 18.05.2004, L 11 KR 4865/03 )

Eine solche Konstellation ist aus meiner Sicht in Ihrem Fall gegeben, weswegen Sie sich gegen die Entscheidung der Krankenkasse zur Wehr setzen sollten. Hierzu sollten sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, wobei die Kosten des Verfahrens vor dem Sozialgericht durch Prozesskostenhilfe abgesichert werden können.

Da eine Klage gegen die Entscheidung der Krankenkasse grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung hat, möchte ich Ihnen ferner empfehlen, für die Übergangszeit zur Sicherung ihres Lebensunterhalts Sozialhilfe zu beantragen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Vogt

Rückfrage vom Fragesteller 03.11.2011 | 21:07

Sehr geehrter Herr Vogt


Die wichtigste Antwort fehlt mir leider.
Ich war am zum richtigen Zeitpunkt da, Infolge totaler Auslastung, es war Freitag, wurde mir die Krankmeldung verwehrt. Es wurde mir vom Personal zugesichert, das ich am Montag die Krankmeldung zum 17.06.11 ausgestellt bekomme. Es wurde der Krankenkasse mit einem Ärztlichen Artest mitgeteilt das sich bei dem Datum 20.06.11, um ein Fehler seitens der Praxis handelt. Wie ist so etwas zu werten ??
Ich habe auch von dem Arztbesuch davor, freitags morgens, einen Ärztlichen Artest der Krankenkasse zugeschickt.




Da ich am 17.06.11 freitags bereits morgens einen weiteren Termin bei einem Facharzt wahrnehmen musste und dieser erst kurz vor Mittag beendet werden konnte, kam ich Mittag bei meinem, mich durchgehend behandelnden Arzt, an. Die Praxis war total ausgelastet und ich wurde angehalten am Montag 20.06.11 zu erscheinen. Die Krankmeldung, so wurde mir versichert, würde ab dem 17.06.11 ausgestellt.


Ich habe umgehend den Arzt aufgesucht, Problem erörtert und die Kopie der eingeschickten Krankmeldung vom Arzt persönlich korrigieren lassen. Die Änderung mit Stempel bestätigt und zusätzlich einen Ärztlichen Attest über dieses Versehen wurde mir, mitgegeben.


Ist es meine Schuld wenn das Datum von der Praxis falsch eingetragen wurde??

Mit freundlichen Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.11.2011 | 08:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie ich in meiner Ausgangsantwort bereits geschildert habe, darf es nicht zu Lasten des Versicherten gehn, wenn die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufgrund eines Umstandes unterbleibt, der in den Verantwortungsbereich des Arztes oder der Krankenkasse fällt.

Dies ist in Ihrem Fall aus meiner Sicht gegeben, da es nicht Ihre Schuld war, dass

- Sie am 17.06. nicht dran gekommen sind
- die AU-Bescheinigung zunächst falsch datiert wurde.

Mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

Bewertung des Fragestellers 07.11.2011 | 12:54

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Ich wurde durch den Anwalt ermutigt, gegen die Krankenkasse zu Klagen.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Michael Vogt »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 07.11.2011
4,6/5,0

Ich wurde durch den Anwalt ermutigt, gegen die Krankenkasse zu Klagen.


ANTWORT VON

(458)

Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Sozialrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht