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Löschung einer GmbH - direkt (selbst veranlasst) möglich ?

06.12.2008 20:49 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wollen unsere GmbH, die keinerlei Aktivitäten mehr hat, zum 31.12.2008 einfach nur schließen und löschen. Wir haben keinerlei Schulden, die meisten Behörden/Institutionen etc. sind bereits angeschrieben und informiert und aufgefordert, zu bestätigen, daß keinerlei Verpflichtungen bestehen bzw. daß sie ihre Forderungen per 31.12.2008 geltend machen sollen. Das Gewerbe wird zum 31.12.2008 abgemeldet. Es werden alle Verbindlichkeiten ausgeglichen. Spätestens im Februar 2009 wird auch noch die Berufsgenossenschaft ihr Geld bekommen, es bestehen also wie gesagt keinerlei Verbindlichkeiten mehr. Das restl. Anlagevermögen wird entspr. seinem Wert an uns selbst zurückverkauft/gebucht. Das dafür eingenommene Geld wird für die Verbindlichkeiten genommen, es wird mit bezahlung der letzten Bilanz dann mit 0,00 aufgehen. Nun meine konkrete Frage: Der Notar fragte an, ob wir direkt köschen wollen oder liquidieren. Auf meine Rückfrage beim Steuerberater, warum er uns eine umständliche und kostenaufwändige Liquidation angeraten hat und nicht die direkte Löschung, reagiert er "verschnupft" und meinte nur lapidar, daß das eher ungewöhnlich sei......es wäre wahrscheinlich nur möglich, wenn das von Amts wegen veranlasst würde....aber genau würde er das auch nicht wissen.....Es würde uns sehr viel Geld sparen(Liquidationseröffnungsbilanz, Zwischenbilanz, Schlußbilanz, Veröffentlichungen, zwischendruch die Buchhaltungskosten, obwohl gar keine Aktivitäten mehr stattfinden etc.), wenn wir direkt löschen könnten habe ich erfahren. Der Notar äußert sich nicht näher auf meine Anfragen sondern meint, ich soll mit unserem Steuerberater sprechen.....ja, da bin ich nun und weiß nicht, ob wir selbst als Gesellschafter diese Löschung veranlassen können oder ob das nur von Amts wegen geht - können Sie mir dazu Auskunft geben ? Wir würden natürlich gern den günstigeren Weg der direkten Löschung gehen, konnten aber bisher nicht in Erfahrung bringen, ob das möglich ist und welche (evtl.) Konsequenzen das für uns haben könnte (Berufsverbot, Insolvenzverwalter vom Gericht etc.). Wie gesagt - wir werden ganz ordentlich unsere Bilanz zum 31.12.2008 erstellen, alle Verpflichtungen erfüllt haben und alles auflösen. Bitte geben Sie uns Bescheid, wie wir verfahren können/sollen. Danke und
freundliche Grüsse

Sehr geehrter Ratsuchender,

aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich muss die GmbH, um gelöscht zu werden, folgende Stadien durchlaufen:
1. Auflösung
2. Liquidation
3. Löschung.
Das Liquidationsverfahren ist zwingend.
Ausnahmen, bei denen die Auflösung nicht zum Liquidationsverfahren führt:
- Die GmbH ist vermögenslos und das Liquidationsverfahren macht keinen Sinn (bei Ihnen nach Ihrer Darstellung nicht der Fall)
oder
- Die GmbH wird mit einem anderen Unternehmen verschmolzen (auch nicht der Fall bei Ihnen)
Im Ergebnis müssen sie das Liquidationsverfahren durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 06.12.2008 | 21:21

Sehr geehrte Rechtsanwältin,
ich verstehe nicht, warum das Liquidationsverfahren erforderlich ist, wenn das Geld - eben für dieses kostenaufwändige Verfahren (da mehrere Bilanzen erforderlich sind und Veröffentlichungen und Buchhaltungskosten, obwohl gar keine Bewegungen mehr stattfinden) - gar nicht mehr vorhanden ist. Dann wäre die GmbH ja vermögenslos und kann den Steuerberater für die zus. Bilanzen etc. nicht mehr bezahlen. Wie ist das dann, wenn diese mehrere tausend € nicht mehr vorhanden sind, die für das Liquidationsverfahren erforderlich sind?
Danke für Ihre Beantwortung der nicht verstandenen Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.12.2008 | 21:53

Vermögenslos ist hier zu verstehen: dass das Stammkapital der GmbH stark angegriffen ist bzw. gar nicht mehr vorhanden ist.

Ich habe Sie so verstanden, dass die GmbH keine (Zahlungs-)Probleme hat und das Stammkapital noch vorhanden ist bzw. nicht angegriffen ist (fragen Sie diesbzgl. Ihren Steuerberater, er hat Einsicht in die Bilanzen, bzw. die BWA).

Das Liquiditätsverfahren ist nun mal gesetzlich vorgeschrieben und man kann es nicht umgehen (außer in den von mir oben beschriebenen Fällen). Sinn ist der Gläubigerschutz. (Es kommt nicht auf die konkrete Lage an, ob tatsächlich auch Gläubiger vorhanden sind.)

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