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Logo Entwurf - Auftrag gescheitert, was nun?


23.12.2012 13:49 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin in eine sehr unangenehme Situation gekommen, in der ich aus meiner Sicht ganz klar versucht werde, über den Tisch gezogen zu werden.

Hier ein paar wichtige Fakten:

- Ich habe eine Anzeige im Internet freigeschaltet, um einen Webdesigner zu finden, der mir ein sportliches Logo entwerfen sollte
- Aus den vielen Antworten habe ich mich für eine Webdesignerin entschieden, mit der ich 2x vorab telefonierte um mich zu vergewissern, ob sie sich sicher sei, mir dieses Logo entwerfen zu können, da es nun einmal sehr speziell ist (= eine Frau, die Kamfpsport ausübt)
- ich habe von dieser Dame eine 100%ige Zusage bekommen. O-Ton "Sie müssen mir vertrauen, es gab noch nie einen Kunden, der sich beschwert hat oder nicht zufrieden war mit dem Ergebnis".
- Nach langem Überlegen gab ich dieser Dame den Auftrag
- Sie hat per Vorkasse den Gesamtbetrag für das Projekt in Höhe von 600,00 € verlangt und bekommen
- Sie sendete mir einen Fragebogen zu, den ich ausfüllen sollte, damit sie eine bessere Vorstellung von dem zu entwerfenden Logo bekommt. Diesen habe ich sehr detailliert ausgefüllt und aus den Worten und dem Inhalt geht ganz klar hervor, dass es sich um Kampfsport handelt und der Bezug dazu im Logo klar erkennbar sein muss
- Auch meine aktuelle Website spricht eine deutlich erkennbare Sprache, mit der sich die Webdesignerin aber anscheinend nach überhaupt nicht auseinander gesetzt hat (wie ich zu dieser These komme, folgt)
- Die Entwürfe, die ich bekommen habe, sind aus meiner Sicht eine Katastrophe!!! Denn, sie spiegelten weder wieder, worum ich explizit gebeten habe, noch konnte irgendein Zusammenhang zum Sport hergestellt werden. Die Logos wirkten auch auf andere Menschen sehr spirituell und langweilig
- Ich zeigte diese Entwürfe einer mir vertrauten professionellen Agentur. Diese sagten mir, dass es sich die Webdesignerin sehr einfach gemacht hätte, weil es für diese Art der Logos einfache Programme gäbe, die sowas erstellen könnten
- Ich recherchierte im Internet nach käuflichen Logos und entdeckte ebenfalls viele, die der Logos stark ähnelten, die mir die Webdesignerin zusendete
- Zum anderen fand ich heraus, dass die Dame selbst aus dem Reiki-Bereich kommt, was wiederrum den Logoentwurf wiederspiegelte. Dieses und viele weitere Feedbacks habe ich der Dame gegeben, aber sie hat mich und meine Dienstleistung überaupt nicht verstehen wollen und erzählte immer nur, wie sie das Ganze sehe und hat mir somit unterbewusst zu verstehen gegeben, dass nicht meine Ideen und Wünsche als Kundin wichtig sind, sondern ihre eigenen.


Die letzte Email, die sie von mir am 13.12.12 erhalten hat, füge ich dazu, die sollte das Wichtigste und Gröbste aufzeigen:

"Sehr geehrte Frau ...

schön, dass Sie sich gestern Abend noch gemeldet haben. Ich fasse noch mal alles zusammen:

Nach der erfreulichen Kontaktaufnahme und Ihrer 100%igen Zusage, mir mein passendes Logo generieren zu können, habe ich mit voller Motivation und Freude, Ihr Formular mit vielen Informationen ausgefüllt. Anhand dieser detaillierten Angaben und dem wichtigen Vermerk, dass der Schwerpunkt meiner Dienstleistung im Boxen/Kickboxen liegt, was sich auch im Logo finden sollte, habe ich gehofft, Ihnen ein genaues Bild vermitteln zu können.

Nachdem Ihre Entwürfe beim ersten Versuch in die komplett entgegengesetzte Richtung gingen, die ich mir erwünscht habe, gab es ein ausführliches Telefonat, in dem ich beschrieben habe, was mir an diesen Entwürfen nicht gefiel. Anschließend folgte eine Email meinerseits mit weiteren Details, in der Hoffnung, Sie würden mich besser verstehen. Ich recherchierte mehrere Stunden im Internet nach Beispiellogos, um Sie zu unterstützen und Ihnen die Richtung zu zeigen, in die mein Logo gehen sollte und schickte Ihnen diese Logos und zusätzlich meine eigenen Motiven zur möglichen Weiterbearbeitung bzw. Veränderung anschließend zu. Sie sendeten mir ein paar Tage später die zweiten Entwürfe zu, die aus meiner Sicht ebenfalls wieder in eine ähnliche Richtung gingen wie die Entwürfe beim ersten Mal. Ich fühlte mich somit absolut missverstanden. Im darauffolgenden Telefonat stellten Sie fest, dass Sie keinen Zugang zu mir bzw. meinem Logo finden. Wortwörtlich sagten Sie, dass wenn Sie auch nach dem zweiten Versuch nicht ansatzweise meine Richtung treffen würden, Sie zugeben müssten, dass Sie es nicht können. Ebenfalls betonten Sie, dass es Ihnen selbst bereits nach meinem ersten Feedback aufgefallen ist, dass Sie sich mit der Logofindung schwer tun.

Aus diesem Grund und weil die Vorlagen der 2. Entwürfe erneut komplett fehlschlugen, betrachteten wir das Projekt am Donnerstag 06.12.12 als gescheitert. Meine Entscheidung stand somit fest, denn jeder stößt an seine Grenzen und wie Sie selbst sagten, finden Sie nicht den richtigen Zugang zu dem Projekt. Sie waren zwar enttäuscht (und ich fand es ebenfalls bedauerlich), stimmten aber dem Projektabbruch zu und zeigten Verständnis für meine Entscheidung. Ich bat Sie am Donnerstag darum, sich die nächsten Tage Gedanken zu machen um eine korrigierte Rechnung zu schicken, da das Projekt beiderseits abgebrochen wurde.
Am 11.12.12 rief ich Sie wie verabredet an um mich nach dem korrigierten Preis zu erkundigen. Meiner Bitte hin sich einen fairen Preis zu überlegen, da weder der Zeitaufwand ausgereizt noch das Resultat für mich annähernd befriedigend war, sind Sie leider nicht nachgekommen. Sie sagten mir am Telefon, dass Sie sich nicht wirklich damit beschäftigt haben und stattdessen erneut an einem weiteren Logo gebaut hätten.
Obwohl meine Entscheidung, der Sie bereits zugestimmt hatten, feststand, sind Sie meinem Wunsch nicht nachgekommen und haben leider ignoriert, worum ich ausdrücklich gebeten hatte. Ich sagte Ihnen auch, dass ich mir gerne weitere Entwürfe ansehen würde, sofern wir erst einmal den Punkt (korrigierte Rechnung) geklärt haben, denn die Nacharbeitung Ihrerseits war von mir weder erwünscht noch war Sie ein Bestandteil des Auftrages, weil dieser bereits beiderseits als nichtig erklärt wurde.

Sie verlangten meines Erachtens nach einen Preis für ein unvollendetes Projekt, der verhältnismäßig ungerecht für mich ausfiel und ich mich als Kundin dementsprechend über den Tisch gezogen fühlte. Sie wollten mir 70% bis 80% des Projektpreises in Rechnung stellen. Ich war zum einen schockiert über den Preis, zum anderen auch nicht gewillt, das zu bezahlen. Für mich war die Ausarbeitung der Logos zu dem Zeitpunkt nicht mehr Wert als 150 €. Da ich aber gewillt war, dass wir beide eine akzeptable Lösung finden, teilte ich Ihnen mit, dass ich 1/3 des Preises und somit 200,00 € bereit bin zu zahlen.

Hier fiel dann meine zweite, wiederholte Entscheidung. Die erneute Bitte, sich Gedanken zu machen, ob Sie mit 1/3 des Preises einverstanden sind. Schließlich hatte ich bis dato keinerlei verwendbares Material, noch hatte ich nach wie vor nicht das Gefühl, dass Sie mich als Kundin verstanden haben. Sie kamen mir nicht entgegen und das Gespräch artete leider in beide Richtungen aus, Sie fühlten sich angegriffen und ich mich zu Unrecht behandelt. Sie unterstellten mir, ich würde Ihre Arbeit nicht wertschätzen. Wenn dem so wäre, hätte ich Ihnen nicht 200,00 € zugestanden, denn auch Ihre Arbeit soll honoriert werden. Allerdings muss der Preis immer im Verhältnis zu dem stehen, was ich verwenden kann (nämlich gar nichts) und was Sie zu Beginn versprochen hatten aber nicht erfüllen konnten.
Ebenfalls bat ich Sie vorgestern am 10.12.12 darum, mich am 11.12.12 telefonisch zu kontaktieren und mir mitzuteilen, ob Sie mit der von mir vorgeschlagenen Summe einverstanden sind. Auch diesem Wunsch sind Sie nicht nachgekommen und senden mir am 11.12. abends weitere Skizzen zu.

Verstehen Sie mich bitte richtig, ich habe Verständnis dafür, dass Sie das Projekt erfolgreich abschließen möchten.

Daher mein Vorschlag:

Sie überweisen mir 400,00 € zurück. Sobald das Geld auf meinem Konto eingegangen ist, bin ich gewillt, mir die neuen Logoentwürfe anzuschauen und dann zu entscheiden, ob wir dort weitermachen oder nicht. Sollte diesmal tatsächlich etwas dabei sein, bin ich gerne bereit, für kommende Vorschläge angemessene Honorare zu bezahlen, die wir gerne erneut verhandeln können. Aber für mich ist es unabdingbar und der Zeitpunkt gekommen, dass wir über den bisherigen missglückten Verlauf einen Schlussstrich ziehen, um ggf. von vorne starten zu können.

Keiner von uns hat Lust rechtliche Schritte einzuleiten, aber Ihr Verhalten nötigt mich dazu, ggf. diese Schritte wahrzunehmen.

Ich hoffe, Sie gehen auf meinen Vorschlag ein und bitte Sie daher darum, mir heute schriftlich mitzuteilen, falls Sie dem nicht zustimmen, damit ich weitere Schritte einleiten kann.

Ansonsten überweisen Sie bitte bis nächste Woche das Geld auf folgendes Konto:

....

Erneut biete ich Ihnen einen Deal an und zeige Ihnen somit meine Bereitschaft, Ihnen entgegen zu kommen. Ich hoffe für uns beide, dass Sie nun auf dieses letzte Angebot eingehen.

Vielen Dank."


Bis heute ist weder das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben worden, noch habe ich irgendeine Rückmeldung erhalten. Sie weicht mir ständig aus und versucht mit Krampf dieses Projekt abzuschließen, obwohl das Projekt bereits beiderseits als nichtig erklärt wurde. Wenn Sie nun meine Inhalte, das Formular und meine Website sehen und daneben die Logoentwürfe der Dame legen, werden Sie schnell erkennen, dass es sich hierbei um eine lieblose, nicht kundenorientierte und schnell abgefertigte Arbeit handelt. Und das möchte ich einfach nicht hinnehmen.

Wenn ich einen Anwalt einschalte geht es mir nicht um die 400 €, wie ich sie angeboten habe, sondern um den Gesamtbetrag plus die Zeit, die ich ebenfalls damit verschwendet habe, Logos zu finden und ihr ausführliche Emails zu schreiben! Ich bin entsetzt über diese Dame und möchte daher ganz klar und konsequent dagegen angehen und bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen können.

Fragen:
1. Welche Chancen habe ich, um mein Geld (600 €) wieder zu erhalten?
2. Inwiefern ist ein Rechtstreit sinnvoll?
3. Wie könnte ich weiter vorgehen, um den Streit beizulegen, ohne dass ich den Großteil des Honorars verliere?
4. Was sind die nächsten logischen Schritte?

Mir ist bewusst, dass das Einschalten eines Anwalts ebenfalls hohe Kosten verursachen kann, mir geht es aber nicht nur um die Summe als solches, sondern darum, dass es sich aus meiner Sicht schon um Betrug handelt und ich dementsprechend vorgehen möchte.

Herzlichen Dank und trotz dieser Angelegenheit wünsche ich Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen

Frau T.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Sie haben hier einen klassischen Werkvertrag. Danach muss Ihnen die Designerin den vereinbarten Erfolg liefern. Dies das von Ihnen gewünschte Logo. Kann dies die Designerin nicht können Sie zurücktreten. Sie erhalten dann Ihr Geld zurück.

Hier wird man unterscheiden müssen, ob Ihnen das Logo "einfach nicht gefällt" oder die Webdesignerin Vorgaben tatsächlich nicht umsetzt. Ich gehe hier nach Ihrer Schilderung davon aus, dass Letzteres der Fall ist und Sie damit ein Rücktrittsrecht haben.

Sie sollten explizit den Rücktritt erklären und eine Frist zur Rückzahlung des Geldes setzen. Nach Ablauf der Frist befindet sich die Designerin im Verzug und ist zum Schadensersatz verpflichtet. Dh. die Designerin muss auch entstehende Anwaltskosten tragen.

Sollte die Designerinn auch nach Einschaltung eines Anwalts nicht reagieren werden Sie klagen müssen.

Dies ist leider die einzige Möglichkeit um Ihren Anspruch zwingend druchzusetzen.

Sie können selbstverständlich versuchen auch weiterhin eine einvernehmliche LÖsung herbeizuführen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andre Stämmler, Rechtsanwalt
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